Zystizerkose
Synonym: Cysticercosis; Finnenkrankheit
KURZFASSUNG FÜR PROFESSIONALS
Erreger: Cysticercus cellulosa, Larve von Taenia solium, Schweinebandwurm
Epidemiologie: weltweit; Schweinehaltung und schlechten Hygienestandards
Übertragungsweg: fäkal-oral, kontaminierte/s Trinkwasser und Lebensmittel, Schmierinfektion; Autoinfektion bei Bandwurmträgern
Inkubationszeit: Tage bis Jahre
Klinik: variable, zentralnervöse Symptome; rheumatische Beschwerden
Differentialdiagnosen: Echinokokkose, Ceonurose; Epilepsie; Psychosen
Diagnostik: Röntgen, CT, MRT; ev. Serologie
Therapie: Albendazol, Praziquantel; zusätzlich Kortikosteroide, ev. Antikonvulsiva; Augenbefall: chirurgisch
Vorbeugung: allgemeine, Trinkwasser- und Lebensmittelhygiene
Meldepflicht: erregerspezifisch keine

Die Zystizerkose wird durch Cycticercus cellulosa, die Larve des Schweinbandwurmes, Taenia solium verursacht. Der Schweinebandwurm lebt im Dünndarm des Menschen. Die Eier gelangen mit dem Stuhl in die Umwelt. Eine Infektion mit den Eiern erfolgt direkt fäkal-oral oder über kontaminiertes Wasser und verunreinigte Lebensmittel. Auch Autoinfektionen durch Regurgitation mit Ausschwemmung der Eier in den Magen sind möglich. Schweine stellen das natürliche Erregerreservoir dar, der Mensch fungiert als Zwischenwirt. Die so aufgenommenen Larven durchbohren den Dünndarm und gelangen mit dem Blut in Unterhaut, Muskulatur und andere Organe, bei der Neurozystizerkose in Gehirn, Augen oder den Rückenmarkskanal. Im Zielgewebe entwickeln sie sich innerhalb von drei bis vier Monaten in meist 5-15 mm große Knoten, die Zystizerken. Die eigentlichen Beschwerden werden durch raumfordernde Prozesse und Entzündung des umliegenden Gewebes verursacht. Häufig erst nachdem der Parasit abgestorben ist. Die Symptome variieren je nach Lokalisation der Zystizerken stark. Knoten in der Unterhaut bereiten in der Regel kaum Beschwerden. Bei einer Neurozystizerkose reichen die Symptome von Kopfschmerzen und Schwindel, über Sehstörungen bis hin zu Krampfanfällen, Gedächtnisverlust und Lethargie. Die Behandlung erfolgt medikamentös, bei Befall des Auges auch chirurgisch.

Zum Schutz vor Erkrankung: allgemeine, Trinkwasser- und Lebensmittelhygiene.
 

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