Typhus exanthematicus/Fleckfieber/Flecktyphus
Synonyme: Flecktyphus, Typhus exanthematicus, engl. louseborne typhus fever
KURZFASSUNG FÜR PROFESSIONALS
Erreger: Rickettsia prowazeki, intrazelluläre Bakterien
Epidemiologie: weltweit; kältere Gebiete; schlechte Hygienestandards, Überträger: Kleiderlaus
Übertragungsweg: perkutan oder aerogen über Kot der Kleiderlaus
Inkubationszeit: 7-14 Tage; Extremfälle 5-23 Tage
Klinik: hohes Fieber; makulo-papulöses Exanthem; Karditis, Enzephalitis
Differentialdiagnosen: andere Rickettsiosen, Typhus, Influenza
Diagnostik: Erregernachweis, Serologie
Therapie: Antibiotika
Vorbeugung: allgemeine Hygiene, Bekämpfung von Kleiderläusen
Meldepflicht: namentlich Erregernachweis bei Hinweis auf akute Infektion
Bei Fleckfieber handelt es sich um eine durch Rickettsien hervorgerufene bakterielle Erkrankung. Die Erreger können in Zellen eindringen und sich im Zellinnern vermehren. Fleckfieber tritt vor allem in Ländern mit niedrigem Hygienestandard auf, insbesondere in Kriegs- und Hungerzeiten. Die Übertragung erfolgt durch Kleiderläuse. Die Inkubationszeit liegt in der Regel bei 7 bis 14 Tagen. Mit Einsetzen der Symptomatik entwickelt sich innerhalb von 2 bis 3 Tagen ein Fieberanstieg auf 40-40.5 °C. Im weiteren Verlauf kommt es häufig zur Ausbildung von rötlichem Hautausschlag (Roseolen) und Milzschwellung. Durch Herzversagen und/oder Gehirnentzündung (Enzephalitis) führt die unbehandelte Erkrankung bei bis zu 20% der Betroffenen zum Tode. Fleckfieber lässt sich mit verschiedenen Antibiotika effektiv behandeln. Im Körper verbliebene Rickettsien können jedoch in Einzelfällen zu einem erneuten Ausbruch der Erkrankung führen (Brill-Zinsser-Krankheit).

Zum Schutz vor Erkrankung:  Auf allgemeine Hygiene und saubere Unterkünfte achten. Gegebenenfalls müssen Kleiderläuse aktiv bekämpft werden. Bei besonders hohem Risiko ist auch die Durchführung einer Antibiotikaprophylaxe möglich.
 

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