Insektenschutz



 
Erwachsene und ältere Kinder

Eine Vielzahl von Infektionskrankheiten (z.B. Malaria, Gelbfieber, Denguefieber) wird durch Insekten übertragen. Geeignete Maßnahmen zum Schutz vor Insektenstichen besitzen daher in den Tropen einen hohen Stellenwert für die Vermeidung von Krankheiten.

Die Malaria-übertragende Anopheles-Mücke sticht vorwiegend zwischen 17 Uhr und 3 Uhr nachts, während die Überträgermücke des Dengue Fiebers tag- und nachtaktiv ist. Maßnahmen gegen Insekten sollten daher über 24 Stunden erfolgen. Sinnvoll ist es, verschiedene Schutzmaßnahmen miteinander zu kombinieren. Zunächst ist es ratsam körperbedeckende Kleidung zu tragen.

Jedoch ist dies im Rahmen der Freizeitgestaltung (Baden) sowie aus klimatischen Gründen oft nur bedingt möglich. Auch ist es nicht ausreichend, sich auf den Schutz der Kleidung zu verlassen, da ungefähr 40% aller Mückenstiche durch die Kleidung hindurch gehen.

Die sachgerechte Anwendung von Insektizidsprays kann dazu dienen, Textilien gegen Insekten zu "imprägnieren". Auch Mosquitonetze sollten mit pyrethroidhaltigen Insektiziden behandelt werden. Räume (Hotelzimmer etc.) sollten mit Klimaanlage und/oder Fliegengittern vor Fenstern und Türen ausgestattet sein. Zusätzlich kann der Einsatz von elektrischen Insektizidverdampfern, brennenden Räucherspiralen ("mosquito coils", auf Pyrethroidbasis) oder das Versprühen von Insektenvertilgungsmitteln
erwogen werden. Verschiedene Studien haben gezeigt, dass Ultraschall-Geräte für die Vertreibung von Mücken nutzlos sind.

Auch die Einnahme von Vitamin B1 ist wirkungslos zum Mückenschutz. In der Dämmerung und während der Nacht sollte man sich generell in mückengeschützten Räumen aufhalten. Immer dann, wenn der Schlafraum nicht zuverlässig mückenfrei ist, z.B. beim Übernachten in Zelten oder Hütten, sollte unbedingt ein Moskitonetz verwendet werden.

Bei dem Kauf ist auf die richtige Maschengröße zu achten, die bei 1,2 x 1,2 mm bzw.180-200 mesh/square liegt. Für die Reise sind Kunststoffnetze bequemer, da Baumwollnetze schwerer und anfälliger für Feuchtigkeit sind. Das Netz sollte den Körper an keiner Stelle berühren und gänzlich unter die Matratze geschlagen werden. Bei Hängematten muss es vollständig auf den Boden reichen (Netze mit Erdstreifen). Bei Reisen ins Landesinnere ist Lagerstätten weit abseits von stehenden Gewässern oder Wasserreservoirs der Vorzug zu geben. Während der Regenzeit sollten Gebiete mit hohem Malariarisiko gemieden werden.

Einen großen Stellenwert für den Insektenschutz auf Reisen hat die Anwendung von Repellents, d.h. mückenabweisenden Mitteln, die auf die unbedeckte Haut aufgetragen werden. Die Wirkdauer ist von der Art der Darreichungsform, zum Beispiel haben Sprays eine kürzer anhaltende Wirkung als Lotions, Gele oder Cremes. Die Effektivität der einzelnen Produkte kann jedoch auch individuell von Mensch zu Mensch sehr stark variieren. Gebräuchliche Inhaltstoffe sind N,N-Diethyl-m-Toluamid (DEET), Picaridin und Ätherische Öle. DEET (z.B. Nobite™) besitzt ein breites Wirkungsspektrum gegen verschiedene Insekten und wirkt am effektivsten in Konzentrationen >15%.

Das Picaridin (Bayrepel™) besitzt je nach Konzentration eine Wirkungsdauer bis zu 4 Stunden (AUTAN™ Family) bzw. bis zu 8 Stunden (AUTAN® Active) gegen Mücken und Bremsen. AUTAN™ Active besitzt auch eine bis zu 4 Stunden anhaltende Wirksamkeit gegen Zecken.. Die Anwendung ätherischer Öle ist weniger zuverlässig und häufig mit einem unangenehmen Geruch verbunden.

Repellentien sollten nicht von Sonnenschutzpräparaten oder Pflegemitteln überdeckt werden; gegebenenfalls können sie erst nach der Anwendung anderer Mittel aufgetragen werden. Zu einer verminderten Wirkung kommt es durch Aufenthalt im Wasser oder intensives Schwitzen (dies gilt auch für sog. wasserfeste Repellentien!). Jeglicher Haut- oder Schleimhautkontakt sollte vermieden werden. Kommen Repellentien mit Kunststoffen in Berührung, so kann dies zu Materialschäden führen.
  Kleinkinder und Säuglinge

Grundsätzlich ist vor Reisen mit Babys oder Kleinkindern in malariagefährdete Gebiete abzuraten, da eine Malaria für Kinder eine wesentlich größere Gefahr darstellt als für Erwachsene.

Außerdem ist zu beachten, dass die als wirksam getesteten Repellentien für Kleinkinder ungeeignet sind (Autan Famly™ ab 3. Lebensjahr, Nobite™ ab dem 10. Lebensjahr).

Auch können Räucherspiralen oder Insektizidverdampfer wegen möglicher gesundheitsschädlicher Wirkung nicht eingesetzt werden. Daher sollte ein besonders gewissenhafter Schutz mit Moskitonetzen durchgeführt werden.

Diese sollten in jedem Fall mit mückenabweisenden Mitteln imprägniert sein und gegebenenfalls nicht nur die Schlafstelle des Kindes, sondern auch den Spielbereich abdecken. Zusätzlich sollte das Kind lange Kleidung tragen, welche Arme und Beine bedeckt.

 

 

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