Reisemedizin Aktuell
News aus aller Welt
mit Tipps zu Risikovermeidung

Nigeria: Lassa Fieber [21.3.2008] News 3080
Experten des Gesundheitsministeriums haben 2 Fälle von Lassa Fieber bei Ärzten des Ebonyi State University Teaching Hospital (EBSUTH) in Nigeria bekannt gegeben.
Untersuchungen laufen noch, jedoch ist das Lassa Virus definitiv nachgewiesen worden laut dem Leiter des Untersuchungsteams aus Abuja. Weiterhin wurde berichtet, dass vom ersten Opfer keine Proben entnommen wurden, sodass hier die Ursache Lassa Virus nur vermutet werden kann.
Lassa Fieber wurde ursprünglich in Borno State, Nigeria im Jahr 1969 entdeckt, in einem Dorf namens Lassa, daher die Namensgebung.
Da das Lassa-Virus als Reservoir eine in West-Afrika oft vorkommenden Rattenart hat, riefen die Behörden auf, Waldrodungen zu vermeiden und den Konsum von Ratten zu beenden. Übertragungen auf Menschen geschehen durch infektiöse Ausscheidungen von Ratten (Urin, Fäces) und damit kontaminierte Nahrung. Mensch zu Mensch Übertragungen sind bei engem Kontakt (mit Körpersekreten) nicht ausgeschlossen (ProMED).
Empfehlungen:
Die Infektionsgefahr ist für Touristen gering. Auf saubere Unterkünfte und hygienische Zubereitung von Speisen achten.



USA: Tollwut [20.3.2008] News 3079
Eine 19jährige Frau wurde in der Nähe von Glenwood in New Mexiko von einem Fuchs attackiert und ins Bein gebissen. Die Patientin erhielt eine Post-Expositionsprophylaxe.
In einem anderen Fall in New Mexiko wurde der Hund einer Frau in Silver City von einem krank wirkenden Fuchs angegriffen. Der Fuchs konnte in diesem Fall gefangen und auf Tollwut untersucht werden, was bestätigt wurde. Der Hund war gegen Tollwut geimpft.
Im Monat März 2008 ist das jetzt schon der zweite Fall von Tollwut bei Füchsen, der in Silver City registriert worden ist. In Grant County wurden im Jahr 2008 bislang bei 4 Füchsen und einem Hund Tollwut festgestellt. Bezogen auf den Staat New Mexiko handelt es sich jetzt um den zweiten Nachweis von Tiertollwutfällen seit 1994, die speziell auch in Touristengegenden auftraten (ProMED).
Empfehlungen:
Meiden von Tierkontakten und ggf. prophylaktische Impfung gegen Tollwut.



Indonesien: Vogelgrippe [17.3.2008] News 3078
Einer Untersuchung nach, die auf der International Conference on Emerging Infectious Disease vorgetragen wurde, ist im April 2007 ein 16jähriges Mädchen an einer Co-Infektion von humanem Influenzavirus (H3N2)und Vogelgrippevirus (A/H5N1) erkrankt. Vor dieser Simultaninfektion warnen Fachleute wegen möglichem Beginn einer Pandemie von humaner Vogelgrippe. Das Mädchen zeigte milde Symptome einer Influenza-Grippe mit Fieber, Halsschmerzen, Husten, Kopf- und Gelenkschmerzen. Es traten keine Pneumonie- verdächtigen Symptome auf.
Rachen und Nasenabstriche waren positiv für beide aviäre H5N1 Influenza und saisonale H3N2 humane Influenza Viren. Die serologischen Tests, die ausschließlich in indonesischen Labors durchgeführt und nicht international bestätigt wurden, waren nur schwach positiv.
Dem Bericht nach handelt es sich bei diesem Fall erstmals um eine Coinfektion durch beide Virustypen, die durch genetischen Austausch eine leicht übertragbare Variante des H5N1 Virus möglich machen mit der Folge einer weltweiten Vogelgrippe-Pandemie. Fazit ist die notwendige vor Ort Surveillance, um in Ländern mit hoher Zirkulation von aviären und saisonalen Influenzaviren eine Coinfektion und die Entstehung neuer Virustypen mit hoher Kontagiosität frühzeitig zu erkennen (ProMED).

Empfehlungen:
Der Kontakt zu lebendem oder frisch geschlachtetem Geflügel sowie zu Geflügelausscheidungen sollte vermieden werden.
Impfung gegen humane saisonale Infuenza.



Thailand: Tularaemie [18.03.2008] News 3077
Das thailändische Gesundheitsministerium gab am 17.3.08 den ersten Fall von Tularämie in Thailand bekannt. Es handelt sich um eine 37jährige Frau aus Prachuap Khiri Khan (ca. 320 km südlich von Bangkok) mit maligner Grunderkrankung, die in ihrem Hof mehrere Kaninchen hielt. Aufgrund einer möglicherweise geschwächten Abwehrlage hat sich die Patientin mit Francisella tularensis, dem Erreger der Tularämie angesteckt. Als Übertragungsweg kommen Aerosole von Fäkalien oder anderer Sekrete der betreffenden Tiere infrage. Die in den USA durchgeführten Tests bestätigten die Verdachtsdiagnose.
Eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung ist bislang nicht bekannt, sodass die Gefahr eines Ausbruchs nicht besteht.
Tularämie wird von Nagern direkt über Bissverletzungen oder über deren Körperausscheidungen (Aerosol) übertragen. Auch können Bremsen und Zecken als Vektoren die Erkrankung auf den Menschen übertragen.
Endemisch ist Tularämie in den USA, Europa, China und Japan. Die Erkrankung ist antibiotisch behandelbar (ProMED).

Empfehlungen:
Direkte Kontakte zu Nagetieren und deren Ausscheidungen vermeiden. Insektenschutz bei Tätigkeiten im Freien.



Vietnam: Vogelgrippe [17.3.2008] News 3076
Der letzte bekannt gegebene Fall von humaner Vogelgrippe betrifft ein 11 Monate altes Kind aus der nördlichen Ha Nam Provinz. Nach 4taegiger Behandlung in einem Krankenhaus in Hanoi starb der Junge am 14.3.2008, wie die Vietnam News Agency am 17.3.08 berichtete.
Die durchgeführten Tests ergaben eine Infektion mit dem H5N1-Virus. Der Junge erkrankte am 5.3.08, wurde zunächst ins örtliche Krankenhaus von Ha Nam am 8.3.08 aufgenommen, und am 11.3.08 ins Hanoi Kinderkrankenhaus verlegt.
Ende Februar 2008 starben mehrere Hühner der Familie des Jungen, woraufhin die Familie auch anderes Geflügel schlachtete, und es zum Teil verspeiste. Örtliche Behörden haben mittlerweile das Wohngebiet desinfiziert und Proben von Geflügel für Tests auf aviäre Influenza genommen.
Im Juni 2007 starb ein 28jähriger Mann aus der gleichen Region an Vogelgrippe.
Seit 2003 wird Vietnam heimgesucht von aviärer Influenza und zeigt insgesamt 106 humane Fälle von Vogelgrippe, darunter 52 tödliche (ProMED).

Empfehlungen:
Der Kontakt zu lebendem oder frisch geschlachtetem Geflügel sowie zu Geflügelausscheidungen sollte vermieden werden.



China: Vogelgrippe [16.3.2008] News 3075
Ein Ausbruch von aviärere Influenza wurde vom Landwirtschaftsministerium der Guangdong Provinz berichtet. Das nationale Vogelgrippe Referenz Labor bestätigte, dass es sich um das hochpathogene H5N1 Subtyp des Vogelgrippe Virus handelte. Der Ausbruch tötete 114 Hühner und führte zur Keulung weiterer 518 Tiere.
Dieses ist der 5. Vogelgrippe-Ausbruch unter Geflügel im Jahr 2008 in China. Die anderen betrafen die nordwestliche autonome Region Xinjiang Uygur, die südwestliche autonome Region Tibet und die südwestliche Provinz Guizhou.
Am 25.2.2008 starb eine 44 jährige Frau im Bezirk Haifeng, Provinz Guangdong an Vogelgrippe vom Typ H5N1. Dieser Todesfall brachte laut WHO die Liste der Erkrankungsfälle in China auf 29, von denen 19 tödlich endeten (ProMED).

Empfehlungen:
Der Kontakt zu lebendem oder frisch geschlachtetem Geflügel sowie zu Geflügelausscheidungen sollte vermieden werden.



Australien: Ross-River-Virus-Infektionen [16.3.2008] News 3074
Als Reaktion auf einen 3fachen Anstieg von Arbovirosen in den ersten 2 Monaten des Jahres rufen Gesundheitsbehörden in Australien vermehrt zum Schutz vor Mückenstichen auf. Im Januar und Februar 2008 wurden 380 Fälle von Ross-River Virusinfektionen (Alphavirus) in New South Wales gezählt – nur 78 im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Ross-River-Virus-Infektionen sind endemisch in den meisten Küstenregionen Australiens und scheinen sich auch auf die Inseln des Südpazifiks ausgedehnt zu haben. Das Wirtsreservoir variiert; glücklicherweise sind Infektionen beim Menschen meist blande und imponieren als epidemische Polyarthritis mit Fieber, Exanthem und – zum Teil prolongierten - Gelenkschmerzen. Eine vollständige Heilung ist zu erwarten (ProMED).
Empfehlungen:
Ganztägigen Mückenschutz. Beseitigen von Brutplätzen von Insekten in Nähe von Wohnorten.



Australien: Barmah-Forest-Virus-Infektionen [16.3.2008] News 3073
Barmah Forest Virus Infektionen(Alphavirus) verdoppelten sich auf 121 Fälle im Zeitraum Januar/Februar 2008. Bedingt durch vermehrte Regenfälle und dadurch erhöhtes Mückenaufkommen ist ein weiterer Anstieg zu erwarten. Die Symptome dieser Virusinfektion sind Müdigkeit, schmerzhaft geschwollene Gelenke, Ausschlag und Fieber. Barmah Forest Virusinfektionen machen ca. 10% der epidemischen Polyarthritiden in Australien aus.
Bislang gibt es keinen Impfstoff gegen Barmah Forest Infektionen
(ProMED).
Empfehlungen:
ganztägigen Mückenschutz. Beseitigen von Brutplätzen von Insekten in Nähe von Wohnorten.



Australien: Murray-Valley-Enzephalitis-Virus [16.3.2008] News 3072
Das potentiell tödliche Murray-Valley-Enzephalitis-Virus (Flavivirus) wurde in Hühnern und Mücken in Griffith, Leeton und in den Macquarie-Sümpfen nachgewiesen. Der normale Infektionszyklus betrifft Wasservögel und Mücken. In seltenen Fällen kann das Virus auch von Mücken auf Menschen übertragen werden. Verwandt mit dem West-Nil-Virus, St.Louis Enzephalitis Virus und Jap. Enzephalitis Virus verursacht es vor allem Fieber, Exantheme, Übelkeit und Erbrechen. Selten können frühzeitig auch neurologische Symptome auftreten, die dann zu bleibenden neurologischen Schäden oder zum Tode führen können; bei diesen schweren Verläufen liegt die Mortalitätsrate bei 20%.
Für die genannte Virusinfektion sind bislang keine Impfstoffe vorhanden (ProMED).

Empfehlungen:
Ganztägigen Mückenschutz. Beseitigen von Brutplätzen von Insekten in Nähe von Wohnorten.



Brasilien: Gelbfieber [12.3.2008] News 3071
Das Gesundheitsamt von Parana bestätigte am 12.3.08 2 Fälle von autochthonem Gelbfieber. Eine Person starb. Seit 1966, als allein 32 Menschen an Gelbfieber in Parana starben, sind diese die ersten Fälle. Die 2 Patienten infizierten sich an der sylvatischen Form des Gelbfiebers bei Waldarbeiten in Laranjal (423 km entfernt von der Distrikthauptstadt Curitiba).
Einer der beiden Brüder (35 und 27 Jahre alt) starb am 29.2.08. Der jüngere ist außer Lebensgefahr und wird weiterhin stationär in Ivaipora behandelt.
In diesem Jahr 2008 wurden bereits 2 Fälle aus der gleichen Region berichtet, jedoch handelte es sich um Gelbfieberinfektionen, die importiert waren.
Impfprogramme sind in Laranjal angelaufen; die örtlichen Behörden in Parana streben eine 100%ige Durchimpfung der Bevölkerung in Risikozonen an (ProMED).

Empfehlungen:
Ganztägigen Mückenschutz beachten. Gelbfieberimpfung mindestens 10 Tage vor Einreise ins Gelbfiebergebiet.



Paraguay: Gelbfieber [13.3.08]
News 3070

Bis zum 13.3.08 sind insgesamt 24 bestätigte Fälle von Gelbfieber aufgetreten laut Angaben der öffentlichen Gesundheitsbehörden (Ministerio de Salud Publica y Bienestar Social; MSPBS). Der letzte Verdachtsfall trat am 6.3.08 auf, der letzte bestätigte (Todesfall) wurde im Bezirk von San Pedro gemeldet. In diesem Ausbruch sind drei Bezirke betroffen: San Pedro (13 von 24 Fällen), Central (10 von 24) und Caaguazu (1 von 24). Insgesamt starben 8 Patienten.
Fast 1,5 Millionen Impfdosen sind in den Risikobezirken bisher verimpft worden. Darunter traten bei 171 Patienten unerwünschte Wirkungen auf: 134 mit milderer, 10 mit mittelschwerer Symptomatik und 5 mit ernsten Nebenwirkungen (3 Enzephalitiden und 2 Guillain-Barré Syndrome) (ProMED).

Empfehlungen:
Ganztägigen Mückenschutz beachten. Gelbfieberimpfung mindestens 10 Tage vor Einreise ins Gelbfiebergebiet.



Argentinien: Gelbfieber [13.6.08]
News 3069

Das argentinische Gesundheitsministerium hat erneut 2 bestätigte und einen Verdachtstodesfall von Gelbfieber angegeben. Im ersten Fall handelt es sich um einen ungeimpften 24-jährigen Mann aus dem Guarani Departement, Provinz Misiones, der am 10.2.08 erste Symptome zeigte und nun stabilisiert ist. Der zweite ist ein 23-jähriger ungeimpfter Mann aus El Dorado, Provinz Misiones. Beim Todesfall handelt es sich um einen 39-jährigen Mann aus Guarani, Provinz Misiones; Laborbefunde stehen hier noch aus.
Bis zum 13.3.08 hat Argentinien 3 Gelbfieberfälle, 2 aus Guarani und einen aus El Dorado.
Insgesamt wurde bislang knapp 1 Million Impfdosen vergeben, nach Angaben des Gesundheitsministeriums sind damit fast 95% der Bevölkerung im Iguazu Departement, Provinz Miosones und 72% in Pilcomayo, Provinz Formosa geimpft (ProMED).

Empfehlungen:
Ganztägigen Mückenschutz beachten. Gelbfieberimpfung mindestens 10 Tage vor Einreise ins Gelbfiebergebiet.



Namibia: Cholera [14.3.2008]
NEWS 3068

Neun Verdachtsfälle von Cholera wurden aus dem Norden Namibias gemeldet, welche die Gesamtrate auf 137 Infektionen in einer Woche bringt. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums sei die Zahl der Infizierten an einem Tag von 128 auf 137 gestiegen.
Seit Ausbruch der Erkrankung am 8.3.08 sind 2 Menschen an Cholera verstorben. Der Grund für die schnelle Verbreitung ist vermutlich durch die schlechte Trinkwasserversorgung in der Region bedingt. Behörden versuchen nun die Bevölkerung aufzuklären über Ansteckungsrisiken. Methoden zur Trinkwasserdesinfektion wurden unter der betroffenen Bevölkerung verbreitet, wenngleich nicht alle Regionen erreicht wurden. Die Desinfektion des Trinkwassers ist die wichtigste Maßnahme, um eine Ausbreitung der Erkrankung zu verhindern. Das Abkochen des Trinkwassers ist für viele Menschen aus Gründen der Brennholzknappheit oft nicht möglich (ProMED).

Empfehlungen:
Risiko für Reisende gering. Normale Hygieneregeln beachten. Durchführen einer Choleraimpfung für Risikoreisende.



Philippinen: Typhus [12.3.2008]
News 3067

Die örtlichen Gesundheitsbehörden warnen die Bevölkerung von Iloilo Stadt vor einer Typhus Epidemie, da es seit Anfang des Jahres 2008 vermehrt Verdachtsfälle gibt. Zwischen dem 1.1.08 und dem 8.3.08 traten 217 Verdachtsfälle von Typhus im zentralen Stadtgebiet von Iloilo auf, darunter 3 Todesfälle; die Altersverteilung liegt zwischen 1 und 68 Jahren, Median 11 Jahre.
Die epidemiologischen Daten zeigen, dass das Stadtgebiet übervölkert ist und dass die Hauptinfektionsquellen kontaminierte Brunnen, verseuchtes Trinkwasser durch marode Abwasserleitungen und die Verteilung solchen Wassers bzw. kontaminierte Speisen sind, die von Straßenhändlern verkauft werden (ProMED).

Empfehlungen:
Typhus Impfung vor Reisen in Risikogebiete. Nur sichere Trinkwasserquellen (oder behandeltes Trinkwasser) nutzen.



Ägypten: Vogelgrippe [11.3.2008]
NEWS 3066

Das ägyptische Gesundheitsministerium hat einen neuen Fall von humaner Vogelgrippe mit dem H5N1 Virus bekannt gegeben. Es handelt sich um einen 8-jährigen Jungen aus Etsa, Bezirk Fayum, der am 3.3.08 mit Symptomen ins örtliche Krankenhaus eingeliefert wurde. Sein Zustand ist zurzeit stabil.
Die Infektionsquelle ist in diesem Fall Umgang mit krankem und totem Geflügel.
Nur einer der bislang 20 an humaner Vogelgrippe Verstorbenen war ein erwachsener Mann. Insgesamt sind in Ägypten bisher 47 Menschen an Vogelgrippe erkrankt, davon 20 verstorben (ProMED).

Empfehlungen:
Der Kontakt zu lebendem oder frisch geschlachtetem Geflügel sowie zu Geflügelausscheidungen sollte vermieden werden.



Bangladesh: Nipah-Virus-Infektion [9.3.08]
News 3065

Zwei Kinder sind am 6. und 7.3.2008 im Faridpur Medical College vermutlich an einer Nipah Virus Infektion gestorben. Es wurden Gewebeproben in beiden Fällen (6-jähriges Mädchen und 16-jähriger Junge) entnommen, um die Diagnose zu erhärten.
Die Gesundheitsbehörden haben derweil eine Kampagne gestartet, die die Bevölkerung über die Nipah Infektion weiter aufklärt.
Zuvor wurde über 8 Todesfälle und 10 Fälle schwerer Nipah-Virus-Infektionen berichtet, die in den Distrikten Manikganj und Rajbari auftraten (ProMED).

Empfehlungen:
Jegliche direkten Kontakte zu lebenden oder frisch geschlachteten Tieren sollten vermieden werden.



Australien: Dengue-Fieber [8.3.08]
News 3064

Das potentiell tödliche Dengue-Fieber hat in Port Douglas den 14. Erkrankten erreicht. Wie Gesundheitsbehörden am 7.3.08 bekannt gaben, steigt die Infektionsrate weiter an trotz Mückenbekämpfungsmaßnahmen in und um Port Douglas herum. Bewohner wurden erneut aufgerufen, potentielle Brutstätten von Insekten zu eliminieren. Dutzende Häuser und Appartements um Port Douglas wurden zu Dengue-Warnzonen erklärt.
Im Jahr 2003 wurden im Stadtzentrum von Cairns mehr als 30 Menschen mit dem Dengue-Virus infiziert, während ein Ausbruch 1997-1998 in Cairns und Port Douglas 500 Menschen betraf (ProMED).

Empfehlungen:
Ganztägigen Mückenschutz beachten.



Burkina Faso: Meningokokken-Meningitis [6.3.3008]
News 3063

Der diesjährige Meningitisausbruch in den letzten 2 Monaten in Burkina Faso hat Tausende infiziert und bei Hunderten zum Tode geführt.
Wie das Gesundheitsministerium mitteilte, starben von 3181 Fällen 366 im Beobachtungszeitraum vom 1.1.08 bis 2.3.08. Als Erreger wurde Neisseria meningitidis Serogruppe A identifiziert. 14 Bezirke sind betroffen, von denen 5 als Epidemiezentren bezeichnet werden.
Laut offizieller Angaben hat Burkina Faso bislang genügend Impfstoffe, um alle betroffenen Bezirke zu versorgen.
Meningitis ist eine hoch ansteckende bakterielle Infektion, die hohes Fieber, Verwirrtheitszustände, Erbrechen und Meningismus verursacht. Man redet von einer Epidemie, wenn 10 von 100000 Einwohnern sich anstecken. Im Jahr 2007 tötete die damalige Epidemie mehr als 2000 Menschen in 9 afrikanischen Staaten; 75% der Fälle waren aus Burkina Faso, nach UN Angaben (ProMED).

Empfehlungen:
Bei Risikoreisenden Durchführung einer Meningokokken-Impfung. Es sollten 4-valente Impfstoffe wie Mencevax™ A,C,W135,Y verwendet werden. Kontakte mit Erkrankten vermeiden.



USA: Hantavirus update [4.3.2008]
News 3062

Ein Mann aus Kiowa-County starb Ende Februar an einer vom Labor bestätigten Hantavirus-Infektion. Die Virusinfektion wird von der Rötelmaus, und zwar durch Speichel und Exkremente übertragen. Der Infektionsweg ist direkt bei Kontakt mit Ausscheidungsprodukten oder indirekt als aerogene Infektion durch Inhalation. Es sind bisher keine Infektionen von Mensch zu Mensch bekannt.
In Gegenden mit hohem Vorkommen von Rötelmäusen sollte speziell in den wärmeren Jahreszeiten an mögliche Hantavirusinfektionen gedacht werden. Die Prävention der Erkrankung besteht in der Bekämpfung von Mäusen im oder am Wohnhaus durch Fallenaufstellen, sicher abgepackte oder abgedeckte Speisen, und großzügiges Lüften in mit Mäuse befallenden Häusern.
Empfehlung:
Konsequente Nagetierbekämpfung, normale Speise- und Trinkwasserhygiene. Beachten von Regeln bei der Säuberung von mit Mäusen befallenen Wohnräumen.




Ägypten
Vogelgrippe [8.3.2008]News 3061

Das Gesundheitsministerium in Ägypten hat einen erneuten Fall von humaner Vogelgrippe mit dem H5N1-Virus bekannt gegeben. Es handelt sich um einen 11-jährigen Jungen aus Menofia (Menof Distrikt), der am 26.2.2008 mit Symptomen ins Krankenhaus aufgenommen wurde; am 4.3.2008 bestätigten Laboruntersuchungen eine H5N1-Infektion. Sein Zustand ist kritisch. Es gibt Hinweise, dass der Junge Kontakt zu erkranktem und totem Geflügel hatte.
Ein weiterer Fall ist in der Fayoum-Provinz bei einem 8-jährigen Jungen aufgetreten, nachdem er mit infizierten Vögeln in Kontakt gekommen ist. Der Junge wurde mit hohem Fieber, Atemnot und einer Lungenentzündung ins Krankenhaus eingeliefert. Von den bislang 47 in Ägypten aufgetretenen Fällen, waren 20 tödlich (ProMED).
Empfehlung:
Der Kontakt zu lebendem oder frisch geschlachtetem Geflügel sowie zu Geflügelausscheidungen sollte vermieden werden.

Bangladesch
Nipah-Virusinfektion [8.3.2008]News 3060

Ein Teenager starb am 6.3.2008 vermutlich an einer Nipah-Virusinfektion im Faridpur Medical College. Der 16-jährige Junge aus Mangalpur hatte nach Genuss von Dattelsaft Erbrechen und Übelkeit gezeigt. Bis jetzt sind im Ausbruch in Manikganj und Rajbari 8 Personen (inkl. 4 Kinder) an der Nipah-Infektion gestorben, 10 andere sind ernsthaft erkrankt. Der Ausbruch begann am 29.2.2008 im Dorf Bishnupur bei Daulatpur
(Manikganj), wo Proben von drei toten Kindern entnommen werden konnten.Das Nipah-Virus, zur Familie der Paramyxoviren gehörend, ist benannt nach dem Dorf Sungai Nipah, in dem als einem der ersten die Epidemie begann; 1999 wurde das Virus entdeckt.
Ärzten wird empfohlen bei einem Patienten mit Fieber und Bewusstseinstrübung, zu eruieren, ob in der Familie oder nächsten Umgebung ähnliche Fälle in den letzten 2 Wochen aufgetreten sind. Die Behörden starten Aufklärungsprogramme über NipahInfektionen und entsprechende Übertragungswege (enger Personenkontakt, möglich auch
über Trinkwasser und Nahrung)(ProMED).
Empfehlungen:
Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene beachten. Der Kontakt zu Erkrankten sollte vermieden werden.

Senegal
Unklare Todesfälle bei KindernNews

Gesundheitsbehörden im Senegal berichten über 20 unklare Todesfälle bei Kleinkindern aus einem Armenviertel von Dakar. Untersuchungen laufen, um die Erkrankungen bei den 3-5jährigen Kindern, die alle aus dem Fischer-Viertel in Thiaroye-sur-Mer stammten zu klären. Die Symptome waren Kramfanfälle, Diarrhö und Erbrechen. Kinderärzte haben nach
entsprechenden Untersuchungen zerebrale Malaria, Typhus, Cholera und Meningitis ausgeschlossen. Eine Wochenzeitung berichtete, dass die Kinder möglicherweise eine Bleivergiftung hatten, da Autobatterien oft von Bewohnern der Armenviertel gesammelt und wieder verkauft werden (ProMED).
Empfehlungen:
Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene beachten. Der Kontakt zu Erkrankten sollte vermieden werden.

Sri Lanka
Chikungunya-Infektion [7.3.2008]News 3058

Offiziellen Berichten nach breiten sich zurzeit schnell Chikungunya-Virus-Infektionen in Kuruwita-Erathna (Sabaragamuwa Provinz) aus. Der medizinische Provinzrat gab bekannt, dass etwa 150 Patienten an der Infektion in der Region erkrankten, was durch Blutuntersuchungen am Colombo Medical Research Institute bestätigt wurde. Schritte zur
Kontrolle der Infektion werden unternommen, so wird die Bevölkerung aufgerufen, mögliche Brutstätten der Überträgermücke zu meiden bzw. zu eliminieren. Obwohl diese die ersten gemeldeten Fälle im Jahr 2008 aus Sri Lanka sind, besteht seit längerem eine Transmission, was der aus Sri Lanka stammende nach Hong Kong importierte Fall im Januar 2008 zeigt (ProMED).
Empfehlung:
Ganztägigen Mückenschutz beachten. Bei fieberhaften Infekten nach Aufenthalt in Chikungunya-Risikogebieten sollte eine tropenmedizinische Spezialdiagnostik durchgeführt werden.

Frankreich
Tollwutfälle bei Hunden [7.3.2008]News 3057

Im Februar 2008 traten erste Tollwutfälle in Frankreich bei Hunden auf. In der Region Paris ermittelt die Health Protection Agency (HPA) Personen, die in drei Regionen Frankreichs in letzter Zeit direkten Kontakt zu Hunden hatten. Diese sollten sich unmittelbar ärztlich befragen und untersuchen lassen, um ggf. eine postexpositionelle Prophylaxe gegen Tollwut durchzuführen. Die betreffenden Regionen sind: - Gers (die Stadt Auch und Umgebung) seit dem 1.11.2007, - Grandpuits, Seine-et-Marne seit dem 15.12.2007 und – Calvados (Lisieux und Thury Harcourt und Umgebung) seit dem 15.12.2007. Zugrunde liegt eine Tollwut-Infektionskette bei drei Hunden, die bei einem aus Marokko importierten Hund in Gers begann, der am 12.11.2007 starb. Dieser infizierte einen weiteren Hund bei einem Besuch in Gers bis zum 29.11.2007, welcher am 5.1.2008 euthanasiert wurde. Der dritte Hund aus der gleichen Familie zeigte Krankheitssymptome am 15.2.2008 und starb am 19.2.2008. Bei diesem Hund ergab die Obduktion Tollwut als Todesursache, bei beiden anderen konnten Proben nicht mehr entnommen werden, jedoch waren deren Symptome mit einer Tollwutinfektion zu vereinbaren. Bis jetzt hat Frankreich den Status einer terrestrisch tollwutfreien Zone. Es bleibt
abzuwarten, ob sich der Status nun ändert (ProMED)
Empfehlungen:
Tierkontakte vermeiden. Bei Bissverletzungen durch Säugetiere sollte eine Tollwut ausgeschlossen werden. In allen Zweifelsfällen ist beim Ungeimpften die umgehende Durchführung von aktiver und passiver Immunisierung zwingend erforderlich.

Paraguay
Gelbfieber [6.3.2008]News 3056

Die Zahl bestätigter Gelbfieberfälle in Paraguay ist mit 6 neuen Fällen auf insgesamt 22 gestiegen, davon endeten 6 tödlich. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums sind 11 Fälle in San Pedro, 9 in Laurelty und 2 in anderen Regionen aufgetreten. 12 weitere Fälle werden noch untersucht.
In Paraguay haben Behörden begonnen, in Gebieten mit höherer Transmission die Mückenpopulation mittels Ausräuchern zu begrenzen und potentielle Brutstellen zu eliminieren. Die Überträgermücke kann sowohl Gelbfieber als auch Dengue-Fieber übertragen. Untersuchungen nach gibt es Gebiete mit hohem Infektionsindex, wo die Bewohner speziell geschult werden, potentielle Wasserstellen in Wohnnähe zu minimieren, um die Übertragung von Dengue-Fieber und Gelbfieber zu minimieren (ProMED).
Empfehlung:
Ganztägigen Mückenschutz beachten. Gelbfieberimpfung mindestens 10 Tage vor Einreise ins Gelbfiebergebiet.

Indien
Poliomyelitis [2.3.2008]News 3055

Der erste Polio Wildvirus Typ I-Fall in 2008 wurde in Delhi bei einem 14-monatigen Mädchen isoliert, das mit seinen Eltern erst kürzlich aus Bihar nach Delhi gezogen war. Bis jetzt in 2008 sind insgesamt 106 Fälle von Polio in Indien festgestellt worden, die alle Wildvirus Typ III waren. Dieses ist der erste Typ I-Fall in Delhi seit August 2006.
Wildvirus Typ I ist virulenter al Typ III und führt in 1 von 200 Fällen zu Paralyse (Typ III: Paralyse in 1 von 1000 Fällen).
Poliomyelitis nimmt in Indien wieder zu: im Jahr 2007 traten 864 Fälle auf, 2006 waren es nur 676. Diese Zahlen veranlassten das Finanzministerium erneut 258 Millionen USD für Impfprogramme bereit zu stellen, die insbesondere die Hauptgebiete – Bihar und Uttar Pradesh - erreichen sollen (ProMED).
Empfehlung:
Der Polio-Impfschutz sollte vor Reisen in Risikogebiete überprüft und gegebenenfalls aufgefrischt werden.

Uganda
Ebola hämorrhagisches Fieber [3.3.2008]News 3054

Das ugandische Gesundheitsministerium untersucht zwei neue Fälle von möglichen Ebola-Opfern. Hierbei handelt es sich um zwei Lehrer in Bundibugyo, von denen der eine am 26.2.2008 mit typischen Symptomen in stationäre Behandlung kam und am 2.3.2008 verstarb, der andere –ein Mitbewohner- eine Woche zuvor starb. Epidemiologen des
Gesundheitsministeriums äußerten den Verdacht auf erneute Ebola-Fälle und gaben bekannt, dass die Ergebnisse der Blutproben im Uganda Virus Research Center in Entebbe abgewartet werden müssen.
Am 22.2.2008 erklärten die WHO und das ugandische Gesundheitsministerium das Ende des Ausbruchs, der im November 2007 in Bundibugyo begann und mehr als 40 Tote forderte.
Diese Erklärung ist möglicherweise vorschnell abgegeben worden; endgültige Daten zum Ausbruch und der Anzahl der Toten werden noch erwartet (ProMED).
Empfehlung:
Das Risiko für Reisende ist minimal. Ein Infektionsrisiko besteht in erster Linie bei der Pflege Erkrankter, insbesondere bei direktem Kontakt mit Blut oder Körperflüssigkeiten.

Vietnam
Dengue-Fieber [1.3.2008] News 3053

In diesem Jahr sind schon fast 4.000 Dengue-Fieber-Fälle registriert worden. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das eine Zunahme um 10%.
Bei der durch Aedes-Mücken übertragenen Erkrankung traten zuletzt bis zu 450 Fälle pro Woche auf, vor allem in den zentralen und südlichen Provinzen, insbesondere in Ho Chi Minh City, Tien Giang und Ben Tre. Seltsamerweise sind in etwa der Hälfte der Fälle Erwachsene betroffen; sonst sind es meistens Kinder. Man rechnet damit, dass dieses Jahr bis zu 100.000 Vietnamesen an Dengue-Fieber erkranken werden (ProMED).
Empfehlung:
Ganztägig Mückenschutz beachten. Beseitigung oder Abdeckung von Wasserreservoirs (Regentonnen o.ä.) im Wohnumfeld.

Burkina Faso
Meningokokken-Meningitis [28.02.2008]News 3052

Das Who Multi-Disease Surveillance Center in Ouagadougou kontrolliert das Meningitis Geschehen in den Ländern des afrikanischen Meningitis Gürtels während der Epidemiesaison. Zwischen dem 1.1.2008 und 10.2.2008 traten insgesamt 2.312 Fälle von bakterieller Meningitis auf (davon 324 tödlich endende). Im Vergleich zum gleichen Beobachtungszeitraum des Vorjahres 2007 liegt die Erkrankungsrate jetzt um 29% niedriger (2007: 3.247 Fälle, 413 Todesfälle) – als Zeichen einer geringeren Meningitis Aktivität in 2008.
Burkina Faso ist das am stärksten betroffene Land mit 1.422 Fällen (inkl. 204 Todesfälle – Mortälitätsrate von 14,3%) im Zeitraum 1.1.2008 – 10.2.2008; das sind 61% aller ans MDSC gemeldeten Fälle in 2008 (im Vergleich 64% im gleichen Zeitraum 2007).
Neisseria meningitidis (Serogruppe A) ist der Erregerstamm, der im Mangodara und Sapouy District identifiziert wurde. Dort und auch in Gaoua wurden Impfungen durchgeführt speziell für die Gruppe der Hauptbetroffenen, die 2- bis 29jährigen (ProMED).
Empfehlungen:
Bei Risikoreisenden Durchführung einer Meningokokken-Impfung. Es sollten 4-valente Impfstoffe wie Mencevax™ A,C,W135,Y verwendet werden. Kontakte mit Erkrankten vermeiden.

Russische Föderation
Tollwut [25.02.2008]News 3051

Im Dorf Baturinskovo wurde bei einer 45jährigen Frau im Februar 2008 eine Tollwutinfektion vermutet. Wie das zuständige Gesundheitsamt bekannt gab, wurde die Frau im November 2007 von einem Fuchs gebissen, der –wie sich später zeigte- mit dem Tollwutvirus infiziert war. Die Betroffene suchte nach der Bissverletzung keine ärztliche Hilfe bis sie kritisch erkrankte und intensivmedizinisch behandelt werden musste; sie verstarb am 15.2.2008.
Die Region Chelyabinsk Oblast weist zunehmend Tollwutfälle auf: seit Beginn des Jahres 2008 sind 11 Infektionsherde registriert worden. In den Jahren 2005 und 2006 war die Region Südural am stärksten betroffen, während im letzten Jahr 142 laborbestätigte Fälle verteilt auf 101 Herde/Gebiete auftraten. Tollwut wird vorwiegend durch Füchse übertragen, aber Hunde, Katzen und Nutztiere können auch betroffen sein. Insgesamt 16000 Menschen war im letzten Jahr Opfer von Tierbissen, von denen 3000 postexpositionell eine Tollwutimpfung erhielten (ProMED).
Empfehlungen:
Tierkontakte vermeiden. Bei Bissverletzungen durch Säugetiere sollte eine Tollwut ausgeschlossen werden. In allen Zweifelsfällen ist beim Ungeimpften die umgehende Durchführung von aktiver und  passiver Immunisierung zwingend erforderlich

China
Masern [22.02.2008]News 3050

In der Autonomen Region Xinjiang Uygur starben im Januar 2008 bei einem Masern Ausbruch 10 Menschen. Etwa 4.385 Menschen erkrankten im Januar an Masern, ein deutlicher Anstieg von Dezember 2007, als 1.149 Fälle von Maserninfektion registriert wurden, und davon in Xinjiang nur 2 starben. Die Bezirksverwaltung hat kostenlose Behandlung für alle an Masern Erkrankten garantiert; auch werden Menschen aufgefordert, sich in Krankenhäusern untersuchen zu lassen. Viele Patienten werden auf Isolierstationen behandelt, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Seit Januar 2008 hat auch die Rate an infektiösen Erkrankungen der Atemwege in der Region Aksu im Vergleich zum gleichen Vorjahreszeitraum zugenommen. Unter diesen nehmen die Fälle der Maserninfektionen den größten Teil ein. Zurzeit erkranken in erster Linie Kinder unter 4 Jahre, die 80% der Fälle ausmachen. Acht Gemeinden und der Verwaltungsbezirk von Aksu sind die am stärksten betroffenen Regionen.
Empfehlung:
Impfschutz gegen Masern, Mumps und Röteln empfohlen. Jeder ≤ 40 Jahren sollte zweimal gegen MMR geimpft sein.

Deutschland
Importierte Masern aus der Schweiz [22.02.2008] News 3049

Seit Januar 2008 haben die Gesundheitsämter von Baden-Württemberg eine Zunahme der Masernfälle beobachtet (16 Fälle in der 1.- 7. Jahreswoche von 2008 verglichen mit 3 Fällen in den entsprechenden Wochen des Jahres 2007). Dieses  hat einen ursächlichen Zusammenhang zum Ausbruch in der Schweiz. Bis jetzt sind nur ungeimpfte Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene betroffen. In einigen Fällen handelt es sich um Pendler zwischen Deutschland und der Schweiz, einige sind Deutsche mit Wohnsitz in der Schweiz. Nationale Datenerhebungen zeigen deshalb nur ein unvollständiges Bild des Grenzen überschreitenden Ausbruchs.
Interessant ist, dass die Durchimpfungsrate in dieser Region unterhalb der Rate für das Bundesland liegt (94,1% Erstgeimpfte, 83,9% Zweitgeimpfte vor Schulbeginn). Dies ist auf eine regionale Häufung von Familien zurückzuführen, die eine kritische oder ablehnende Haltung ggü. Impfungen haben. In fast allen Fällen handelte es sich bei den Erkrankten um nicht oder nicht vollständig geimpfte Kinder und junge Erwachsene. Es bestehen bis zum jetzigen Zeitpunkt keine Zweifel an der Wirksamkeit der Masernkomponente im MMR Impfstoff (ProMED).
Empfehlungen:
Impfschutz gegen Masern, Mumps und Röteln empfohlen. Jeder ≤ 40 Jahren sollte zweimal gegen MMR geimpft sein.

Brasilien
Gelbfieber in Mato Grosso [21.02.2008] News 3048

Die Untersuchung von 7 verendeten Affen im Bezirk Nova Guarita (ca. 700 km nördlich von Cuiaba) im Januar 2008 hat eine Gelbfieberinfektion als Todesursache ergeben. Das Epidemiologische Bulletin des Gesundheitsministeriums berichtete damals von einer Gelbfieberepidemie in der Affenpopulation, jedoch gab es keine Laborbestätigung. Laut Gesundheitsministerium ist dies der erste Fall von vermutetem Gelbfieber bei Affen in der Region Mato Grosso seit Januar 2007.
Bis zum 18.2.2008 wurden 12 tote Affen aus Mato Grosso dem Gesundheitsministerium gemeldet, diese jedoch ohne den Verdacht auf  Gelbfieberinfektion. Nur die Nova Guarita Affen standen im Verdacht, an einer Gelbfieberinfektion gestorben zu sein. Im Jahr 2007 wurde nur 1 an Gelbfieber verendeter Affe gemeldet. Am 18.2.2008 gab das Epidemiologische Bulletin des Gesundheitsministeriums den ersten Fall von sylvatischem Gelbfieber beim Menschen in Mato Grosso bekannt (ProMED).
Empfehlungen:
Durchführung einer Gelbfieberimpfung spätestens 10 Tage vor Einreise in die betroffenen Gebiete

Vietnam
Vogelgrippe [21.02.2008] News 3047

Das Gesundheitsministerium von Vietnam hat einen erneuten Fall von humaner Vogelgrippe mit dem H5N1 Virus bekannt gegeben. Der Fall wurde bestätigt von dem National Institute of Hygiene and Epidemiology (NIHE). Es handelte sich um einen 27jährigen Mann aus Ninh Nhat (provinz Ninh Binh), der am 3.2.2008 Symptome entwickelte, am 12.2.2008 ins örtliche Krankenhaus aufgenommen wurde und dort am 14.2.2008 verstarb. Das Opfer hatte vor Beginn der Symptomatik Kontakt zu totem und kranken Geflügel gehabt. Von den 104 bestätigten Fällen von Vogelgrippe in Vietnam verliefen 50 tödlich (ProMED).
Empfehlungen:
Der Kontakt zu lebendem oder frisch geschlachtetem Geflügel sowie zu Geflügelausscheidungen sollte vermieden werden.

Indonesien
Vogelgrippe [21.02.2008] News 3046

Das indonesische Gesundheitsministerium gab zwei weitere Fälle von aviärer Influenza mit dem H5N1 Virus beim Menschen bekannt. Das erste Opfer ist ein 16jähriger Junge aus Sragen, Zentral Java, der erste Symptome am 3.2.2008 zeigte, am 7.2.2008 stationär aufgenommen wurde und am 10.2.2008 verstarb. Zuvor hatte der Junge Kontakt zu totem und krankem Geflügel in seinem Wohnhaus, wo er ein krankes Huhn geschlachtet hatte.
Der 2. Fall ist ein 3jähriges Kind aus Süd Jakarta, das am 3.2.2008 symptomatisch wurde, am 10.2.2008 ins Krankenhaus aufgenommen wurde und am 15.2.2008 starb. Das örtliche Untersuchungsteam stellte fest, dass Hühner und ein zahmer Vogel als Haustier in der Nachbarschaft des Kindes verendeten. Von 129 bestätigten Fällen von humaner Vogelgrippe endeten 105 tödlich (ProMED).
Empfehlungen:
Der Kontakt zu lebendem oder frisch geschlachtetem Geflügel sowie zu Geflügelausscheidungen sollte vermieden werden.

China
Vogelgrippe [21.02.2008] News 3045

Das chinesische Gesundheitsministerium berichtet über einen weiteren Fall von humaner Vogelgrippe mit dem H5N1 Virus. Es handelt sich um eine 22jährigen Mann aus dem Jianghua Bezirk, Yonghzou Präfektur, Hunan Provinz. Symptome traten am 16.1.2008 auf, die Aufnahme ins Krankenhaus erfolgte am 23.1.2008. Der Patient verstarb am 24.1.2008.
Das Gesundheitsministerium bestätigte weiterhin einen Fall humaner Vogelgrippe bei einem 41jährigen Mann aus der Autonomen Region Guangxi Zhuang, der Fieber und Kopfschmerzen entwickelte am 12.2.2008 und am 20.2.2008 trotz intensiver Behandlung starb. Dieses ist der erste Fall von humaner H5N1 Virusinfektion in der Region Guangxi. Von den 29 bestätigten Fällen in China, endeten 19 tödlich (ProMED). 
Empfehlungen:
Der Kontakt zu lebendem oder frisch geschlachtetem Geflügel sowie zu Geflügelausscheidungen sollte vermieden werden.

Uganda
Ebola-Hämorrhagisches-Fieber – Ende des Ausbruches [21.02.2008] News 3044

Das ugandische Gesundheitsministerium hat das Ende der Ebolavirus-Epidemie in Bundibugyo bekannt gegeben. Der letzte infizierte Patient wurde am 8.1.2008 aus dem Krankenhaus entlassen. Seitdem ist mehr als die doppelte Inkubationszeit der Virusinfektion vergangen (42 Tage) und kein weiterer Fall aufgetreten. Die kumulative Zahl von 77 erkrankten Patienten wurde auf den eigens dafür eingerichteten Isolierstationen in Kikyo und Bundibugyo behandelt. Diese Zahl differiert erheblich von der vom Direktor der ugandischen Gesundheitsbehörden bekannt gegebenen kumulativen Zahl von 149 Erkrankten, von denen 37 verstarben.
Laboruntersuchungen des Centers for Disease Control haben bestätigt, dass sich das Virus des ugandischen Ebola-Ausbruchs von den bisherigen 3 afrikanischen Ebola Spezies (namens Zaire, Sudan und Elfenbeinküste) unterscheidet und somit eine eigene Spezies darstellt. Eine endgültige Analyse mit plausiblen Daten und Informationen über die mögliche Infektionsquelle dieser neuen Virusspezies werden angestrebt.
Empfehlungen:
Das Risiko für Reisende ist minimal. Ein Infektionsrisiko besteht in erster Linie bei der Pflege Erkrankter, insbesondere bei direktem Kontakt mit Blut oder Körperflüssigkeiten

Dominikanische Republik
Malaria [20.2.2008]News 3043

Die kanadischen Gesundheitsbehörden warnen Reisende vor einem Malariarisiko in Teilen der Dominikanischen Republik (Provinz La Altagracia mit den Touristenorten Punta Cana und Bavaro, sowie ländliche Gegenden).
Malaria wird durch einen Parasiten der Gattung Plasmodium verursacht. Es gibt 4 verschiedene Arten: Pl. falciparum, Pl. vivax, Pl. ovale und Pl. malariae. Infektionen mit Pl. falciparum können tödlich verlaufen. Die Symptome sind Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und allgemeines Schwächegefühl. Oft kommen Schüttelfrost und Muskelkrämpfe hinzu. Die Infektion wird durch Mückenstiche übertragen, welche typischerweise in den Abend- und Nachtstunden aktiv sind.
Malaria kommt endemisch/epidemisch in weiten Teilen Äquatorialafrikas, Südamerikas, Ozeaniens und Süd-, wie auch Südostasiens, sowie in Teilen Mittelamerikas und Nordafrikas vor (ProMED).
Empfehlungen:
Mückenschutz in der Dämmerung und nachts. Medikamentöse Malariaprophylaxe bzw. Notfalltherapie abhängig vom Reiseziel.

China
Vogelgrippe (18.2.2008) News 3042

Ein 22jähriger Chinese aus der Zentralprovinz Hunan starb an der Vogelgrippe (Stamm  H5N1); dieses ist das 2. Vogelgrippe Opfer seit 2007. Die ersten Symptome waren Fieber und Kopfschmerzen. Einige Tage später suchte der Betroffene ein Krankenhaus auf und verstarb am 24.1.2008.
Wegen des weltweit größten Geflügelvorkommens und vieler haushaltsnah gehaltener Vögel befindet sich China an vorderster Front im Kampf gegen die aviäre Influenza. Von bislang 28 Erkrankten sind in China 18 verstorben. Dieser ist der erste Fall humaner Vogelgrippe in 2008. Die vorangegangenen Infektionen traten in der Jiangsu Provinz auf: ein Vater und sein Sohn erkrankten am 24.11.2007 und 3.12.2007(ProMED).
Empfehlungen:
Der Kontakt zu lebendem oder frisch geschlachtetem Geflügel sowie zu Geflügelausscheidungen sollte vermieden werden

Thailand
Dengue Fieber (18.2.2008)News 3041

Bislang starben in Thailand im Jahr 2008 4 Menschen an Dengue-Fieber, die Zahl der Erkrankten stieg in einem Monat auf 2824, was die Gesundheitsbehörden überall im Land in Alarmbereitschaft versetzte. Der beobachtete Zeitraum war vom 1.1.2008 bis 9.2.2008. 70% der Erkrankten stammen aus den zentralen Provinzen des Landes. Im vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres traten 1702 Erkrankungen, aber Todesfälle auf.
Insgesamt starben im Jahr 2007 29 Menschen an Dengue-Fieber, während die Anzahl der Erkrankungen bei 60.000 lag. Wegen der globalen Erwärmung scheint die Überträgermücke sich schneller zu vermehren und eine höhere Resistenz gegen Trockenheit zu besitzen, was die bislang höheren Erkrankungszahlen in 2008 erklären könnte (ProMED).
Empfehlung:
Ganztägig Mückenschutz beachten. Beseitigung oder Abdeckung von Wasserreservoirs (Regentonnen o.ä.) im Wohnumfeld

Brasilien
Dengue-Fieber (18.2.2008) News 3040

Die Zahl der Erkrankungen an Dengue-Fieber ist dramatisch gestiegen: im Monat Januar 2008 stieg die Zahl der Neuerkrankungen auf 4290, ein Anstieg von 1110 Fällen seit dem 14.2.2008. Bereits jetzt gibt es 4mal so viele Opfer der Mückenart Aedes aegypti im urbanen Umfeld als im Januar des letzten Jahres. Im Februar 2008 wurden bereits 205 Patienten erfasst, seit Beginn des Jahres 2008 wurden somit schon 4495 Erkrankte gemeldet. Das sind mehr als in den Monaten Januar und Februar 2007 zusammen (2035).
Die Krankheit betrifft mehr Kinder, die empfänglich sind für das Dengue-Virus 2, welches erneut zirkuliert. Die Hälfte der aufgenommenen Patienten sind unter 14 Jahre. Vor allem im Sommer brüten die Mücken, mit den aktuellen Regenfällen kommt es vermehrt zu Ausbrüchen der Erkrankung. Die Situation ist besonders kritisch in Curicia, wo bereits 578 Fälle für 2008 gemeldet wurden (ProMED).  
Empfehlung:
Ganztägig Mückenschutz beachten. Beseitigung oder Abdeckung von Wasserreservoirs (Regentonnen o.ä.) im Wohnumfeld

Paraguay
Gelbfieber (17.2.2008) News 3039

Gesundheitsbehörden gaben bekannt, dass eine 39jährige Frau am 16.2.2008 an Gelbfieber verstarb, nachdem sie eine Woche auf der Intensivstation eines Krankenhauses der Hauptstadt Asuncion behandelt wurde. Mindestens 6 Menschen starben in Paraguay infolge eines Gelbfieberausbruchs, welcher die Bevölkerung zu Massenimpfungen veranlasste. Am Wochenende erhielt Paraguay 944.000 Impfstoffdosen aus Brasilien, von denen 800.000 von Brasilien gestiftet, der Rest von der Panamerican Health Organisation finanziert wurden (ProMED).
Empfehlung:
Gelbfieberimpfung mind. 10 Tage vor Einreise in Endemiegebiete

Deutschland
Tularämie (18.2.2008)News 3038

Nach Kontakt mit einem toten Kaninchen in Baden Württemberg erkrankten 3 Familienmitglieder an Tularämie (Erreger: Francisella tularensis) im Spätsommer 2007. Es handelte sich um einen Waldarbeiter (Patient A) und seine Eltern. Tularämie ist eine seltene Erkrankung in Deutschland. Von 2002 bis 2006 traten jährlich zwischen 1 und 5 Fälle auf – mit Ausnahme von 2005 mit 15 registrierten Fällen. 2007 wurden 19 Fälle registriert, von denen 11 aus Baden-Württemberg stammten. In der jetzt betroffenen Region waren bislang keine menschlichen Tularämiefälle aufgetreten.
Normalerweise ist der Übertragungsweg direkt durch infizierte Tiere wie Kaninchen oder durch Zecken als Vektoren. Jedoch kann der Erreger auch über Kontakt mit kontaminierter Erde oder Wasser übertragen werden (ProMED).
Empfehlung:
Schutz vor Insektenstichen. Häufiges Händewaschen, speziell nach direktem Kontakt mit toten Tieren. Ausreichendes Kochen von Speisen und sicheres Trinkwasser

Vereinigte Staaten von AmerikaNews 3037
Masern (16.2.2008)

In den betroffenen Gebieten des Del Mar Bezirkes und Hawais sind bei  fünf  weiteren Kindern Masern nachgewiesen worden, so dass die Gesamtzahl an Masern Erkrankter in dem einmonatigen Ausbruch nun bei 11 Fällen liegt. Gesundheitsbehörden erwarten die Ergebnisse eines möglichen 12. Falles; 2 weitere Kinder könnten auch Masern haben, die jedoch nicht in einer Beziehung zum aktuellen Ausbruch stehen. Der Ausbruch – in San Diego County der erste seit 1991 – begann in der Schweiz und breitete sich auf dem halben Globus aus. Alle Patienten – von Kleinkindern bis zu einem 9jährigen Kind – waren nicht geimpft –, entweder, weil sie jünger als 1 Jahr alt waren (Mindestalter für die Impfung ist 1 Jahr) oder weil die Eltern einer Masernimpfung ihres Kindes ablehnend gegenüber standen (ProMED).
Empfehlungen:
Impfschutz gegen Maser (Mumps und Röteln) überprüfen lassen. Jede Person unter 40 Jahren sollte im Leben 2mal gegen MMR geimpft werden

Brasilien
Gelbfieber (17.2.2008)News 3036

Bis zum 14.2.2008 traten 57 registrierte Verdachtsfälle von Gelbfieber auf. Von diesen wurden 30 Fälle bestätigt, die eine Mortalitätsrate von 50% aufwiesen (15 Todesfälle). Die übrigen Fälle konnten nicht bestätigt werden und 4 weitere werden noch untersucht. Die wahrscheinlichsten Infektionsorte sind die Waldgebiete von Goias (64% der Fälle), Mato Grosso do Sul (20%), Federal District (13%) und Mato Grosso (3%). Der erste bestätigte Fall von sylvatischem Gelbfieber trat am 16.12.2007 auf, der bislang letzte vermutete Fall am 25.1.2008 (ProMED).
Empfehlungen:
Gelbfieberimpfung mind. 10 Tage vor Einreise in Endemiegebiete

Vietnam
Vogelgrippe (15.2.2008) News 3035

Am 15.2.2008 hat das vietnamesische Gesundheitsministerium einen neuen Fall von humaner Vogelgrippe (Stamm H5N1) bekannt gegeben. Der Fall wurde von dem National Institute of Hygiene and Epidemiology bestätigt. Es handelte sich um einen 40jährigen Mann aus dem Gia Loc Distrikt, Provinz Hai Duong, der Symptome am 2.2.2008 entwickelte, am 8.2.2008 stationär aufgenommen wurde und am 13.2.2008 verstarb. Der Patient hatte  direkten Kontakt zu krankem und totem Geflügel. Das Gesundheitsministerium und lokale Behörden haben direkte Kontaktpersonen des Patienten, die bislang alle gesund sind, identifiziert, um sie weiter zu beobachten. Von den 103 bestätigten Fällen von humaner Vogelgrippe verliefen 49 tödlich.
Ein anderer Mann aus der nördlichen Ninh Binh Provinz starb am 14.2.2008 in einem Krankenhaus in Hanoi an Vogelgrippe. Der Tod des 27-Jährigen ist der 4. Todesfall von bislang 5 nachgewiesenen H5N1 Infektionen beim Menschen in 2008. Der 5. Patient ist ein 7-jähriges Kind aus der nördlichen Hai Duong Provinz, der zurzeit in der zentralen Kinderklinik behandelt wird. Das National Institute of Infectious and Tropical Diseases behandelt mehrere andere Patienten mit Vogelgrippe-Symptomen, deren Virustestergebnisse noch ausstehen. Alle Infektionsfälle stehen im Zusammenhang mit Kontakt zu Geflügel (ProMED).
Empfehlungen:
Der Kontakt zu lebendem oder frisch geschlachtetem Geflügel sowie zu Geflügelausscheidungen sollte vermieden werden

Indonesien
Vogelgrippe [16.02.2008]News 3034

Ein 16-jähriger indonesischer Junge  aus Zentral-Java starb an Vogelgrippe; dieses ist der 104. tödlich verlaufende Fall von 128 an Vogelgrippe Erkrankten in Indonesien – das weltweit am stärksten betroffene Land. Der Junge hatte nachgewiesenermaßen Kontakt zu Geflügel. In seinem Wohnort hielten seine Familie und Nachbarn Hühner im Hausbereich, von denen einige erkrankten und starben, bevor der Junge erste Symptome von Vogelgrippe am 3.2.2008 zeigte. Wie zuständige Behörden berichteten, schlachtete der Junge die restlichen erkrankten Hühner.
Kontakt zu Geflügel ist ein häufiger Ansteckungsweg von aviärer Influenza in Indonesien. Ein 3 Jahre alter indonesischer Junge starb am gleichen Tag an Vogelgrippe. Beide Fälle, die unabhängig voneinander auftraten, bringen die Liste der tödlichen Verläufe auf 105. Laboruntersuchungen bestätigten bei dem 3-jährigen Kind den gefährlichen H5N1-Stamm. Der Infektionsweg in diesem Fall ist aber noch unklar.
Wissenschaftler warnen vor einem möglichen Ausbruch einer globalen Vogelgrippe-Pandemie in Indonesien, wo Millionen Hühner haushaltsnah gehalten werden und medizinische Versorgungsmöglichkeiten begrenzt sind (ProMED).
Empfehlungen:

Der Kontakt zu lebendem oder frisch geschlachtetem Geflügel sowie zu Geflügel-ausscheidungen sollte vermieden werden


Indonesien
Tollwut [15.02.2008] News 3034

Auf der indonesischen Insel Flores haben sich im Laufe der letzten 2 Wochen 39 Personen mit Tollwut angesteckt. 2 der Betroffenen sind inzwischen verstorben. Damit stieg die Zahl der Tollwutopfer im Jahr 2008 auf nunmehr 4. Die 39 Fälle traten in 5 Verwaltungsdistrikten auf: 15 Fälle in Komodo, 2 in Sanonggoang, 15 in Lembor, 5 in Kuwus und 2 in Macang. Alle mit der Tollwut infizierten Personen sind von Hunden gebissen worden. Nach Angaben der örtlichen Behörden gibt es rund 200.000 Hunde auf Flores und Lembata - 50.000 von ihnen haben keinen Tollwut-Impfschutz. Die vormals tollwutfreie Insel erlebte bereits 1998 eine epidemische Entwicklung der Tollwut - eine Untersuchung der Situation blieb damals aus. Bisher sind alle Versuche von WHO-Experten gescheitert, die örtlichen Behörden von der Notwendigkeit einer umfassenden Durchimpfung der Hunde zu überzeugen. Die Behörden entschieden sich für eine Massentötung der Hunde, um eine Tollwutübertragung zu vermeiden. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass alle Maßnahmen einer Eradikation der durch Hunde übertragenen Tollwut bisher gescheitert sind oder nicht in Angriff genommen wurden (ProMED).
Empfehlungen:
Tierkontakte vermeiden. Bei tollwutverdächtigen Tierkontakten ist sofort eine medizinische Einrichtung aufzusuchen. Es besteht jedoch ein Mangel an geeigneten Impfstoffen und Immunglobulin. Risiko-Reisenden ist daher die vorbeugende Tollwutimpfung zu empfehlen.

Paraguay
Gelbfieber in Asuncion [14.02.2008] News 3033

2 Gelbfieberverdachtsfälle sind in der Nähe von Paraguays Hauptstadt Asuncion registriert worden. Einer der Patienten ist an der Krankheit verstorben. Der Leiter des Gesundheitsministeriums erklärte, dass 2 „stadtnahe Fälle von Gelbfieber für San Lorenzo gegebenenfalls bestätigt werden können“. Die betroffene Stadt liegt in 20 km Entfernung von Asuncion. Am 8. Januar 2008 war ein 25-jähriger Bewohner von San Lorenzo offenbar an Gelbfieber verstorben. Sein 39-jähriger Nachbar ist schwer erkrankt und wird in einer Klinik von Asuncion behandelt. Wenn sich der Verdacht auf Gelbfieber in beiden Fällen bestätigen sollte, so wären sie die ersten Fälle eines städtischen oder urbanen Gelbfiebers in Paraguay und in Südamerika überhaupt. Alle 5 vorherigen Gelbfieberfälle, die vom Gesundheitsminister Paraguays seit Beginn des Jahres 2008 registriert wurden, haben sich in ländlichen Gebieten im zentralen Bundesstaat San Pedro zugetragen. Als Gegenmaßnahme entsandten die Behörden zahlreiche Mitarbeiter des Sanitätsdienstes, um eine Impfung der in räumlicher Nähe zu den Erkrankten lebenden Menschen zu veranlassen. Darüber hinaus wurde die Bevölkerung aufgerufen, die Brutplätze der Überträgermücke Aedes aegypti zu beseitigen - diese kann sowohl Gelbfieber wie auch Dengue-Fieber übertragen. Im Jahr 2007, während des letzten Ausbruchs des Dengue-Fiebers, wurden insgesamt 27.000 Menschen mit der Krankheit infiziert. 17 der Erkrankten sind am Dengue-Fieber verstorben (ProMED).
Empfehlungen:
Durchführung einer Gelbfieberimpfung spätestens 10 Tage vor Einreise.

Indonesien
Vogelgrippe-Situation WHO-Update 39 [12.02.2008] News 3032

Das Gesundheitsministerium Indonesiens hat einen neuen Fall einer Infektion mit dem H5N1-Vogelgrippevirus beim Menschen bekannt gegeben. Am 2. Februar 2008 entwickelte ein 15-jähriges Mädchen aus West-Jakarta im Verwaltungsgebiet Jakarta Symptome einer Infektion. Sie wurde am 8. Februar 2008 in ein Krankenhaus eingewiesen, wo sie sich seitdem in Behandlung befindet. Ihr Zustand wird als kritisch beurteilt. Die Patientin ist die Tochter einer einer 38-jährigen Frau, bei der vor kurzer Zeit ebenfalls eine Infektion mit der Vogelgrippe bestätigt worden war. Die Mutter, die am gleichen Wohnort in West-Jakarta wohnte, entwickelte am 23. Januar 2008 Symptome einer Vogelgrippeinfektion. Die Untersuchungen zur Ermittlung der Infektionsquelle dauern noch an. Die Tochter hatte zwischen dem 27. und 28. Januar 2008 engeren Kontakt mit ihrer kranken Mutter. Darüber hinaus verbrachte sie Zeit in der Nachbarschaft, wo Hühner und andere Vögel gehalten werden. Dem Geflügel wurden Proben entnommen. Die noch andauernden Untersuchungen sollen ergeben, ob die Vögel in diesem Fall als Infektionsherd angesehen werden können. Von den bis heute mittlerweile 127 bestätigten Fällen der Vogelgrippe beim Menschen in Indonesien verliefen 103 tödlich (ProMED).
Empfehlungen:
Der Kontakt zu lebendem oder frisch geschlachtetem Geflügel sowie zu Geflügel-ausscheidungen sollte vermieden werden.

Singapur
13 mögliche Fälle von Chikungunya-Fieber [12.02.2008] News 3031

In einem begrenzten Gebiet Singapurs sind 13 mögliche Fälle von Chikungunya-Fieber aufgetreten. Möglicherweise wurde das Chikungunya-Virus durch Moskitos übertragen, da keine Reisebewegungen zwischen den Erkrankungsfällen registriert wurden und sich die Verbreitung auf eine kleine geographische Region Singapurs beschränkt. 2 neue Fälle seit dem letzten Update legen nahe, dass sich die Virusübertragung im Januar 2008 fortgesetzt hat. Schon im Januar 2008 hatte das Gesundheitsministerium Singapurs begonnen, die Überträgermücke Aedes chikungunya durch strikte Beseitigung der Brutplätze zu bekämpfen (ProMED).
Empfehlungen:
Ganztägigen Mückenschutz beachten. Bei fieberhaften Infekten nach Aufenthalt in Chikungunya-Risikogebieten sollte eine tropenmedizinische Spezialdiagnostik durchgeführt werden.

Australien
Dengue-Fieber [11.02.2008] News 3030

Die Gesundheitsbehörden von Queensland haben 2 Dengue-Fieber-Fälle bestätigt, die sich im Ort Mossman in der Nähe von Port Douglas zugetragen haben. Die letzten Ausbrüche in der Region ereigneten sich zwischen den Jahren 1997 und 1999, als insgesamt 498 Personen in der Gegend um Cairns infiziert worden waren. Die Bevölkerung von Queensland wurde von den örtlichen Behörden aufgefordert, Schutzmaßnahmen zur Eindämmung der Überträgermücke zu ergreifen: Neben der Verwendung von mückenabweisenden Mitteln sollen alle potentiellen Mückenbrutplätze in der Nähe des Hauses beseitigt werden. Alle Gegenstände, in denen sich Wasser sammeln kann [z.B. Eimer, Regentonnen, Topfpflanzen und verstopfte Regenrinnen] sollten abgedeckt oder trockengelegt werden.
Empfehlung:
Ganztägig Mückenschutz beachten. Beseitigung oder Abdeckung von Wasserreservoirs (Regentonnen o.ä.) im Wohnumfeld.

Brasilien
Dengue-Fieber Update [11.02.2008] News 3029

Nach den Angaben des brasilianischen Gesundheitsministeriums wurden im Jahr 2007 insgesamt 559.954 Fälle von Dengue-Fieber registriert. Bei 1.541 von ihnen wurde Dengue-hämorrhagisches-Fieber (DHF) diagnostiziert. Es wurden 158 Todesfälle gemeldet. Im Vergleich dazu verstarben im Jahr 2006 insgesamt 76 Personen an einer Dengue-Infektion. Das bedeutet einen neuen Jahreshöchststand, die bisher größte Anzahl an Todesopfern wurde im Jahr 2002 beklagt - damals waren im Jahresverlauf 150 Menschen an der Erkrankung verstorben. Im Jahr 2007 haben sich 86 Prozent der Betroffenen in den Bundesstaaten Ceara, Rio, Maranhao, Pernambuco, Amazonas, Mato Grosso do Sul, Piaui, Goias, Alagoas, Paraiba, und Rio Grande do Norte mit der Krankheit angesteckt. Die benannten Staaten machen 64 Prozent der gesamten Todesrate aus. Im Bundesstaat Sao Paulo wurden mit 82.912 Fällen die meisten Erkrankten gezählt. In Rio gab es mit 29 Verstorbenen die meisten Todesfälle. Die Hauptstadt des Bundesstaates Mato Grosso do Sul, Campo Grande, war mit 45.515 Betroffenen die Stadt mit den meisten registrierten Dengue-Fällen im Jahr 2007. Die höchste Dengue-Fieber Inzidenz hat die Central-Eastern-Region Brasiliens. Dort gab es eine Erkrankungsrate von 827 Fällen auf 100.000 Einwohner. Die Prognose für 2008 scheint jedoch positiver beurteilbar. Waren im Januar 2007 noch 19.731 infiziert worden, waren im Vergleichsmonat Januar 2008 nur 30 Personen betroffen (ProMED).
Empfehlung:
Ganztägig Mückenschutz beachten. Beseitigung oder Abdeckung von Wasserreservoirs (Regentonnen o.ä.) im Wohnumfeld.

Peru
Dengue-Fieber-Update [11.02.2008] News 3028

In Peru lässt sich ein Anstieg der Dengue-Fieber-Fallzahlen beobachten. Besonders in der Region Loreto lässt sich für die ersten 3 Wochen des Jahres 2008 eine epidemische Entwicklung feststellen. Während der 3. Januarwoche haben alle 49 Distrikte von Loreto Dengue-Fälle registriert. Das sind 16 Distrikte mehr als eine Woche vorher. Die Regionen Jaen (14 neue Fälle) und Madre de Dios (8 neue Fälle) zeigen jedoch im Vergleich mit der 1. Januarwoche 2008 einen Rückgang bei den Fallzahlen. In Ucayali gab es seine Gesamtzahl von 100 Fällen - gegenwärtig wurden noch weiter Fälle gemeldet. In der San Martin Region wurden 54 Fälle eines klassischen Dengue-Fiebers beobachtet, während in Lima-City 3 mögliche Erkrankungsfälle registriert wurden. Die Gesundheitsbehörden haben Pläne zur Eindämmung der Überträgermücke in den betroffenen Regionen entwickelt. Darüber hinaus wurden epidemiologische Untersuchungen der Entwicklung veranlasst. Laborergebnisse bei den Verdachtsfällen stehen noch aus (ProMED).
Empfehlung:
Ganztägig Mückenschutz beachten. Beseitigung oder Abdeckung von Wasserreservoirs (Regentonnen o.ä.) im Wohnumfeld.

Venezuela
Dengue-Fieber-Update [11.02.2008] News 3027

Nach Angaben des Direktors des staatlichen Gesundheitssystems wurden im Januar 2008 auf der Isla Margarita - Bundesstaat Nueva Esparta - 221 Dengue-Fieber-Fälle registriert. Die meisten der Fälle traten in den Gemeinden Gomez, Diaz und Marcano auf. Darüber wurde auch im Bundesstaat Falcon der 1. Fall des Jahres 2008 gezählt. Generell sind vor allem die private Bevorratung von Wasser und Probleme mit dem städtischen Abfallsystem ursächlich für die Probleme: Vor allem nach Regenfällen entwickeln sich Pfützen und somit ideale Brutplätze für die Überträgermücken. Hinsichtlich des derzeitigen starken Anstiegs der Erkrankungsrate erklärt sich die Regierung bereit, ein Notfallkommitee zu bilden. Dieses soll eine Verringerung der Fallzahlen in kurzer Zeit erreichen (ProMED).
Empfehlung:
Ganztägig Mückenschutz beachten. Beseitigung oder Abdeckung von Wasserreservoirs (Regentonnen o.ä.) im Wohnumfeld.

Russische Föderation
Botulismus [11.02.2008] News 3026

Aus Surgut in der Verwaltungsregion Tyumen wurden in den letzten Tagen 13 Fälle von Botulismus gemeldet. 1 Person ist an der Intoxikation verstorben. Infektionsquelle war der Verzehr von hausgemachten Fischprodukten, die aufgrund ihrer geringer Qualität nicht zum Verzehr geeignet waren. Der Zustand von 2 weiteren Betroffenen ist als sehr ernst einzustufen, sie werden künstlich beatmet. Darüber hinaus leidet im Verwaltungsbezirk Buryatia ein 12-jähriges Mädchen an dieser Vergiftungsform. Sie wurde am 4. Februar 2008 mit Botulismus in ein örtliches Krankenhaus eingeliefert und befindet sich weiterhin in einem extrem kritischen Zustand. Hier ist nach Regierungsangaben hausgemachter, eingesalzener Omul-Fisch die Infektionsquelle. Omul ist ein regional bekannter Fisch - eine Spezialität aus dem Baikalsee. Die Gesundheitsbehörden warnen die Bevölkerung nun vor dem Kauf von Fisch von privaten Anbietern und dem eigenständigen Einsalzen des Lebensmittels im Haushalt. Vor einigen Jahren war die Anzahl der registrierten Fälle höher. Die Botulismus-Rate belief sich 1999 auf insgesamt 189 Fälle (davon 20 Todesfälle). Im Jahr 2001 gab es 158 Fälle (einschließlich 13 Todesfälle), im Jahr 2002 wurden 140 Vergiftungsfälle (darunter 8 Tote) registriert. Die Inzidenz von Botulismus während der letzen Jahre belief sich auf einen jährlichen Durchschnitt von 20-40 Fällen mit 1-2 Verstorbenen. Neben der klassischen Form des Botulismus durch eine Lebensmittelvergiftung mit dem Toxin Clostridium botulinum kommen auch Formen des Wund-Botulismus und gastrointestinale Formen bei Kindern vor (ProMED).
Empfehlung:
Auf den Genuss selbsthergestellter Konserven, Einweck- oder Räucherprodukte sollte grundsätzlich verzichtet werden.

Indien
Undiagnostizierte Erkrankungen in Manipur [09.02.2008] News 3025

Eine bisher undiagnostizierte Infektion hat seit November 2007 bei mehreren Personen schwere Erkrankungsverläufe hervorgerufen. Eine Person ist inzwischen verstorben. Die Erkrankung ging zunächst vom Ort Kuilong in Grenznähe zum Nagaland aus. Sie verbreitete sich in benachbarten Ortschaften wie Lemta, Dulong und Makuilong. Die Symptome der Infektion schließen starke Gelenk- und Magenschmerzen ein. Die Behörden haben ihre Untersuchungen zu den Fällen bisher noch nicht abgeschlossen. Gegenwärtig werden 2 Erkrankte des Dorfes behandelt - ihr Zustand wird als kritisch bezeichnet. Seit Ausbruch der unbekannten Krankheit wurden insgesamt 35 Personen im lokalen Krankenhaus behandelt. Ein Vertreter der örtlichen Gemeinde berichtete, dass die bisher Erkrankten das Krankenhaus ohne vollständige Genesung verlassen hätten und bei Rückkehr in das Dorf erneut erkrankt seien (ProMED).
Empfehlungen:
Da die Ursache der Erkrankung noch nicht feststeht, sollten vor allem grundsätzliche Punkte wie Hygiene, Insektenschutz und die Vermeidung von Kontakten mit Erkrankten beachtet werden. Nahrungs- und Trinkwasserhygiene beachten - keine Lebensmittel auf der Straße kaufen. Darüber hinaus sollte Tierkontakt vermieden werden.

Tansania
Gelbfieber [08.02.2008] News 3024


Tansania hat vor kurzem seine Einreisebestimmungen geändert: Einreisende Personen, die aus Gelbfieber-Endemiegebieten nach Tansania kommen, müssen bei Landeseintritt eine Impfung gegen Gelbfieber nachweisen können. Dies betrifft auch Transitreisende, die über den Jomo-Kenyatta-International-Airport weiterreisen. Das Ministerium für Gesundheit und Soziales meldet aus dem Hauptquartier in Dar Es Salaam, dass die im Jahr 2001 abgeschafften "Health Surveillance Desks" inzwischen an allen Grenzen, Häfen und an den internationalen Flughäfen erneut eingerichtet wurden. Gewöhnlich müssen Personen, die direkt aus Europa nach Tansania einreisen, keine Impfung gegen Gelbfieber nachweisen. Da Tansania jedoch auch zu den Gelbfieber-Endemiegebieten zählt, wird allen Einreisenden dringend ein Impfschutz gegen Gelbfieber angeraten.
Der Gesundheitsminister Tansanias ließ verlauten, dass für eine Einreise nach Tansania nach und nach und - ungeachtet der Reiseroute - für alle Reisenden eine Gelbfieberimpfpflicht gelten werde.
Empfehlungen:
Reisende sollten sich spätestens 10 Tage vor Reiseantritt gegen Gelbfieber impfen lassen.

Philippinen
Dengue-Fieber in Cebu [06.02.2008] News 3023


Die Stadt Cebu hat hinsichtlich des Dengue-hämorrhagischem-Fiebers die höchste Sterblichkeitsrate auf den ganzen Philippinen. Das Gesundheitsministerium berichtete, dass von den im Jahr 2007 registrierten 6.640 Dengue-Fällen in Central Visayas insgesamt 148 Patienten an der Krankheit verstorben sind. Die Sterblichkeitsrate beträgt 2,2 Prozent. Von den 10 Regionen mit den meisten Dengue-Fällen gehören allein 7 zur Provinz Cebu. Die Stadt Cebu-City steht mit 1.600 Fällen an der Spitze der Regionen mit den meisten Dengue-Fällen, gefolgt von Tagbilaran-City. Den 3. Platz nimmt Mandaue-City mit bisher insgesamt 355 registrierten Erkrankten und 14 Todesfällen ein (ProMED).

Paraguay
Der erste Gelbfieber-Todesfall seit 100 Jahren [05.02.2008] News 3022

Das Gesundheitsministerium in Paraguay hat den ersten Gelbfieber-Toten seit 100 Jahren bestätigt. Es handelte sich um einen 24-jährigen Mann aus dem ländlichen Gebiet um San Estanislao. Dieses liegt 200 km nördlich der Hauptstadt Asuncion, im bewaldeten Bezirk von San Pedro. Es gibt vier weitere Verdachtsfälle. Das Gebiet wurde unter Quarantäne gestellt, darüber hinaus wurde die Zerstörung der Moskitonistplätze eingeleitet. 500.000 Personen aus der Gegend wurden gegen Gelbfieber geimpft. Spezialisten des Gesundheitsministeriums vermuten, dass aufgrund der Waldbrände im Jahr 2007, die tausende Hektar Land zerstört haben, Affen und Überträgermücken in stärker besiedelte Gebiete abgewandert sind. Der Direktor der Gesundheitsüberwachung sagte, dass der letzte Gelbfieber-Fall des Landes sich vor 30 Jahren ereignet habe. Der letzte Todesfall war im Jahr 1904 (ProMED).
Empfehlungen:
Reisende sollten sich spätestens 10 Tage vor Reiseantritt gegen Gelbfieber impfen lassen.

Indien
Anthrax-Todesfälle in Orissa [05.02.2008] News 3021

Aus offiziellen Quellen wird berichtet, dass innerhalb der letzten 10 Tage in den Gebieten Sunabeda und Semiliguda des Bezirks Koraput, Provinz Orissa, 4 Personen vermutlich an Anthrax verstorben sind. Während ein Bewohner Pangifudas in Sunabbeda nach dem Verzehr von verdorbenem Fleisch verstarb, kamen 3 weitere Personen aus dem Dorf Luhaba in Semiliguda ums Leben, nachdem sie verdorbenes Rindfleisch gegessen hatten. Da die Verstorbenen Komplikationen aufwiesen, die nach einer Infektion mit Anthrax auftreten, wurden alle Tiere in besagten Dörfern und ihrer Umgebung im Rahmen einer Vorsichtsmassnahme gegen Anthrax geimpft. Es gibt weitere unbestätigte Berichte über Anthrax-Fälle in Midnapore, West-Bengalen, westlich von Kolkata (Calcutta), und aus der Nähe von Malda, welches im Norden von West-Bengalen an der Grenze zu Bangladesch liegt. Gewöhnlich haben die im Osten gelegenen Bundesstaaten Indiens entlang der bengalischen Küste die höchste Anthrax-Rate beim Menschen und bei Nutztieren (ProMED).
Empfehlung:
Nahrungsmittelhygiene beachten und kein Fleisch unbekannter Herkunft verzehren. Auch Tierkontakte sollten vermieden werden.

Argentinien
Gelbfieber bei Affen [05.02.3008] News 3020

Nachdem im Reservoir Pinalito in San Pedro 14 verendete Affen aufgefunden worden waren, wurde eine massive Impfung gegen Gelbfieber eingeleitet. Untersuchungen ergaben, dass eine Vergiftung der Affen unwahrscheinlich ist. Eine Probe von einem der verendeten Affen wurde an das virologische Institut in Pergamino entsandt. Das Laborergebnis wird in 25-30 Tagen vorliegen. In den südamerikanischen Wäldern ist das Sterben von Affen ein klassischer Indikator für die Ausbreitung des Gelbfiebers. Die Regierung hat 10.000 Dosen des Gelbfieber-Impfstoffs nach San Pedro und 10.000 nach Puerto Iguaçu geschickt. An der Brücke, die Argentinien mit Brasilien verbindet und die sich in der Nähe der Iguaçu-Fälle befindet, wurden Impfstationen eingerichtet. Im Krankenhaus in Puerto Iguaçu und in der Provinzhauptstadt Posada wurden in der letzten Woche 2.000 Personen gegen Gelbfieber geimpft. In Puerto Iguaçu gehen Impfärzte von Haus zu Haus. Als Vorsichtsmaßnahme werden auch Touristen geimpft. Ebenfalls werden alle 300 Parkangestellten der Iguaçu-Fälle geimpft. Die letzten Impfkampagnen gegen Gelbfieber sind in dieser Gegend in den Jahren 2001, 2002 und 2003 durchgeführt worden (ProMED).
Empfehlungen:
Reisende sollten sich spätestens 10 Tage vor Reiseantritt gegen Gelbfieber impfen lassen.

Brasilien
Gelbfieber-Update [05.02.2008] News 3019

Das Gesundheitsministerium hat neue Fälle von Gelbfieber bestätigt, einen in Mato Grosso do Sul und einen weiteren im Bundesstaat Goias. Im Jahr 2008 wurden in Brasilien bislang 49 Verdachtsfälle registriert, von denen 25 bestätigt wurden. In 21 Fällen hat sich der Gelbfieber-Verdacht jedoch nicht bestätigt. In 3 Fällen ist die Diagnostik noch nicht abgeschlossen. Die 13 Todesfälle im Jahr 2008 entsprechen der Gesamtzahl der Fälle mit tödlichem Ausgang in den vergangenen 4 Jahren. 12 ereigneten sich im Bundesstaat Goias, und einer im Distrikt der Landeshauptstadt Brasilia. Das Gesundheitsministerium hat seit Dezember 2007 11.471.000 Dosen Gelbfieber-Impfstoff ausgegeben, 1.408.837 wurden im Distrikt der Bundeshauptstadt und 2.423.784 im Bundesstaat Goias verteilt. Wie das Sekretariat der staatlichen Gesundheitsbehörde im Bundesstaat Sao Paulo bestätigte, wurden im 485 km nordwestlich von Sao Paolo gelegenen Mendonca 2 an Gelbfieber verendete Affen aufgefunden. Es wird vermutet, dass landesweit 37 Affen an Gelbfieber verendet sind (ProMED).
Empfehlung:
Reisende sollten sich spätestens 10 Tage vor Reiseantritt gegen Gelbfieber impfen lassen.

Indonesien
Vogelgrippe-Update [04.02.2008] News 3018

Eine 29-jährige Frau ist in Indonesien an der Vogelgrippe gestorben. Damit stieg die Zahl der in dem südostasiatischen Land bisher an dem Virus Verstorbenen auf insgesamt 103. Die Frau aus Tangerang - westlich der indonesischen Hauptstadt Jakarta - verstarb am 2. Februar 2008, nachdem Sie bereits eine Woche im Persahabatan-Hospital der Stadt behandelt worden war. In der Nachbarschaft des Wohnortes der Frau wurden Hühner gehalten, die genaue Infektionsquelle bleibt vorerst jedoch unklar. Die Verstorbene ist der 8. Vogelgrippe-Todesfall des Jahres 2008 in Indonesien. Einige Experten sehen in den feuchten Wetterverhältnissen und den ungünstigen hygienischen Bedingungen während der Regenperiode Gründe für den starken Anstieg der Infektionsrate. Der Kontakt mit erkrankten Hühnern ist der häufigste Übertragungsweg der Vogelgrippe, die in weiten Teilen der Geflügelbestände Indonesiens endemisch ist.
Darüber hinaus berichtet das Ministerium von einem weiteren Fall, bei dem eine 38-jährige Frau positiv auf das Vogelgrippe-Virus getestet wurde. Die Erkrankte wurde in Persahabatan behandelt. Damit stieg die Anzahl der an der Vogelgrippe Erkrankten im Land auf insgesamt 126 Personen. 103 Erkrankte sind an der Infektion gestorben - damit bleibt Indonesien das Land mit den meisten Todesfällen, die auf eine Infektion mit der Vogelgrippe zurückzuführen sind. Die meisten der Erkrankungs- und Todesfälle ereigneten sich in der Region Jakarta (ProMED).
Empfehlungen:
Der Kontakt zu lebendem oder frisch geschlachtetem Geflügel sowie zu Geflügel-ausscheidungen sollte vermieden werden.

Hongkong (China)
Chikungunya-Fieber [01.02.2008] News 3017

Das Zentrum für Gesundheitsschutz in Hongkong bestätigte den ersten Fall von importiertem Chikungunya-Fieber im Jahr 2008. Es handelt sich um eine 34-jährige Frau, die sich vom 20. Dezember 2007 bis zum 10. Januar 2008 in Sri Lanka aufgehalten hatte. Am 27. Dezember traten bei ihr Fieber und Gelenkschmerzen auf. Die Patientin war bei einem niedergelassenen Arzt in medizinische Behandlung und ist inzwischen genesen. Die Laborresultate vom 30. Januar belegen, dass es sich um eine Infektion mit dem Chikungunya-Virus handelt. Die Krankheit wird durch die Aedes-Mücke übertragen. Symptome sind Fieber, Kopf- und Gelenkschmerzen. Epidemien sind in Afrika, Asien und auf den Inseln im Indischen Ozean aufgetreten. Dem Bericht konnte nicht entnommen werden, ob Chikungunya-Virus-Vektoren (Aedes spp.) vorkommen und in Hongkong derzeit aktiv sind. Dies wäre ein Indiz für eine fortbestehende Ansteckungsgefahr durch die bisher Erkrankten oder Personen, die die Krankheit importieren könnten (ProMED).
Empfehlungen:
Ganztägigen Mückenschutz beachten. Beseitigung oder Abdeckung von potentiellen Brutstätten Wasserreservoirs (Regentonnen o.ä.) im Wohnumfeld.
Bei fieberhaften Infekten nach Aufenthalt in Chikungunya-Risikogebieten sollte eine tropenmedizinische Spezialdiagnostik durchgeführt werden.

Moldau
Mumps-Epidemie [01.02.2008] News 3016

Seit Beginn des Jahres wurden mehr als 2.000 Fälle von Mumps aus Kishinev, dem autonomen Distrikt Gagauzsky, aus Ungensky, Orgeevsky und aus anderen Gebieten der Republik Moldawien gemeldet. Am stärksten betroffen ist die Altersgruppe der 12-19-jährigen. Die Ursache hierfür ist der Umstand, dass viele Kinder der Jahrgänge zwischen 1986 und 1994 - geboren direkt nach der Perestroika - aus verschiedenen Gründen keine Mumpsimpfung erhielten. In Pridnestrovye wurden ebenfalls 16 Fälle von Mumps registriert. In 5 Fällen trat die Infektion bei Personen auf, die vor kurzem aus Moldawien eingereist waren. Im Falle eines Epidemierisikos wird eine Not-Impfkampagne durchgeführt (ProMED).
Empfehlung:
Impfschutz gegen Masern, Mumps und Röteln empfohlen. Jeder ≤ 40 Jahren sollte zweimal gegen MMR geimpft sein.

Saudi-Arabien
Dengue-Fieber [31.01.2008] News 3015

Im Januar 2008 hat die Gesundheitsbehörde in Jeddah 16 bestätigte Fälle von Dengue-Fieber registriert. Im Jahr 2007 wurden laut Auskünften der Gesundheitsbehörde von Jeddah insgesamt 342 Fälle von Dengue-Fieber gemeldet. Die Ausbreitung des Dengue-Fiebers wird mit stehenden Gewässern in Verbindung gebracht, die in den Wintermonaten mehr Wasser führen. Auch Anwohner, welche Wasser in Zisternen sammeln, stellen eine Risikogruppe bei der Übertragung des Dengue-Fiebers dar (ProMED).
Empfehlung:
Ganztägig Mückenschutz beachten. Beseitigung oder Abdeckung von Wasserreservoirs (Regentonnen o.ä.) im Wohnumfeld.

Indonesien
Vogelgrippe Update [31.01.2008] News 3014

Das indonesische Gesundheitsministerium hat weitere 4 Fälle einer H5N1-Vogelgrippe- Infektion beim Menschen bestätigt. 2 der Fälle verliefen tödlich. Es besteht keinen Hinweis für einen epidemiologischen Zusammenhang bei den Fällen. Die aktuellen Fälle wurden aus Ost- Jakarta in der Provinz Jakarta (2 Fälle), aus dem Regierungsbezirk Depok in West Java (1 Fall) und aus dem Bezirk Tangerang in Banten (1 Fall) gemeldet. Von den bisher 124 bestätigten Fällen in Indonesien verliefen ingesamt 101 tödlich (ProMED).
Empfehlungen:
Der Kontakt zu lebendem oder frisch geschlachtetem Geflügel sowie zu Geflügel-ausscheidungen sollte vermieden werden.

Kolumbien
Dengue-Fieber [30.01.2008] News 3013

Das nationale Institut für Gesundheit zeigt sich besorgt über den Anstieg der Dengue-Fieber Fälle in Kolumbien. Der Anstieg vollzieht sich ungeachtet der von den Gesundheitsbehörden durchgeführten Präventionsmaβnahmen und den Kampagnen zur Aufklärung der Bevölkerung. Die von den Gesundheitsbehörden ermittelten Daten zeigen für das Jahr 2007 eine Zunahme der Fallzahlen um 10 Prozent. Insgesamt hat es 3.694 Erkrankte mehr gegeben als im Jahr 2006. Im gesamten Jahr 2007 wurden 42.536 Dengue-Fieber-Fälle registriert, im Vergleichsjahr 2006 waren es 38.842 Fälle. Besonders die Städte Yopal, Medellin, Cucuta, Villavicencio, Valledupar, Santa Marta und Cartagena waren vom Vorkommen der Überträgermücke betroffen. Trotz der allgemeinen Zunahme der Erkrankungsfälle hat es insgesamt weniger Todesfälle durch das Dengue-Fieber gegeben. Im Jahr 2007 sind 19 Menschen an der Erkrankung verstorben, im Jahre 2006 wurden noch über 50 Tote registriert (ProMED).
Empfehlung:
Ganztägig Mückenschutz beachten. Beseitigung oder Abdeckung von Wasserreservoirs (Regentonnen o.ä.) im Wohnumfeld.

Venezuela
Dengue-Fieber [30.01.2008] News 3012

In Zulia ist die Anzahl der Erkrankungen an Dengue-Fieber von 8.181 im Jahr 2006 auf 18.405 im Jahr 2007 angestiegen. In ganz Venezuela gab es 2007 77.269 Fälle eines klassischen Dengue-Fiebers und Dengue-hämorrhagischen-Fiebers (DHF). Dieses bedeutet einen Anstieg um 94 Prozent. Somit handelt es sich gemäß den Statuten des Ministeriums für öffentliche Gesundheit um eine Epidemie. Die Fälle in Zulia machen 24 Prozent aller nationalen Erkrankungen aus. Regional haben die Fälle von Dengue-Fieber um 125 Prozent zugenommen. Die Existenz diverser Serotypen des Dengue-Fieber Virus erhöhen das Risiko eines regionalen Ausbruchs von DHF. Hier weist Zulia mit 1.346 der insgesamt 6.145 Fälle in Venezuela den größten Anteil auf. Die WHO vermutet, dass der Anstieg der Erkrankungen auf die klimatischen Auswirkungen von El Nino zurückzuführen ist (ProMED).
Empfehlung:
Ganztägig Mückenschutz beachten. Beseitigung oder Abdeckung von Wasserreservoirs (Regentonnen o.ä.) im Wohnumfeld.

Philippinen
Typhus-Ausbruch [28.01.2008] News 3011

Berichte der örtlichen Gesundheitsbehörden von Bayombong vom 26. Januar 2008 belegen, dass sich seit dem 21. Januar allein in Sitio Logpon mindestens 80 Personen mit Typhus infiziert haben. Der Ort gehört zu der hauptsächlich von Einheimischen bewohnten Gebirgsstadt Kasibu in Barangay, Bezirk Kongkong.
Wegen Typhus sind mehr als 100 Bewohner des Ortes Kisulad in verschiedene Krankenhäuser eingewiesen worden. Nach den Ergebnissen der Labordiagnostik konnten Mitarbeiter des Gesundheitsdienstes die Prävalenz der Krankheit bestätigen, die hauptsächlich auf kontaminiertes Trinkwasser zurückzuführen ist. Kisulad ist ein Küstenort, die meisten Einwohner beziehen ihr Trinkwasser aus Oberflächenbrunnen.
Auch in Catanduanes gab es vom 1. Dezember 2007 bis zum 9. Januar 2008 einen Anstieg der Typhus-Verdachtsfällen auf insgesamt 115 Betroffene. Im Vergleich zu den Vorjahren ist ein deutlicher Anstieg der Typhus-Verdachtsfälle zu verzeichnen. Im Jahr 2006 wurden 26 Fälle registriert und Jahr 2005 nur 9 Fälle (ProMED).
Empfehlungen:
Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene beachten. Durchführung einer Typhusimpfung.

Brasilien
Dengue-Fieber in Ceara[30.01.2008] News 3010

Die Zahlen der vom brasilianischen Secretariat of Health (SESA) bestätigten Fälle eines klassischen Dengue-Fiebers haben sich praktisch vervierfacht. Inzwischen wurden 140 neue Fälle registriert, die Gesamtzahl der vom Sekretariat bestätigten Fälle ist von 52 auf 192 Fälle angestiegen. Vom 1. Januar 2008 bis heute wurden in 58 Verwaltungsbezirken 458 Dengue-Verdachtsfälle registriert. Von diesen wurden 192 Fälle durch eine Labordiagnostik bestätigt, allein 20,6 Prozent der Fälle wurden in den Bezirken von Ceara registriert (ProMED).
Empfehlung:
Ganztägig Mückenschutz beachten. Beseitigung oder Abdeckung von Wasserreservoirs (Regentonnen o.ä.) im Wohnumfeld.

Philippinen
Dengue-Fieber Update [30.01.2008] News 3009

Die Gesundheitsbehörden registrieren eine alarmierende Zunahme von Dengue-Fieber Infektionen auf den Philippinen. In den ersten 12 Tagen des Jahres 2008 verstarben insgesamt 5 Personen an der Krankheit. Die registrierten Dengue-Fälle am San Lazaro Hospital in Manila haben sich vom 1.-12. Januar auf insgesamt 380 Erkrankungen gehäuft, das ist ein Anstieg um 211 Prozent im Vergleich zum Untersuchungszeitraum im Vorjahr. In das San Lazaro Hospital als spezialisiertes medizinisches Zentrum werden Dengue-Fälle aus der gesamten Hauptstadtregion Manilas eingewiesen. Der starke Anstieg der Erkrankungsrate in der Metropolregion könnte mit den ungewöhnlichen Wetterverhältnissen des Landes in Verbindung gebracht werden. Da es in den vergangenen Tagen zu starken Regenfällen kam, könnte sich sie Überträgermücken stark verbreitet haben.
Auch in Valenzuela wurde in den ersten 3 Wochen des Jahres 2008 ein steiler Anstieg der Erkrankungszahlen beobachtet - hier gab es einen starken Ausschlag um 90 Prozent der berichteten Fallzahlen im Vergleich zum selben Zeitraum im Jahr 2007. Die Verwaltung von Valenzuela City hat vom 1.-19. Januar 2008 bereits 25 Dengue-Fälle registriert, die meisten in den Wohngebieten Rincon and Gen T de Leon in Barangay (ProMED).
Empfehlung:
Ganztägig Mückenschutz beachten. Beseitigung oder Abdeckung von Wasserreservoirs (Regentonnen o.ä.) im Wohnumfeld.

Singapur
Chikungunya-Fieber Update [28.01.2008] News 3008

In Singapur hat es einen weiteren Fall von Chikungunya-Fieber gegeben. Damit ist die Gesamtzahl der bisher registrierten Erkrankten auf 11 Personen gestiegen. Bei dem aktuell Betroffenen aus Singapur wurde die Erkrankung am 25. Januar 2008 festgestellt. Der Erkrankte hatte einige Zeit in der Little-India-Area zugebracht, weitere Reisen hatte er gegenwärtig nicht unternommen. Die ersten 10 Fälle der durch Moskitos übertragenen Krankheit stehen allesamt in Verbindung mit der Clive-Street Gegend in Little India. Seit dem 14. Januar stellte die Regierung insgesamt 1795 Personen in einem Radius von 150 m rund um die betroffene Region unter Beobachtung.
Die Bewohner und Hausbesitzer wurden angewiesen, ihre Grundstücke täglich zu überprüfen und stehende Wasserstellen zu beseitigen, in denen sich die Moskitos vermehren können. Mit dem Chikungunya-Virus Infizierte wurden aufgefordert zu Hause zu bleiben, damit eine das Risiko einer weiteren Verbreitung verringert werden kann. Personen, die sich aktuell in der betroffenen Gegend Clive Street aufgehalten haben wird ein Arztbesuch empfohlen (ProMED).
Empfehlungen:
Ganztägigen Mückenschutz beachten. Bei fieberhaften Infekten nach Aufenthalt in Chikungunya-Risikogebieten sollte eine tropenmedizinische Spezialdiagnostik durchgeführt werden.

Vereinigte Staaten von Amerika
Pest in New Mexico [27.01.2008] News 3007

Bei dem ersten im Jahr 2008 bestätigten Pestfall handelt es sich um einen 50jährigen Mann.
Der Patient wurde in einem Krankenhaus behandelt und erholt sich inzwischen zu Hause.
Vermutlich hat sich der Mann die Pest einige Tage vor seiner Erkrankung bei der Kaninchenjagd und beim Abhäuten zugezogen. Die Gesundheitsbehörde berichtete von 8 weiteren Fällen, in denen Menschen potentiell mit dem Erreger von Lungenpest, einer gefährlichen Form der Pest, in Kontakt gekommen sein könnten: Im Bezirk Santa Fe war bei einer Katze Lungenpest aufgetreten - das Tier verendete. Alle 8 Personen, die potentiell infiziert sein könnten, erhalten derzeit präventiv Antibiotika, um einer Lungenpest vorzubeugen.
Bei der Pest handelt es sich um eine bakterielle Erkrankung, die bei Nagetieren vorkommt. Sie wird in der Regel durch Flohbisse auf den Menschen übertragen. Sie kann aber auch durch direkten Kontakt mit den infizierten Tieren übertragen werden. Die Erkrankung tritt bei den meisten Menschen 2-7 Tage nach der Ansteckung auf. Die Lungenpest ist eine Form der Erkrankung, welche auch direkt von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. Aus New Mexico wurden im Jahr 2007 insgesamt 5 Pestfälle beim Menschen gemeldet, wovon einer tödlich verlief. Im Jahr 2006 gab es in dem Bundesstaat 8 Fälle mit 3 Todesopfern. 2005 wurden 4 Fälle bestätigt (ProMED).
Empfehlungen:
Risiko für Reisende gering. Insektenabweisende Mittel gegen Stechmücken sind in der Regel auch zum Schutz vor dem Pestfloh geeignet.

Indien
Importierte Malaria von Goa nach Europa [24.01.2008] News 3006

Eine 55-jährige Schwedin war zwei Wochen im indischen Goa (Candolim Beach) und Kerala zu Besuch. Am 5. Dezember 2007 kehrte sie nach Schweden zurück. Sie hatte keine medikamentöse Malariaprophylaxe betrieben. Am 18. Dezember 2008, circa 2 Wochen nach ihrer Rückkehr, erkrankte sie an Fieber und leichtem Husten. Am 28. Dezember wurde eine Parasitämie mit P. falciparum von 1.8 Prozent diagnostiziert. Die Patientin wurde mit einer Standarddosierung Mefloquin gegen P. falciparum behandelt und 4 Tage später aus dem Krankenhaus entlassen. Kerala wird als mehr oder minder malariafreies Gebiet eingestuft. Goa galt als Gebiet mit geringer Ansteckungsgefahr, in dem gewöhnliche Reisende bei kurzer Aufenthaltsdauer keine Prophylaxe benötigen. In der Wintersaison 2006-2007 wurde aus Goa jedoch von einem Anstieg von Malaria-Erkrankungen durch P. falciparum bei Touristen berichtet. Wenig später bestätigten die Behörden auch einen Zuwachs von Erkrankungen bei der einheimischen Bevölkerung. Die Patientin hat sich wahrscheinlich am Strand von Candolin mit P. falciparum infiziert. Dies weist darauf hin, dass auch in der jetzigen Saison ein erhöhtes Ansteckungsrisiko für Malaria in Goa bestehen könnte (ProMED).
Empfehlung: In Regionen mit bekanntem Malaria-Risiko sollte auf konsequenten Mückenschutz geachtet und beim Auftreten von Fieber und grippeähnlichen Symptomen umgehend eine Malariaerkrankung ausgeschlossen werden. Goa-Reisende sollten eine Malaria-Chemoprophylaxe in Betracht ziehen.

Ukraine
Tollwut in Kharkov [24.01.2008] News 3005


In Kharov verstarb vor einigen Tagen ein 26 Jahre alter Mann an Tollwut. Drei Monate zuvor war der Mann von seinem eigenen Hund gebissen worden. Seine Angehörigen gaben an, dass sich der Mann nach dem Biss nicht umgehend in medizinische Behandlung begeben habe.
Andere Hundebesitzer stimmen darin überein, dass der junge Mann erfahren im Umgang mit Hunden gewesen sei. Darüber hinaus sei sein Pitbull-Terrier gegen die Tollwut geimpft gewesen. Aus diesem Grund habe der junge Mann sich nicht medizinisch behandeln lassen. Möglicherweise wurde der Hund mit einem nicht zugelassenen und nicht dem Standard entsprechenden Tollwutimpfstoff geimpft. Der junge Mann erkrankte einige Monate, nachdem der Hund eingeschläfert worden war. Mediziner hatten bis zuletzt keine Tollwut diagnostiziert, obgleich bei dem Patienten zahlreiche Symptome einer schwerwiegenden neurologischen Krankheit vorgelegen hatten. Infolge der unterbliebenen Diagnostik verstarb der Patient (ProMED).
Empfehlungen:
Tierkontakte vermeiden. Bei tollwutverdächtigen Tierkontakten ist sofort eine medizinische Einrichtung aufzusuchen. Es besteht jedoch ein Mangel an geeigneten Impfstoffen und Immunglobulin. Risiko-Reisenden ist daher die vorbeugende Tollwutimpfung zu empfehlen.

Brasilien
Viszerale Leishmaniose [25.01.2008] News 3004

In der Stadt Rondonopolis wurden in den letzten 3 Monaten insgesamt 17 Erkrankungsfälle mit 6 Todesfällen registriert, die auf eine viszerale Leishmaniose zurückgehen. Die Stadt liegt 220 km entfernt von Cuiaba, der Hauptstadt des brasilianischen Bundesstaates Mato Grosso. Die viszerale Leishmaniose ist die aggressivste Form der parasitär übertragenen Erkrankung. Die registrierten Fälle machen bereits die Hälfte der im Jahr 2007 aufgetretenen Erkrankungen aus. Es sind darüber hinaus schon doppelt so viele Fälle, wie insgesamt zwischen 2001 und 2006 in dieser Stadt registriert wurden. Vor November 2007 betrug der Durchschnitt 1 Erkrankung im Jahr, Todesfälle kamen nicht vor. Bereits in den ersten 20 Tagen des Jahres 2008 gab es vier Erkrankungsfälle, von denen 2 tödlich verliefen. Die viszerale Leishmaniose ist eine von Protozoen verursachte Erkrankung, die hauptsächlich innere Organe wie Leber und Milz befällt. Sie wird durch Sandmücken übertragen. Unbehandelt führt die Erkrankung in 90 Prozent der Fälle zum Tode (ProMED).
Empfehlungen:
Insektenschutz beachten, Verwendung von imprägnierten Moskitonetzen.

Australien
Melioidose [23.01.2008] News 3003

Nach einer Melioidose-Infektion ist 1 Patient verstorben, 3 weitere befinden sich in intensivmedizinischer Behandlung und kämpfen um ihr Leben. Bei weiteren 7 Personen wurde die tropische Erkrankung jetzt in der Regenzeit diagnostiziert und behandelt. Bei einem der Fälle handelte es sich um einen Touristen. Bei diesem entwickelte sich die Erkrankung nach der Rückkehr in seinen Heimatstaat. Bislang wurden keine Kinder infiziert.
Melioidose ist in Südostasien endemisch, neuerdings auch im nördlichen Australien. Die Erkrankung wird durch das Bakterium Burkholderia pseudomallei hervorgerufen. Das Bakterium kommt während der Trockenzeit im Erdreich vor. Nach starken Regenfällen ist das Stäbchenbakterium in Pfützen und im Schlamm zu finden. Die Melioidose kann über Hautläsionen und Wunden in den Körper gelangen. Darüber hinaus kann die Infektion durch das Einatmen von Staub, Tropfen oder das Verschlucken von kontaminiertem Wasser erfolgen. Ein höheres Übertragungsrisiko besteht für Diabetiker, Alkoholkranke und Patienten mit Nieren- oder Lungenerkrankungen (ProMED).
Empfehlungen:
Hautkontakt mit (kontaminiertem) Oberflächenwasser vermeiden. Wunddesinfektion.

Indonesien
Vogelgrippe [23.01.2008] News 3002

In dem bisher am schlimmsten von dem Virus betroffenen Land ist ein 30-jähriger Mann das 120. Opfer der Vogelgrippe geworden. Er wird zurzeit in einem Krankenhaus in Jakarta behandelt. Bislang hat die Erkrankung in Indonesien 97 Todesopfer gefordert. 2 Labordiagnosen bestätigen, dass der Mann mit dem hochpathogenen Virus infiziert ist. Der Patient stammt aus Tangerang, einer Vorstadt Jakartas. Er wurde am 14. Januar 2008 zunächst in ein Privatkrankenhaus eingewiesen. Am 20. Januar, als sich sein Zustand verschlechterte, wurde er in das Persahabatan-Hospital in Jakarta verlegt. Bei dem Patienten handelt es sich um den bereits 8. Infizierten aus Tangerang, bei dem seit Oktober 2007 die Erkrankung bestätigt wurde. Die anderen 7 Fälle verliefen tödlich. In der Regel erfolgt die Infektion mit der Vogelgrippe beim Menschen durch den direkten Kontakt mit Geflügel. Experten befürchten jedoch, dass es zur Mutation des Virus H5N1 kommen könnte. So könnte das Virus auch von Mensch zu Mensch übertragen werden. Dadurch könnte eine weltweite Epidemie ausgelöst werden (ProMED).
Empfehlungen:
Der Kontakt zu lebendem oder frisch geschlachtetem Geflügel sowie zu Geflügel-ausscheidungen sollte vermieden werden.

Sudan
Rift-Valley-Fieber Update [22.01.2008]News 3001

In den letzten Wochen ist im Sudan ein kontinuierlicher Rückgang der Fälle von Rift-Valley-Fieber (RVF) beim Menschen zu verzeichnen. Aus 6 Staaten (Gazeera, Kassala, Khartoum, River Nile, Sinnar und White Nile) wurden bis zum 15. Januar 2008 insgesamt 698 Fälle gemeldet, davon 222 Fälle mit tödlichem Ausgang. Die Sterblichkeitsrate liegt hiermit bei 32.4 Prozent. Neue Fälle wurden seit Beginn 2008 nur aus dem Staat Gazera gemeldet.
Bei RVF handelt es sich um eine virale Zoonose, die in erster Linie Tiere betrifft. Sie kann jedoch auch auf den Menschen übertragen werden. Sowohl bei Tieren als auch beim Menschen kann es zu schweren Verlaufsformen mit hoher Erkrankungs- und Sterblichkeitsrate kommen. Während eines Ausbruchs des Rift-Valley-Fiebers besteht das
höchste Ansteckungsrisiko beim Kontakt mit Tieren, speziell durch ihre Ausscheidungen und über Tröpfcheninfektion. Da es keine spezielle Behandlungsmöglichkeit des RVF gibt und auch keine Impfmöglichkeit besteht, stellen eine gesteigerte Aufmerksamkeit bezüglich der Risikofaktoren und der Schutz vor Mückenstichen die einzigen Maβnahmen dar, um die Infektion und die damit verbundenen Todesfälle einzudämmen (ProMED).
Empfehlungen:
In dem betroffenen Gebiet sollte der Aufenthalt in der Nähe von Viehherden vermieden werden. Ganztägig Insektenschutz beachten.

China
Tollwut [20.01.2008] News 3000

In China erwarten Hundehalter drastische Strafen, wenn Sie ihre Hunde nicht gegen die Tollwut impfen lassen. Gemäβ einer Bestimmung, die am 18. Januar 2008 vom chinesischen Ministerium für Gesundheit und Landwirtschaft erlassen wurde, müssen alle Hunde in China gegen die Tollwut geimpft werden.
Die Anzahl der Tollwut-Todesfälle beläuft sich nach Angaben des Gesundheitsministeriums auf 2651 Fälle im Jahr 2004, 2537 im Jahr 2005, 3279 im Jahr 2006 und 3380 im Jahr 2007. Gegenwärtig sind weniger als 10 Prozent der Hunde gegen die Erkrankung geimpft, die das Nervensystem befällt. Die meisten Hunde in China werden in den Städten registriert (ProMED).
Empfehlungen:
Tierkontakte vermeiden. Bei tollwutverdächtigen Tierkontakten ist sofort eine medizinische Einrichtung aufzusuchen. Es besteht jedoch ein Mangel an geeigneten Impfstoffen und Immunglobulin. Risiko-Reisenden ist daher die vorbeugende Tollwutimpfung zu empfehlen.

Chile
Hantavirus-Infektion [19.01.2008] News 2999

In Chile sind 2 Menschen mit Hantaviren infiziert worden, ein 3. Verdachtsfall befindet sich unter Beobachtung. Das Gesundheitsministerium gab Details eines Falles in der Araucania Region bekannt, hier verstarb ein 34-jähriger Mann am 7. Januar 2008 an der tödlich verlaufenden Erkrankung. Der Verstorbene hatte sich in einer ländlichen Gegend mit der Krankheit infiziert, die die Atmungsorgane befällt. Ebenfalls im Januar wurde ein 37-jähriger Landarbeiter mit einer lebensbedrohlichen Krankheit zur intensivmedizinischen Behandlung in das Talca-Hospital in der Region Maude eingewiesen. Das Institut für öffentliche Gesundheit wartet auf Untersuchungsergebnisse, die eine eventuelle Infektion mit dem tödlichen Virus belegen können. Die Übertragung des Erregers erfolgt in der Regel indirekt durch Kontakt mit Ausscheidungen von Nagetieren (besonders Oligoryzomys longicaudatus). In Chile handelt es sich meist um Infektionen durch das Andes-Virus aus der Gruppe der Hantaviren. Ein besonderes Risiko besteht in dem schnellen Verlauf der Erkrankung. Innerhalb von 12 Stunden kann ein Patient mit milder grippaler Symptomatik in einen akut lebensbedrohlichen Zustand geraten, der eine sofortige intensiv-medizinische Behandlung erforderlich macht (ProMED).
Empfehlung:
Jeder direkte oder indirekte Kontakt mit den Ausscheidungen von Nagetieren sollte vermieden werden. Auch der Hautkontakt mit verunreinigtem Wasser kann zur Ansteckung führen.

Brasilien
Gelbfieber [19.01.2008] News 2998

Das brasilianische Gesundheitsministerium hat eine Gelbfieber-Warnung für Reisende und Diplomaten, die sich in Brasilien aufhalten, ausgesprochen. Dieses geschieht angesichts einer Anzahl von vermuteten und bestätigten Fällen von Gelbfieber beim Menschen während der Monate Dezember 2007 und Januar 2008. Seit dem 16. Januar wird über 10 bestätigte Fälle berichtet, 7 der Erkrankten sind verstorben. Die Warnung des Gesundheitsministeriums legt allen Reisenden in die brasilianischen Gelbfieber-Risikogebiete eine Impfung gegen das Gelbfieber nahe. Diese sollte spätestens 10 Tage vor Betreten des Gebietes erfolgen. Das Ministerium hat 2 weitere Staaten als Gelbfieber-Risikogebiet eingestuft: Den nördlichen Teil von Espiritu Santo und den westlichen Teil von Santa Catarina. Bisher verlangt Brasilien eine Impfung gegen Gelbfieber von allen Reisenden, die aus Ländern mit Gelbfieber-Endemiegebieten kommen und nach Brasilien einreisen. Die neue Gelbfieber-Impfempfehlung für Touristen soll angesichts der derzeitigen Situation den Schutz der Reisenden gewährleisten (ProMED).
Empfehlungen:
Durchführung einer Gelbfieberimpfung spätestens 10 Tage vor Einreise.

Singapur
Chikungunya-Fieber [18.01.2008] News 2997

Das Gesundheitsministerium berichtet über 6 Fälle von Chikungunya-Fieber in Singapur. Das Chikungunya-Virus wird durch Mücken übertragen. Dieses ist der erste registrierte Fall einer lokalen Übertragung im Land - in bisherigen Fällen wurde die Erkrankung von Reisenden importiert. Die nun betroffenen Patienten leben in unmittelbarer Nachbarschaft zueinander im südöstlichen Teil des Stadtstaates. Das Gesundheitsministerium hat eine gesundheitliche Überwachung der Menschen angeordnet, die in dieser Region leben und arbeiten.
Im Vordergrund der Symptomatik der Infektion stehen plötzliches hohes Fieber, Frösteln, Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, schwere Gelenk- und Rückenschmerzen und manchmal ein Hautausschlag. Die meisten Beschwerden dauern für 3-10 Tage an, die Gelenkschmerzen können jedoch über Wochen bis Monate anhalten (ProMED).
Empfehlungen:
Ganztägigen Mückenschutz beachten. Bei fieberhaften Infekten nach Aufenthalt in Chikungunya-Risikogebieten sollte eine tropenmedizinische Spezialdiagnostik durchgeführt werden.

Botsuana
Extrem medikamentenresistente Tuberkulose [16.01.2008] News 2996

Die Gesundheitsbehörden in Botsuana berichten von dem ersten bekannten Fall einer praktisch nicht behandelbaren Tuberkulose. Es wird befürchtet, dass sich der hochansteckende Erregerstamm auch in das benachbarte Südafrika ausgebreitet hat. Das Gesundheitsministerium spricht von 2 Fällen einer sogenannten extrem medikamentenresistenten Tuberkulose (extremely-drug-resistant TB oder kurz XDR-TB). Diese Tuberkulose ist resistent gegen Isoniazid, Rifampicin und Fluoroquinolone und gegen mindestens eines der 3 injezierbaren Antituberkulosemedikamente (Capreomycin, Kanamycin und Amikacin). Darüber hinaus wurden gut 100 Fälle einer etwas besser zu behandelnden Form der Tuberkulose (multidrug-resitant TB oder MDR-TB) registriert. Diese Form der Tubeukulose ist resistent gegen Isoniazid and Rifampin. Obwohl auch aus anderen Gegenden der Welt, besonders aus den früheren Sowjetrepubliken, über die XDR-TB berichtet wird, ist die Erkrankung im südlichen Afrika besonders tödlich. Hier führt dieTuberkulose in Kombination mit den in dieser Region besonders zahlreichen AIDS-Erkrankungen zu einer hohen Sterblichkeit (ProMED).
Empfehlung:
Risiko für Reisende gering. Kontakte mit Erkrankten vermeiden.

Malawi
Cholera [18.01.2008] News 2995

Im Süden Malawis sind 8 Personen in Folge eines Cholera-Ausbruchs verstorben. Dort haben starke Überschwemmungen das Übertragungsrisiko erhöht. Besonders in ländlichen Gebieten verschlimmern Überschwemmungen die Situation, da die Menschen Grundbedürfnisse nach Hygiene, sauberen Sanitäranlagen und Trinkwasser nicht befriedigen können. In den letzten 3 Wochen wurden aus dem südlichen Landesteil Malawis über 291 Fälle von Cholera berichtet. Das Land ist eine der ärmsten Regionen in Afrika. In der Regenperiode des Jahres 2001/02 wurden insgesamt 33.546 Fälle mit 953 Todesfällen registriert, im Jahr 2003/04 959 Erkrankungsfälle bei 13 Verstorbenen. 2006/07 gab es 6 Todesfälle bei insgesamt 309 dokumentierten Fällen (ProMED).
Empfehlungen:
Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene beachten. Cholera-Schluckimpfung für Risikoreisende.



Vietnam: Cholera [18.01.2008] News 2994

Annähernd 400.000 Personen der Stadtteile Thanh Xuan und Hoang von Hanoi erhalten einen kostenlosen Impfschutz gegen die Cholera. Dieses verkündete das nationale Institut für Hygiene und Epidemiologie am 13. Januar 2008. Nach Expertenmeinung ist dieses das erste Mal in den letzten 20 Jahren, dass die Gesundheitsbehörde eine derartige Präventivmaβnahme zur Kontrolle der Epidemie in Hanoi einleitet (ProMED).
Empfehlungen:
Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene beachten. Cholera-Schluckimpfung für Risikoreisende.



Peru: Milzbrand [16.01.2008] News 2993

Der Tod eines 26 jährigen Farmers am 14. Januar 2008 ist auf eine Infektion mit Milzbrandbakterien (Anthrax) zurückzuführen. Der Farmer, der im Ort Valle Hermoso lebte, hatte sich bei einer Ziege angesteckt. Zwei weitere Personen, die Kontakt mit dem Fleisch der Ziege hatten, haben sich ebenfalls infiziert. Die Erkrankten, eine 19 Jahre alte Frau und ein 25 Jahre alter Mann, wurden in das Las Mercedes de Chiclayo Krankenhaus eingewiesen. Seitdem wurde bei 5 weiteren Personen in der Region Lambayeque eine Infektion mit Milzbrand diagnostiziert.
Im Jahr 2005 wurden Ausbrüche aus Lima (8), Tacna (6), Piura (1), Ica (2), und im Jahr 2006 aus Lambayeque (2) gemeldet. Insgesamt wurden 2005 beim Menschen 55 Fälle und im Jahr 2006 22 Fälle bestätigt (darunter 1 Todesfall). Die Erkrankung ist in der Region schon seit langem ein Problem, hauptsächlich in den ländlichen Regionen wie Callao,
Lambayeque, Moquegua, Tumbes, La Libertad, Ancash, Lima, Ica, und Cajamarca, Huanuco, Cerro de Pasco (ProMED).

Empfehlung:
Nahrungsmittelhygiene beachten und kein Fleisch unbekannter Herkunft verzehren. Auch Tierkontakte sollten vermieden werden.




Brasilien: Gelbfieber [16.01.2008] News 2992

Das brasilianische Gesundheitsministerium bestätigt am 15. Januar 2008 3 weitere Fälle von Gelbfieber. 2 der Fälle wurden im Bundesstaat Goias, 1 Fall im Bundesstaat Parana registriert. Damit stieg die Zahl der 2008 bestätigten Fälle auf insgesamt 6 Erkrankungsfälle mit 5 Toten. 15 Verdachtsfälle befinden sich noch unter Beobachtung. Dieses ist die höchste Zahl an Erkrankungsfällen seit dem Jahr 2003. Damals hat es 64 Fälle mit insgesamt 23 Toten gegeben. Einer der aktuellen Fälle betraf einen ungeimpften spanischen Reisenden, der am 12. Januar 2008 nach 10 Tagen Erkrankung in einem Krankenhaus in Goiania verstarb. Der Verstorbene hatte die Tage von seiner Einweisung in das Krankenhaus in einem Haus in der Stadt verbracht, wo auch die Überträgermücke Aedes aegypti gefunden wurde. In der Umgebung wurden inzwischen Insektizide versprüht. Der Mann hatte sich die Infektion auf einer Farm in Cristianopolis, das 103 km von Goiania entfernt liegt, zugezogen. Dort hatte der Verstorbene insgesamt 15 Tage verbracht. Brasilien hatte die WHO am 27. Dezember 2007 informiert, dass mehrere Affen an Gelbfieber verendet sind. Auf ihrer Internetseite empfiehlt die WHO Reisenden, die einen Besuch in den betroffenen Regionen planen, eine Impfung gegen Gelbfieber (ProMED).
Empfehlungen:
Reisende sollten sich bei geplanten Besuchen von Gelbfieber-Endemiegebieten spätestens 10 Tage vor Reiseantritt gegen Gelbfieber impfen lassen.



Madagaskar: Beulenpest [14.01.2008] News 2991

Aus dem Bezirk Manjakandriana wird aktuell ein Ausbruch von Beulenpest gemeldet. Der Verwaltungsbezirk gehört zu der Provinz Antananarivo in der Zentralregion Madagaskars. In den letzten 10 Tagen sind auf der ostafrikanischen Insel Madagaskar insgesamt 10 Menschen an der Beulenpest verstorben, mindestens 5 Patienten werden noch im Krankenhaus behandelt. Die Beulenpest wird durch den Erreger Yersinia pestis über Rattenflöhe übertragen. Zu Beginn der Regensaison fliehen zahlreiche Ratten aus den Abwasserkanälen der Insel und suchen Zuflucht in den Wohnungen der Einwohner.
Dank einer effizienten Kontrolle der Pest und gutem Gesundheitsmanagement war die Beulenpest zwischen 1930 und 1990 von der Insel „nahezu verschwunden“. Seit 1990 werden jährlich 200 Erkrankungsfälle registriert, und besonders in der Hafenstadt Mahajanga kommt es jedes Jahr zu einer epidemischen Entwicklung. In der Hauptstadt der Provinz Antananarivo werden ebenfalls seit 1990 jedes Jahr mehr Fälle registriert. Insgesamt werden in Madagaskar (13 Millionen Einwohner) 45 Prozent aller afrikanischen Pestfälle registriert (ProMED).
Empfehlungen:
Risiko für Reisende gering. Insektenabweisende Mittel gegen Stechmücken sind in der Regel auch zum Schutz vor dem Pestfloh geeignet.



Indonesien: Vogelgrippe [11.01.2008] News 2990

Das Gesundheitsministerium Indonesiens hat einen neuen Fall von Vogelgrippe beim Menschen bekannt gegeben. Ein 16-jähriges Mädchen aus der Provinz West-Java entwickelte am 30. Dezember 2007 die typischen Symptome und wurde am 4. Januar in das Krankenhaus eingewiesen. Sie wird dort weiterhin behandelt. Untersuchungen ergaben, dass 2 Wochen vor dem Eintreten der Symptome in der Nachbarschaft Hühner verendet sind. Bis heute sind in Indonesien 117 Fälle der Vogelgrippe beim Menschen bestätigt worden, 94 von ihnen verliefen tödlich (ProMED).
Empfehlungen:
Der Kontakt zu lebendem oder frisch geschlachtetem Geflügel sowie zu Geflügel-ausscheidungen sollte vermieden werden.



Niederlande: Tollwut beim Menschen durch Fledermausbiss in Kenia11.01.2008] News 2889

Eine 34 Jahre alte Frau ist am 19. November 2007 mit Sprachstörungen, Sensibilitätsstörungen an beiden Wangen und einem unsicheren Gangbild in das Universitätsklinikum von Amsterdam eingewiesen worden. Die Symptome begannen einen Tag vor der klinischen Einweisung. Am 24. Oktober 2007, zu Beginn eines zweiwöchigen Keniaurlaubs, war der Frau eine kleine Fledermaus ins Gesicht geflogen. Bei dem Versuch, das Tier durch Schläge zu verscheuchen, verursachte die Fledermaus zwei blutige Kratzer auf der rechten Seite der Nase der Patientin. Die Wunden wurden mit Seife und einer alkoholischen Lösung gereinigt. Weitere Maβnahmen wurden nicht eingeleitet, da das medizinische Personal der Gegend nicht über das Vorkommen der Tollwut bei Fledermäusen in der Region informiert war. Die Frau und ihr Ehemann setzten ihren Urlaub in Kenia fort. Bei der Einlieferung in das Krankenhaus wurden eine aktive und eine passive Postexpositionsprophylaxe (PEP) begonnen. Das neurologische klinische Krankheitsbild der Patientin verschlechterte sich sehr schnell. Die Diagnose einer Infektion mit dem Lyssa Genotyp 4 Virus (Duvenhage-Virus) konnte durch eine Nackenbiopsie bestätigt werden, die am 2 Tag nach der Einlieferung vorgenommen wurde. Trotz aller Bemühungen verstarb die Patientin am 8. Dezember 2007.
Der Duvenhage-Virus wird mit insektenfressenden Fledermäusen in Verbindung gebracht. Er konnte bisher in den Jahren 1970 und 2006 bei zwei durch Fledermausbisse verursachten Krankheitsfällen beim Menschen isoliert werden, darüber hinaus bei 2 infizierten Fledermäusen in Südafrika (1981) und in Simbabwe (1986). Bisher wurden in Kenia keine Tollwutfälle beschrieben, die durch eine Infektion durch Fledermaus verursacht wurden. Der tödliche Ausgang zeigt die Bedeutung der PEP in Tollwut-Endemiegebieten. Die PEP sollte im Falle eines noch so kleinen Bisses oder Kratzers eines warmblütigen Tieres, einschlieβlich Fledermäusen, durchgeführt werden (ProMED).

Empfehlungen:
Tierkontakte vermeiden. Bei tollwutverdächtigen Tierkontakten ist sofort eine medizinische Einrichtung aufzusuchen. Risiko-Reisenden ist die vorbeugende Tollwutimpfung zu empfehlen.



Vietnam: Cholera [11.01.2008] News 2988

Aus Hanoi wurden insgesamt 22 Fälle einer akuten Diarrhöe (davon 17 Fälle mit ernsthaftem Verlauf) gemeldet, seit das Gesundheitsministerium am 25. Dezember 2007 gemeldet hatte, dass die Cholera-Epidemie unter Kontrolle sei. „Schwere Diarrhöe“ kann auch als Synonym für eine Cholera-Erkrankung ausgelegt werden. Unklar ist, wie viele der neuen Fälle mit einer Infektion mit dem Erreger Vibrio Cholera in Zusammenhang stehen. Das Gesundheitsministerium drängt die Regionalregierung, die lokalen Gesundheits- und weitere Behörden anzuweisen, die Hygiene- und Sicherheitsstandards bei den Nahrungsmittelherstellern und Trinkwasserversorgern der Stadt zu überwachen. Nachdem im Oktober 2007 in der Umgebung Hoang Mai die ersten Fälle einer akuten, schweren Diarrhöe aufgetreten waren, war die gesamte Stadt von einer Folge von Ausbrüchen betroffen. Die Erkrankung breitete sich in 13 nördlichen Provinzen aus und betraf über 1900 Personen. Von diesen wurden insgesamt 295 positiv auf Cholera getestet.
Empfehlungen:
Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene beachten. Cholera-Schluckimpfung für Risikoreisende.



Mosambik: Cholera [11.01.2008] News 2987

Seit Beginn des gegenwärtigen Cholera-Ausbruchs im Oktober 2007, sind insgesamt 12 Personen an der Erkrankung verstorben. Der erste Cholera-Fall wurde am 8. Oktober 2007 in Maputo diagnostiziert. Bis zum 10. Januar 2008 wurden insgesamt 1396 bestätigte Fälle registriert. Fast die Hälfte, insgesamt 673 Fälle, haben sich in Maputo-City zugetragen. Insgesamt sind dort 7 Patienten verstorben. Die Provinz Maputo meldet insgesamt 346 Fälle und 3 Tote. Andere betroffene Regionen sind Cabo Delgado im äußersten Norden (138 Erkrankte, 1 Toter), und die Zentralprovinz Sofala (133 Fälle, 1 Toter).
Die Cholera ist in Mosambik endemisch. In fast jeder Regensaison gibt es vor allem in den städtischen Regionen Ausbrüche der Erkrankung. Die Anzahl der Fälle ist jedoch insgesamt rückläufig. Im Jahr 2006 wurden insgesamt 5431 registriert, 24 der Erkrankten sind verstorben. Im Vergleich dazu gab es im Jahr 2004 insgesamt 20.000 Fälle und 117 Verstorbene, im Jahr 2003 insgesamt 15.000 Erkrankte bei 113 Todesfällen (ProMED).
Empfehlungen:
Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene beachten. Cholera-Schluckimpfung für Risikoreisende.



Liberia: Cholera [11.01.2008] News 2986

Die Gesundheitsbehörden von Monrovia haben 163 Fälle einer Diarrhöe mit insgesamt 2 Todesfällen in der südöstlichen Region von Maryland County bestätigt. Die gesundheitliche Situation in den Landkreisen Maryland und Grand Kru hat sich vor kurzem durch die epidemische Verbreitung von Durchfällen verschlechtert. Im Dezember 2007 waren einige Gemeinden in Harper von der Diarrhöe betroffen, einschließlich Up Cape, New Kru Town, Old Kru Town, die Gemeinde Barrobo, Bishop Ferguson Hill, Nekanbo, sowie die Gemeinden Bassa, Karloken und Hence Street. Wie viele der Fälle auf eine Infektion mit der Cholera zurückzuführen sind, ist nicht geklärt. Die betroffenen Regionen Grand Kru und Maryland liegen im tiefsten Süden Liberias. Der Landkreis Maryland grenzt östlich an den Staat Cote d’ Ivoire (ProMED).
Empfehlungen:
Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene beachten. Cholera-Schluckimpfung für Risikoreisende.



Kanada
Cryptococcus gattii-Infektionen in British Columbia [03.01.2008]
News 2985

Seit 1999 sind 180 Einwohner British Columbias an einer Infektion mit dem Pilz Cryptococcus gattii erkrankt. Der letzte Fall wurde im Herbst 2007 bei einer Einwohnerin von Junction City diagnostiziert. Es handelt sich um eine äußerst seltene Infektionskrankheit, die jedoch in der Gegend von Vancouver Island überdurchschnittlich häufig beobachtet wird. Die durchschnittliche Erkrankungsrate in British Columbia liegt bei jährlich 25 Fällen, einschließlich eines Todesfalles.
In früheren Jahrzehnten fanden sich Cryptococcus gatti-Infektionen vor allem in den Tropen und Subtropen, zum Beispiel in Australien, Neuseeland, Indien, Afrika und Südamerika. Erst innerhalb der vergangenen Dekade wurde eine Ausbreitung des Erregers in den Nordwest-Pazifik beobachtet (ProMED).
Empfehlungen: Das Infektionsrisiko für Reisende ist extrem gering. Es sind keine speziellen Schutzmaßnahmen erforderlich.

Äquatorialguinea
Tollwutfall [02.01.2008]
News 2984

Aus der Republik Äquatorial Guinea wurde aktuell ein Tollwutfall bei einem 5-jährigen Jungen diagnostiziert. Das Kind war vor 5 Wochen von einem streunenden Hund in den Nacken gebissen wurden. Der Junge erhielt eine Impfung gegen Tetanus, auf die Durchführung einer Tollwutimmunisierung wurde jedoch verzichtet. Am 17. Dezember klagte das Kind über Kopf- und Muskelschmerzen sowie über Schwäche. Am folgenden Tag lehnte der Junge ab, etwas zu essen und zu trinken und entwickelte neurologische Symptome (Koordinationsstörungen). Der Patient wurde daraufhin in das Medical Center der Stadt Bata eingeliefert. Es fanden inzwischen bereits Symptome einer Gehirnentzündung (Enzephalitis) in Verbindung mit krankhafter Furcht vor Wasser (Hydrophobie). Die durchgeführte virologische Spezialdiagnostik bestätigte den Verdacht auf Tollwut. Es fand sich ein Erregersubtyp, der bereits in streunenden Hunden im benachbarten Gabun nachgewiesen wurden (ProMED).
Empfehlungen: Tierkontakte vermeiden. Bei tollwutverdächtigen Tierkontakten ist sofort eine medizinische Einrichtung aufzusuchen. Es besteht jedoch ein Mangel an geeigneten Impfstoffen und Immunglobulin. Risiko-Reisenden ist daher die vorbeugende Tollwutimpfung zu empfehlen.

Indien
Chikungunya-Fieber in West-Bengal [02.01.2007]
News 2983

Nachdem in einigen Dörfern in der Nähe Calcuttas (Kolkata) Chikungunya-Fieber aufgetreten ist, ist die Bevölkerung beunruhigt. Inzwischen wurde eine Ausbreitung in andere Stadtteile beobachtet. In der vergangenen Woche wurden 25 Verdachtsfälle gemeldet. Bei mindestens 7 Patienten konnte die Verdachtsdiagnose mittels Labordiagnostik bestätigt werden. Seit mehreren Tagen wurden keine neuen Fälle mehr beobachtet. In Sumpfgebieten der Umgebung wurde durch massiven Einsatz von Insektiziden versucht, die Überträgermücke einzudämmen. Chikungunya-Fieber wird durch Aedes Mücken übertragen. Typische Brutstätten dieser Mücken sind jedoch eher Süßwasseransammlungen in der Stadt (z. B. in Regentonnen oder alten Autoreifen) (ProMED).
Empfehlungen: Ganztägigen Mückenschutz beachten. Bei fieberhaften Infekten nach Aufenthalt in Chikungunya-Risikogebieten sollte eine tropenmedizinische Spezialdiagnostik durchgeführt werden.

Ägypten
Vogelgrippe in Nildelta-Region [01.01.2008]
News 2982

Innerhalb einer Woche sind 4 Frauen aus der Nildelta-Region an den Folgen einer Vogelgrippe gestorben. Es handelt sich um die ersten neuen Fälle seit 5 Monaten. Die Frauen stammten aus den Verwaltungsgebieten Beni Suef, Menoufia, Dumiyadh und der Stadt Mansoura. Der letzte Todesfall wurde am 31. Dezember 2007 gemeldet (44. bestätigter Erkrankungsfall und 19. Vogelgrippe-Todesfall in Ägypten). Die Frauen standen in keiner Verbindung zueinander.
Die bei diesen letzten 4 Fällen beobachtete hohe Sterblichkeitsrate lässt sich auf die späte Diagnosestellung und den dadurch verzögerten Therapiebeginn zurückführen. Weltweit sind seit 2003 schätzungsweise 210 Menschen an der Vogelgrippe gestorben. Fälle der Erkrankung wurden in zahlreichen asiatischen und afrikanischen Staaten registriert. Ägypten ist mit den inzwischen 44 bestätigten Erkrankungsfällen das am stärksten von der Vogelgrippe betroffene Land außerhalb Asiens (ProMED).
Empfehlungen: Der Kontakt zu lebendem oder frisch geschlachtetem Geflügel sowie zu Geflügelausscheidungen sollte vermieden werden.

Kongo, Demokratische Republik
Cholera in Nord-Kivu [31.12.2007]
News 2981

In der Stadt Rutshuru sind mindestens 5 Menschen an Cholera gestorben. Rutshuru liegt im Norden Gomas und ist aktuell das Zentrum militärischer Auseinandersetzungen zwischen Rebellen und Regierungstruppen. Zuerst von dem Cholera-Ausbruch betroffen waren Flüchtlinge, die sich in der Stadt aufhielten. Nach Angaben der lokalen Gesundheitsbehörden sind inzwischen mindestens 1300 Personen an Cholera erkrankt. Durch den Mangel an sauberem Trinkwasser und schlechten sanitären Verhältnissen (verschmutzte Latrinen etc.) ist die Epidemie besonders in den Flüchtlingscamps in Ruthuru nur sehr schwer einzudämmen. Mitarbeiter humanitärer Hilfsorganisationen hatten bereits vor einiger Zeit auf die desolaten Hygiene- und Gesundheitsbedingungen in Rutshuru und Masisi hingewiesen. Nord-Kivu liegt im nordöstlichen Teil des Landes (ProMED).
Empfehlungen: Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene beachten. Cholera-Schluckimpfung für Risikoreisende.

Malawi
Cholera-Situation [31.12.2007]
News 2980

Die Vereinten Nationen (UN) berichteten, über die jährlichen Cholera-Ausbrüche in Malawi besorgt zu sein. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der United Nations Children´s Fund (UNICEF) hatten im Jahr 2007 bereits die achte Kampagne zur Bekämpfung der Cholera initiiert. Bis zum 16. Dezember 2007 waren dennoch 291 Erkrankungen mit 8 Todesfällen zu verzeichnen gewesen. Aus Nsanje und Blantyre wurde mit 154, bzw. 54 Fällen die höchste Cholera-Aktivität beobachtet. Andere betroffene Distrikte waren Nkhotakota, Mulanje, Thyolo und Chikwawa. Während der Regenzeit im Jahr 2006 waren 309 Choleraerkrankungen mit 6 Todesfällen gemeldet worden. Die aktuell am stärksten betroffenen Regionen Nsanje und Blantyre finden sich im Süden des Landes (ProMED).
Empfehlungen: Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene beachten. Cholera-Schluckimpfung für Risikoreisende.

Simbabwe
Cholera in Harare [24.12.2007]
News 2979

Die Gesundheitsbehörden Simbabwes meldeten am 23. Dezember 10 Cholera-Todesfälle aus einem Vorort der Hauptstadt Harare. Betroffen ist der Vorort Mavuku, der im Osten Harares liegt. Die 10 Todesfälle wurden innerhalb einer Woche registriert. Mit einer erheblichen Dunkelziffer an Choleraerkrankungen muss ausgegangen werden. Als Infektionsquelle werden fäkal kontaminierte Trinkwasserreservoirs vermutet. Da in Harare häufig das Leitungswassersystem zusammenbricht, sind vor allem die Einwohner der ärmeren Stadtteile häufig gezwungen, ihren Wasserbedarf mit verunreinigtem Kanalwasser o.ä. zu decken. Die Gesundheitsbehörden Simbabwes versuchen aktuell, die medizinische Versorgung vor Ort zu verbessern und eine weitere Ausbreitung der Erkrankung zu verhindern (ProMED).
Empfehlungen: Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene beachten. Cholera-Schluckimpfung für Risikoreisende.

Südafrika
Diarrhöe-Ausbruch in Mpumalanga [24.12.2007]
News 2978

Die lokalen Gesundheitsbehörden Mpumalangas registrierten eine erhebliche Zunahme an Fällen von Magen-Darm-Infektionen. Die Zahl der registrierten Fälle ist bereits von 134 auf 1727 gestiegen. Mehr als 60 Patienten mussten wegen gravierender unveränderte Aktivität von Magen-Darm-Infektionen in der Gegend von Standerton.
Empfehlungen: Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene beachten. Cholera-Schluckimpfung für Risikoreisende.

Brasilien
Gelbfieber [24.12.2007]
News 2977

Im Jahr 2007 wurden aus 4 Bundesstaaten Brasiliens insgesamt 6 Fälle von Gelbfieber gemeldet. Betroffen waren die Staaten Amazonia, Para, Roraima und Goias. Lediglich im April dieses Jahres wurden in einem Bundesstaat (Goias) gleichzeitig zu den humanen Erkrankungsfällen auch Gelbfieberausbrüche in Affenpopulationen. registriert. Bis zum Jahr 1999 wurden in Brasilien lediglich humane Gelbfiebererkrankungen gemeldet. Dann fanden sich aber in etlichen Landkreisen der Bundesstaaten Goias und Tocantins tote Affen und im zeitlichen Zusammenhang damit kam es zu Erkrankungsfällen beim Menschen. Seit dieser Zeit werden Gelbfieberinfektionen bei Affen als Indikator für ein drohendes Gelbfieberrisiko für die Einwohner der entsprechenden Gegend angesehen. Im Jahr 2007 fanden sich mit dem Gelbfiebervirus infizierte Affen in 48 Landkreisen von insgesamt 9 Bundesstaaten. Die betroffenen Bundesstaaten waren Goias, Tocantins, Minas Gerais, Mato Grosso, Süd-Mato Grosso, Süd-Rio Grande, Piaui, Federal District und Nord-Rio Grande (ProMED).
Empfehlung: Durchführung einer Gelbfieberimpfung spätestens 10 Tage vor Einreise in die betroffenen Gebiete.

Bolivien
Gelbfieber-Impfung für US-Amerikaner vorgeschrieben [24.12.2007]
News 2976

Das bolivianische Generalkonsulat in den USA gab bekannt, dass alle Personen ab dem Alter von 12 Monaten für die Einreise nach Bolivien ein gültiges Gelbfieberimpfdokument vorlegen müssen.
Die neuen Einreisevorschriften können unter http://www.bolivia-usa.org/consulares/consulares_VISA_english.htm eingesehen werden. Die US-Botschaft in La Paz gab bekannt, dass für den Fall, dass kein Impfdokument vorgelegt wird, zumindest mit Verzögerungen bei der Einreise gerechnet werden müsse. Die Einreise ohne gültige Impfbescheinigung würde jedoch nicht verweigert, wenn der Reisende eine Einverständniserklärung unterschreibt, im Falle einer Gelbfieberinfektion nicht den bolivianischen Staat haftbar zu machen. Für den Fall, dass medizinische Gründe gegen eine Gelbfieberimpfung sprechen, muss ein Impfbefreiungszeugnis in spanischer Sprache vorgelegt werden (ProMED). Es ist derzeit unklar, inwieweit sich die neuen Bestimmungen auch auf EU-Bürger beziehen.
Empfehlung: Durchführung einer Gelbfieberimpfung spätestens 10 Tage vor Einreise.

Italien
Meningokokken-Meningitis in Veneto [22.12.2007]
News 2975

Vor einer Woche erkrankten 7 Personen aus der Gegend von Treviso an bakterieller Hirnhautentzündung. Die Fälle fanden sich in einer Reihe kleinerer Städte in der Region: Montebelluna, Conegliano Veneto und Pederobba. Bei den Patienten handelte es sich um jüngere Leute im Alter zwischen 15 und 33 Jahre. Die meisten Betroffenen sind südamerikanischer Herkunft und hatten vor Erkrankungsbeginn eine Tanzparty besucht. Drei der sieben Patienten sind inzwischen an den Folgen der Hirnhautentzündung verstorben. Bei den Todesopfern handelt es sich um einen 15-jährigen Jugendlichen, einen 30-jährigen afrikanischen Migranten und eine Einwohnerin Venetos. Die durchgeführten Tests zeigten eine Infektion mit Meningokokken Serotyp C. Alle Personen, die mit den Erkrankten in Kontakt gekommen waren, haben prophylaktisch eine antibiotische Behandlung erhalten (ProMED).
Empfehlung: Durchführung der Meningokokken-C-Schutzimpfung während der Kindheit.

Indien
Chikungunya-Fieber in Karnataka [22.12.2007]
News 2974

In Karnataka wird eine Zunahme der Chikungunya-Aktivität beobachtet. Bereits mehr als 100 Personen sind erkrankt. Es wird auch eine Ausbreitung in andere Distrikte beobachtet. So wurden bereits Fälle aus Ghousianagar, Kyatamaranahalli, Jyothinagara, Udayagiri, Raghavendranagar, Lourdnagar, Vidyaranyapuram und anderen Gegenden gemeldet. Es ist immer noch unklar, wann das Chikungunya-Fieber erstmals in Karnataka aufgetreten ist. Auch ist noch nicht klar, ob die gemeldeten Fälle bereits mittels Labordiagnostik bestätigt worden sind. Ebenfalls muss die Verbreitung und der Durchseuchungsgrad der Überträgermücken in der Region noch weiter untersucht werden (ProMED).
Empfehlungen: Ganztägigen Mückenschutz beachten. Bei fieberhaften Infekten nach Aufenthalt in Chikungunya-Risikogebieten sollte eine tropenmedizinische Spezialdiagnostik durchgeführt werden.

Serbien und Montenegro
Hepatitis A-Situation in Nis [21.12.2007]
News 2973

Die im Südosten Asiens gelegene Stadt Nis ist aktuell von einem Hepatitis A-Ausbruch betroffen. Zwischen 8. Oktober und 30 November wurden 716 Fälle der Erkrankung diagnostiziert. Insgesamt 150 Patienten (21%) mussten klinisch behandelt werden. Mit 74% waren Männer deutlich häufiger betroffen als Frauen. Insgesamt dominierte die Altergruppe zwischen 20 und 35 Jahre (53%). Die höchste Inzidenz wurde in der Altersgruppe zwischen 20 und 24 Jahren beobachtet (1 258/100 000). Durch die relativ niedrige Durchseuchungsrate der Bevölkerung innerhalb der letzten 20 Jahre und die niedrigen Hepatitis A-Impfraten ist die Bevölkerung aktuell  in hohem Maße empfänglich für Hepatitis A-Infektionen. Das Risiko erhöht sich vor allem im Zusammenhang mit einer unzureichenden Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene und Defiziten in den allgemeinen Hygieneverhältnissen (sanitäre Anlagen, Trinkwasserversorgung usw.) (ProMED).
Empfehlungen: Auf Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene achten. Hepatitis A-Impfung durchführen.

Sudan
Rift-Valley-Fieber Situation [21.12.2007]
News 2972

Weiterhin werden Fälle von Rift-Valley-Fieber (RVF) aus dem Sudan registriert. Bis zum 19. Dezember wurden insgesamt 601 RVF-Erkrankungen mit 211 Todesfällen gemeldet. Betroffen sind vor allem die Regionen White Nile, Sennar, Gazeera und River Nile States. Zusätzlich sind 31 Erkrankungen, einschließlich 7 Todesfälle, in Khartoum State beobachtet worden. Diese Patienten haben sich jedoch aller Wahrscheinlichkeit nach nicht in Khartoum, sondern in anderen Landesteilen infiziert. Der Bundesstaat Gazeera bleibt mit insgesamt 406 Erkrankungen und 148 Todesfällen weiterhin am stärksten von dem RVF-Ausbruch betroffen (ProMED).
Empfehlungen: In dem betroffenen Gebiet sollte der Aufenthalt in der Nähe von Viehherden vermieden werden. Ganztägig Insektenschutz beachten.

Brasilien
Dengue-Situation [18.12.2007]
News 2971

Das brasilianische Gesundheitsministerium berichtete aktuell über die diesjährige Dengue-Situation. Seit Anfang des Jahres wurden 536 519 Fälle der Erkrankung registriert.
Verglichen mit der Fallstatistik im Vorjahr (2006) fand sich eine absolute Zunahme der Erkrankungen um 200 000. Ursache hierfür waren die diesjährigen Dengue-Epidemien in Mato Grosso do Sul, Parana, Rio de Janeiro und Pernambuco. Bei 1275 Personen lag ein schwerer Krankheitsverlauf im Sinne eines Dengue-Hämorrhagischen-Fiebers (DHF) vor. Bei DHF findet sich eine erhöhte Blutungsneigung. Von den 1275 DHF-Patienten starben 136 (10.7%) an ihrer Erkrankung. Damit hat sich die Sterblichkeitsrate bei DHF-Erkrankung im Vergleich zu 2002, dem Jahr mit Brasiliens höchster je festgestellten Dengue-Aktivität, praktisch verdoppelt. Insgesamt 44% aller Dengue-Fieber Fälle fanden sich in Städten mit weniger als 100 000 Einwohnern. Der am stärksten betroffene Teil des Landes war die Central-West Region (811 Fälle auf 100 000 Einwohner). Etwa 68% dieser Fälle wurden in Mato Grosso do Sul diagnostiziert. Im Nordosten Brasiliens fanden sich 26% aller national registrierten Fälle. Mit „nur“ 46 012 Fällen war die Nord Region des Landes am wenigsten stark betroffen (ProMED).
Empfehlung: Ganztägig Mückenschutz beachten. Beseitigung oder Abdeckung von Wasserreservoirs (Regentonnen o.ä.) im Wohnumfeld.

Pakistan
Vogelgrippe [16.12.2007]
News 2970

Das Gesundheitsministerium bestätigte den ersten Todesfall durch die Vogelgrippe in Pakistan. Der Verstorbene war mit der Tötung infizierter Vögel auf einer Putenfarm beauftragt. Einer der Brüder des Mannes, der an der Tötung beteiligt war, verstarb ebenfalls. In seinem Fall blieb eine mikrobiologische Diagnostik aus bisher unbekannten Gründen aus. Insgesamt wurden in Pakistan 6 Fälle von Vogelgrippe bestätigt, 5 der Erkrankten sind inzwischen genesen. 2  der 4 erwähnten Brüder wurden positiv auf das H5N1-Virus getestet, ein dritter verstarb ohne Diagnostik. 3 der Brüder, darunter auch die beiden Verstorbenen, waren mit Tötung von Geflügel befasst (ProMED).
Empfehlung: Der Kontakt zu lebendem oder frisch geschlachtetem Geflügel sowie zu Geflügelausscheidungen sollte vermieden werden.

Indonesien
Chikungunya-Fieber in Teilen von Java [15.12.2007]
News 2969

Vom 10.-15. Dezember 2007 haben sich annähernd 997 Einwohner des Bezirks Jepara in Zentral Java mit dem Chikungunya-Fieber infiziert. Die Zahl der Erkrankten dürfte weiterhin zunehmen. Die Gesundheitsbehörde des Bezirks spricht von einem Notstand. Da das Chikungunya-Fieber nicht als tödliche Erkrankung eingestuft wird, hat die zentrale Gesundheitsbehörde des Bezirks Jepara die Bevölkerung jedoch beruhigt. Das Chikungunya- Fieber, das durch die Aedes-Mücke übertragen wird, kann eine 3-5 tägige Lähmung verursachen. Diese klingt jedoch innerhalb von 10 Tagen von selbst ab.
In Jepara kommt neben dem Chikungunya-Fieber auch das Dengue-Fieber vor. Von Januar bis Dezember 2007 wurden in Jepara mehr als 2000 Fälle von Dengue-Fieber registriert. Unklar ist, ob die Infektionen durch Labordiagnostik oder ausschließlich aufgrund klinischer Befunde differenziert werden. In beiden Fällen besteht die Bekämpfung der Überträgermücken in der Beseitigung ihrer Brutstätten. Beide Moskitoarten (Aedes albopictus, Aedes aegyptii) können das Chikungunya-Virus und die vier Subtypen des Dengue-Virus übertragen (ProMED).
Empfehlung: Ganztägigen Mückenschutz beachten. Bei fieberhaften Infekten nach Aufenthalt in Chikungunya-Risikogebieten sollte eine tropenmedizinische Spezialdiagnostik durchgeführt werden.

Neuseeland
Masern-Import in Auckland [14.12.2007]
News 2968

Bei einem international Reisenden wurden nach der Ankunft in Auckland Masern diagnostiziert. Der Erkrankte war mit Herkunft Brisbane als Passagier der Air New Zealand  am 28. November 2007 nach Neuseeland eingereist. Masern sind eine hochgradig ansteckende Erkrankung, die gelegentlich mit schwerwiegenden Komplikationen wie Masern-Pneumonie (Lungenentzündung) und Gehirnentzündung einhergeht. Die Inkubationszeit beträgt nach Exposition ungefähr 8-12 Tage. Durch die hohe Immunsierungsrate in Neuseeland kommt die Erkrankung nur selten vor, bei ungeimpften Personen kann sich die Erkrankung jedoch schnell ausbreiten (The New Zealand Herald).
Empfehlung: Impfschutz gegen Masern, Mumps und Röteln empfohlen. Jeder = 40 Jahren sollte zweimal gegen MMR geimpft sein.

Indien
Schlafkrankheit in Maharashtra [14.12.2007]
News 2967

In Teilen von Maharashtra (inklusive Mumbai) wurde die Trypanosomiasis (Schlafkrankheit) diagnostiziert. Die sonst in den Subsahararegionen Afrikas endemische Erkrankung tritt in der betroffenen Region nur selten auf. Insgesamt wurde die Erkrankung 2007 bei 3 Personen aus unterschiedlichen Regionen und unterschiedlicher Herkunft diagnostiziert. Ein Team der WHO entnahm vor wenigen Monaten Blutproben der Erkrankten. Bis heute ist nicht geklärt wie die Erkrankung, die hauptsächlich in Rindern ihr Erregerreservoir hat, auf den Menschen übertragen werden konnte. Bemerkenswerterweise entwickelte keiner der Erkrankten neurologische Symptome. Der Parasit gelangt über den Blutkreislauf ins Gehirn und verursacht Lethargie und Verhaltensauffälligkeiten. Die Erkrankung beginnt mit Fieber und im weiteren Verlauf kommt es zu Gelenk- und Gliederschmerzen. Unbehandelt führt die Erkrankung zu einem Zusammenbruch des Immunsystems und kann dann zum Tod führen. In Indien wurde die Erkrankung bislang nur bei Tieren diagnostiziert. Trypanosomen, wie die Trypanosoma evansi, sind in Zentral- und Südamerika und in Asien unter Wild- und Haustieren weit verbreitet und verursachen die tierische Trypanosomiasis. In Abwesenheit der Tsetse-Fliege können auch andere bremsenartige Stechfliegen den Erreger übertragen (ProMED).
Empfehlungen: Ganztägiger Schutz vor Insektenstichen.

Niederlande
Ornithose (Psittakose)-Ausbruch nach einer Vogelschau [13.12.2007] 
News 2966

Am 14. November 2007 berichtete ein Allgemeinarzt aus der Region Nijmegen über 3 Erkrankte mit den folgenden Symptomen: hohes Fieber, Brechreiz, Diarrhöe und Kopfschmerzen. Alle Erkrankten waren Besucher einer Vogelschau in der Kleinstadt Weurt bei Beuningen. Die von ca. 200 Menschen besuchte Ausstellung fand vom 31. Oktober bis 4. November 2007 statt. Am 15. November 2007 erkrankten mindestens 18 Vogelschaubesucher aus dem Umkreis des örtlichen Vogelverbands an den oben genannten Symptomen. 7 von ihnen wurden im Krankenhaus behandelt. Aufgrund der klinischen Symptomatik, dem Erkrankungsbeginn und der Exposition zu Vögeln wurde die Verdachtsdiagnose Ornithose (Psittakose) gestellt. Am 16. November 2007 wurde 1 von 2 Sputumproben und 1 von 6 Rachenabstrichen der 6 Erkrankten positiv auf Chlamydia psittaci getestet. Die 2 positiven Proben stammten von 2 verschiedenen Patienten.
In den Niederlanden werden jährlich zwischen 30 bis 70 Fälle von Ornithose (Psittakose) registriert. Unbehandelt kann die Ornithose mit ernsthaften Komplikationen einhergehen, z.B. mit schwerer Lungenentzündung. Meist kommt die Ornithose nur sporadisch vor, von Ausbrüchen wird nur selten berichtet (ProMED).
Empfehlung: Ein enger Kontakt mit Vögeln und deren Ausscheidungen und Federn sollte vermieden werden. Bei Ziervögeln sollte auf Käfig- und allgemeine Hygiene geachtet werden. Eine Impfmöglichkeit besteht nicht.

Bahamas
Malaria-Update Great Exuma [13.12.2007]
News 2965

In den letzten Monaten wurden keine neuen Malariafälle mehr bei Reisenden aus der Region gemeldet. Im August 2007 erhielten die Centers for Disease Control and Prevention (CDC) der USA offizielle Berichte über 2 bestätigte Malariafälle auf Great Exuma, einer Inselgruppe der Bahamas. Die Region galt bislang nicht als Malaria-Risikogebiet, daher bestand auch keine Empfehlung für eine medikamentöse Malariaprophylaxe. Zuletzt wurde im späten Frühjahr und Sommer 2006 von einem Malaria-Ausbruch auf Great Exuma berichtet. Dieser Ausbruch endete im September 2006. Das Gesundheitsministerium auf den Bahamas setzt die Surveillance- und Kontrollmaßnahmen in der Region fort. Nach diesem 2. Malaria-Ausbruch innerhalb von 2 Jahren sollten sich Reisende vor einem Besuch der Great Exuma über die aktuelle Malariasituation informieren (ProMED).
Empfehlung: Ganztägig Mückenschutzmaßnahmen betreiben. Bei fieberhaften Erkrankungen nach einem Aufenthalt auf Great Exuma sollte eine Malariadiagnostik veranlasst werden.

Myanmar
Vogelgrippe [14.12.2007]
News 2964

Das Gesundheitsministerium bestätigte den ersten Fall einer Infektion mit dem H5N1-Virus beim Menschen in Myanmar. Betroffen ist ein 7 Jahre altes Mädchen aus Kyaing Tone im östlichen Bundesstaat Shan. Der Fall wurde bei einer Routinebeobachtung im Nachzug eines H5N1-Ausbruchs bei Geflügel Mitte November entdeckt. Die Erkrankte entwickelte am 21. November 2007 Fieber und Kopfschmerzen und kam am 27. November in stationäre Behandlung. Das Mädchen ist mittlerweile wieder genesen. Der Nachweis einer H5N1-Infektion erfolgte durch das National Health Laboratory in Yangon und das National Institute of Health in Thailand. Die Diagnose wurde inzwischen vom WHO-Referenzlabor und National Institute of Infectious Diseases in Tokio bestätigt (ProMED).
Empfehlung: Der Kontakt zu lebendem oder frisch geschlachtetem Geflügel sowie zu Geflügelausscheidungen sollte vermieden werden.

Indonesien
Vogelgrippe [13.12.2007]
News 2963

Das indonesische Gesundheitsministerium berichtete über 2 aktuelle Fälle von H5N1- Infektionen beim Menschen. Eine 28-jährige Patientin aus Tangerang in der Provinz Banten entwickelte am 1. Dezember 2007 die Symptome einer H5N1-Infektion, wurde am 7. Dezember 2007 in ein Krankenhaus eingewiesen und verstarb dort am 10. Dezember 2007. Die Patientin arbeitete als Blumenverkäuferin auf einem Straßenmarkt in unmittelbarer Nähe von Geflügel und Geflügelkäfigen. Die Untersuchungen über die Infektionsquelle werden fortgesetzt.
Ein 47-jähriger Mann aus Tangerang auf Java entwickelte am 2. Dezember 2007 die Symptome einer H5N1-Infektion  und kam am 9. Dezember in stationäre Behandlung. Die Infektionsquelle ist noch nicht bekannt. In Indonesien verliefen 92 der bisher bestätigten 115 Fälle von H5N1-Infektionen beim Menschen tödlich (ProMED).
Empfehlung: Der Kontakt zu lebendem oder frisch geschlachtetem Geflügel sowie zu Geflügelausscheidungen sollte vermieden werden.

Vereinigte Staaten von Amerika
Mumps in Süd-Nevada [12.12.2007]
News 2962

Im Landkreis Clark County wurden innerhalb der letzten Wochen insgesamt 6 Fälle von Mumps registriert. Die Erkrankung ist sehr ansteckend und kann sich rasch verbreiteten. Die Übertragung der Mumpsviren erfolgt durch Tröpfcheninfektion, etwa beim Niesen und Nasenschnäuzen oder durch Kontakt mit kontaminierten Oberflächen. Symptome einer Mumpsinfektion sind u.a. Fieber, Kopfschmerzen, Gliederschmerzen und eine Schwellung der Ohrspeicheldrüsen. Der Bericht aus Nevada enthält bisher keine Informationen über Alter und Impfstatus der Erkrankten. Die Untersuchung über einen möglichen Zusammenhang des Mumps-Ausbruchs in Süd-Nevada mit einem Ausbruch in Kanada steht noch aus (ProMED).
Empfehlung: Impfschutz gegen Masern, Mumps und Röteln empfohlen. Jeder = 40 Jahren sollte zweimal gegen MMR geimpft sein.

Vereinigte Staaten von Amerika
Ciguatera-Vergiftung in St. Louis [12.12.2007]
News 2961

In der Gegend um St. Louis haben sich mindestens 10 Kunden von 2 örtlichen Restaurants eine Ciguatera-Vergiftung zugezogen. Dieses sind die ersten in dieser Gegend registrierten Fälle. Die amerikanische Food & Drug Administration (FDA) untersucht den ungewöhnlich umfangreichen Ausbruch der Erkrankung. Gewöhnlich werden in den USA nur rund 30 Fälle einer Ciguatera-Vergiftung im Jahr registriert. Alle betroffene Gäste haben tropischen Bernsteinfisch (engl.: Amberjack) gegessen. Ciguatera ist ein Algengift, das sich im Fleisch bestimmter tropischer (Raub-) Fische (u.a. Barracuda,  Zackenbarsch, Schnapperfisch, Aal, Wolfsbarsch, Spanische Makrele) ansammeln kann. Die wichtigsten Symptome einer Ciguatera-Vergiftung bestehen in Taubheitsgefühl im Bereich von Mund und Lippen, Diarrhöe, Übelkeit, Erbrechen, Hitzewallungen sowie Gelenk- und Muskelschmerzen. Es ist nur eine symptomatische Behandlung möglich. Im Allgemeinen verschwinden die Beschwerden nach wenigen Tagen, in Fällen von schwerer Vergiftung können neurologische Symptome über Monate bis Jahre andauern. Tödliche Verläufe sind sehr selten (ProMED).
Empfehlungen: In Regionen mit bekanntem Ciguatera-Risiko sollte auf Fisch, insbesondere auf den Genuss größerer Raubfische verzichtet werden. Das Kochen oder Braten von Fischen bietet keinen Schutz vor einer Vergiftung.



China
2ter Pest-Fall in der Gansu Provinz
News 2960

Aus der Gansu Provinz im Nordwesten Chinas wird der 2. Pestfall in 2007 berichtet. Der Patient verstarb. Es sind keine weiteren Details bekannt. Aus dieser Provinz wurde bereits der 1. Fall in diesem Jahr berichtet. Todesfälle durch Y. pestis Infektionen treten üblicherweise bakteriell bzw. als Lungenpest auf. Pestfälle in Nord China nahe der mongolischen Grenze kommen i.d.R. bei Murmeltierjägern vor und wird durch infizierte Fliegen oder Kontakt mit Blut bei der Häutung der Tiere übertragen
Empfehlungen: Sehr geringes Risiko für Reisende. Repellents verwenden die ebenfalls Wirkung auf Fliegen haben.

Indonesien
Dengue-Update [11.12.2007]
News 2959

Das Department of Health meldet am 5.12.2007 bereits 134.847 Fälle von Dengue-Fieber. Mehr als 30% davon aus Jakarta. Diese Zahl ist ein Zuwachs an Fällen gegenüber dem Jahr 2006 wo zum gleichen Zeitpunkt 24.932 mit 39 Todesfällen gemeldet wurden. Dieses Jahr erkranken 30.469 und 81 verstarben. Mehrere Faktoren sind für die besondere Dichte der Fälle in Jakarta verantwortlich: Schlechte Versorgung, hohe Mobilität, enge Wohnweise. und steigende Temeraturen. Eine Kampagne zur Eindämmung des Dengue-Fiebers hat noch keinen richtigen Erfolg gezeigt.
Empfehlung: Ganztägig Mückenschutz beachten.

Brasilien
Dengue-Fieber in der Provinz Ceara and Sao Paulo [11.12.2007]
News 2958

Der Gesundheitsminister der Provinz Creara bestätigt den 10. Todesfall durch Dengue hämoraschisches Fieber im Jahr 2007 den letzten in Fortaleza. Die Todesfälle wurden bestätigt aus: Sobral (3), Juazeiro del Norte (2), Caucai (1), Salitre (1), Quixada (1), Camocin (1). 27 Verdachtsfälle werden untersucht, 16 davon aus Fortaleza, die anderen aus Amontada (1), Caninde (1), Caucaia (2), Itapipoca (2), Maracanau (2), Pacajus (1), Taua (1) und Tejucuoca (1). Bis heute wurden in 2007 40.255 Fälle des klassischen Dengue-Fiebers (631 hämoragische Form) in Ceara registriet. Von diesen sind 23.595 (284) bestätigt. Das ist die größte Anzahl seit 2003 wo 291 dokumentiert sind.
Empfehlung: Gantägig Mückenschutz beachten.

Nigeria
Masernausbruch (09.12.2007)
News 2957

Mehr als 200 Kinder verstarben bei einem Masernausbruch im Norden von Central Nigeria in Zaria. Hunderte weitere sind in den öffentlichen und privaten Klinken dort in kritischem Zustand. Es wird befürchtet, daß die Krankheit nun auch sehr schnell auf die anderen lokalen Nachbarn einschl. Sabon Gari, Hunkuyi, Soba, Makarfi, Giwa und Kubau übergreift. Zaria ist die Hauptstadt der provinz Kaduna, welcher in Nord-Zentral-Nigeria liegt. Diese Region hat überwiegend eine muslimische Bevölkerung die Widerstand gegen eine Impfaktion leistet. Die Stärke des Masern-usbruchs zeigt, daß die die Impfrate dort sehr niedrig ist was vor allem die Kinder betrifft.
Empfehlung: Impfung gegen MMR. Jede Person unter 40 sollte 2 mal gegen MMR geimpft sein.

Uganda
Trypanosomiasis [07.12.2007]
News 2956

Im letzten Monat wurde bei 12 Personen im Mayuge Grade Three health centremit Schlafkrankheit (afrikanische Trypanosomiasis) diagnostiziert. Der Mayuge District liegt im südöstlichen Bereich von Uganda und wurde schon seit vielen Jahren als prepandemisch in Bezug auf diese Krankheit eingestuft. Deshalb sind die berichtetetn Fälle auch kiene Überraschung. Die Übertragung von T.b. gambiense geht aus vom northwestlichen Teil von Uganda, in erster Line aus Adjumani, Arua, Moyo and Yumbe, wo die Erreger der T.b. rhodesiense beheimatet sind und avom südöstlichen Teil von Uganda, vor allem in den 10 Distrikten (Busia, Busiri, Iganga, Jinja, Kamule, Kamuli, Mayuge, Mukono, Soroti and Tororo). Man ist überzeugt, daß der Erreger sich durch Tierwanderungen während der zivilen unruhen nordwärtsausweiten konnte.
Empfehlungen: Repellents verwenden die gegen die Tsetse-Fliegen schützen. Reisende die in diesen Gebieten aufhalten, sollten bei Verdacht sich einer speziellen Diagnistik unterziehen.

Vietnam
Cholera [05.12.2007]
News 2955

Bestätigt wurde eine Epidemie von ernsthaften Magen-Darm-Erkrankungen mit heftigen Durchfällen im Gebiet von Hanoi, allerdings keine weiteren Fälle in den letzten 7 Tagen. Fast 2.000 Fälle ernsthafter Dürchfälle wurden während der letzten 40 Tage berichtet. 293 Fälle hiervon als Cholera bestätigt. (Promed).
Empfehlung: Nahrungsmittel und Trinkwasserhygiene. Cholera-Impfung bei Risikoreisenden.

Uganda
Cholera Ausbruch in Nebbi [06.12.2007]
News 2954

Bei einem Choleraausbruch am 15.Okt. wurden 320 Menschen infiziert. 4 verstarben. Die Fälle wurden hauptsächlich aus den Provinzen Jonamu und Padyere berichtet. Ebenfalls wurde ein Ausbruch gemeldet im Buliisa Distrikt bei dem 140 Personen infiziert wurden. 5 Personen verstarben. Weitere 3 Personen verstarben im Hoima Distrikt, 84 wurden infiziert.
Empfehlung: Trinkwasser- und Nahrungsmittelhygiene beachten. Cholera-Impfung bei Risikoreisenden.

Kenia
Cholera [06.12.2007]
News 2953

Im Siaya District wurde der Straßenverkauf von Nahrungsmitteln verboten nach einem Ausbruch von Cholera. 3 Todesfälle von mehr als 46 Personen die sich in Behandlung begeben mußten. Die Behörden verodneten den Einwohnern abgeschlossene Toiletteneinrichtungen zu bauen die einem höheren Hygienestandard entprechen. Der Choleraausbruch ist ebenfalls auf unsauberes Trinkwasser und mangelnde Hygiene zurückzuführen.
Empfehlung: Trinkwasser- und Nahrungsmittelhygiene beachten. Cholera Impfung bei Risikoreisenden.

Somalia
Cholera [07.12.2007]
News 2952

Das Frühwarnsystem der WHO berichtet am 4.12. von 268 Fällen akuter wässriger Durchfälle mit 10 Todesfällen im Baidoa (Bay). 3 von 4 Tests erwiesen sich als Cholera. Die WHO startete unverzüglich ein Programm zur Verbesserung der Trinkwassersituation in dieser region. Am 30.11 wurden bereits 81 Fälle mit 3 Todesfällen in Luuq entdeckt. Das Cholera-Control-Komittee versucht durch tägliche Unterweisung der Bevölkerung die Hygienesituation der betroffenen Bevölkerung zu verbessern. Zwischen dem 24.11. und 30.11. wurden aus der Lower und Middle Juba Region 114 Fälle berichtet, 3 verstarben. Die WHO unterstützt die örtlichen Behörden bei der Trinkwasserreinung.
Empfehlung: Trinkwasser- und Nahrungsmittelhygiene beachten. Cholera-Impfung bei Risikoreisenden.

China
Brucellosis [05.12.2007]
News 2951

Die Zahl der Brucellose-Fälle bei Menschen in China wächst und die Fallzahlen in Heilongjiang sind stellenweise sehr hoch. Chinas Vorsorge und Kontrolle der menschlichen Brucellose ist in ernsten Schwierigkeiten, da die Gefahr  vor allem von den Kuh- und Schafproduzenten der Region ausgeht. In Gegensatz zu Chongqing, Guizhou, und Hainan haben alle anderen Provinzen bereits Fälle gemeldet. Die Top 10 der der gemeldeten Fälle sind: Innere Mongolei, Heilongjiang, Shanxi, Hebei, Shaanxi, Jilin, Liaoning, Xinjiang, Henan, and Shandong. Bereits Ende September wurden Landesweit 18.116 Brucellose-Fälle gemeldet was ein Zuwachs von 2,6% zum Jahr 2006 darstellt. Brucellose wird auf den Menschen durch zwei Wege übetragen. Durch dierekten Kontakt zu den infizierten Tieren und durch Tierprodukte, vor allem unpasteurisierte Milch.
Empfehlung: Eine spezielle Empfehlung kann nicht gegeben werden. Vermeiung von Rohmilchprodukten.



Kanada
Salmonellosis in Ontario [27.11.2007]
News 2950

Die Western Ontario Universität wurde von einem Salmonellen-Ausbruch betroffen.
Die Universität liegt in der Stadt London im Südwesten der Provinz Ontario. Inzwischen wurden 8 neue Fälle der Erkrankung gemeldet. Damit liegt die Zahl der offiziell bestätigten Salmonellose-Fälle aktuell bei 85. Bei mindestens 5 Patienten war eine stationäre Versorgung erforderlich. Auch existieren noch dutzende bislang unbestätigte Verdachtsfälle der Erkrankung. Der Salmonellen-Ausbruch wurde mit einem Pita Pit Fastfood-Restaurant auf dem Campus der Universität in Verbindung gebracht. Das Restaurant wurde inzwischen geschlossen und soll vor einer Wiedereröffnung gründlich desinfiziert werden. Bei dem isolierten Erregerstamm handelt es sich um Salmonella enterica, Serotyp Typhimurium, Phagentyp 108 (ProMED).
Empfehlung: Auf aktuelle Produktwarnungen sollte geachtet werden. Allgemeine Nahrungsmittelhygiene beachten.

Dominikanische Republik
Malaria bei Touristen [26.11.2007]
News 2949

Das Bernhard-Nocht-Institut (BNI) für Tropenmedizin in Hamburg meldete 2 Fälle von Malaria tropica bei deutschen Reisenden. Beide Patienten hatten sich zwischen dem 27. Oktober und 10. November in Punta Cana aufgehalten. Ausflüge ins Landesinnere wurden nicht unternommen. Nach der Rückkehr nach Deutschland litten die beiden 71-jährigen Reisenden unter Diarrhöe, Schüttelfrost und Fieberanfällen. Im Rahmen der tropenmedizinischen Diagnostik wurde in beiden Fällen Plasmodium falciparum, der Erreger der Malaria tropica, nachgewiesen. Die Parasitendichte betrug 1%. Beide Patienten befinden sich in einem stabilen Gesundheitszustand, sind aber weiterhin hospitalisiert. Es handelt sich um die ersten bei Touristen gemeldeten Malariafälle seit Dezember 2006. Dies zeigt dass insbesondere bei Aufenthalten in der Provinz Altagracia weiterhin von einem Malariarisiko auszugehen ist (BNI, ProMED).
Empfehlungen: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die Centers for Disease Control and Prevention (CDC) empfehlen für Reisen in die Provinz Altagracia sowie für Aufenthalte nahe der Grenze zu Haiti die Durchführung einer Malaria-Chemoprophylaxe. Vor allem sollte auf konsequenten Mückenschutz geachtet werden.

Bangladesch
Nipahvirus-Infektionen [25.11.2007]
News 2948

Anfang April starben in der westlich gelegenen Kushtia Region 6 Menschen an einer zunächst undiagnostizierten Erkrankung. Im Vordergrund stand eine neurologische Symptomatik. Inzwischen wurden 3 von 6 Patientenproben positiv auf das Nipahvirus getestet.
Im benachbart liegenden Nadia-Distrikt West Bengals wurde Mitte April ein Nipah-Ausbruch mit 50 Verdachtsfällen, einschließlich dreier Todesfälle, gemeldet. Lediglich im Fall der 3 Todesopfer erfolgte eine labordiagnostische Bestätigung der Verdachtsdiagnose.
Darüber hinaus identifizierte ein nationales Forschungszentrum Bangladeshs für die Zeit zwischen 21. Januar und 4. April 2007 weitere 12 Fälle mit starkem Verdacht auf Nipahvirus-Infektion. Die Mehrzahl der Erkrankungen in diesem Zeitraum fand sich in der Thakurgaon Region im Norden des Landes. Ausbrüche von Nipahvirus-Infektionen wurden in den vergangenen Jahren wiederholt in einigen Regionen Asiens beobachtet. Während eines Ausbruchs der Erkrankung in Bangladesh im Jahr 2005 waren 12 Personen nach dem Genuss kontaminierten Palmsaftes erkrankt. Das Getränk war durch den Kot infizierter Fledermäuse verunreinigt worden (ProMED).
Empfehlungen: Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene beachten. Der Kontakt zu Erkrankten sollte vermieden werden.

Sri Lanka
undiagnostiziertes Fieber [24.11.2007]
News 2947

Bereits mehr als 700 Personen in der Region Jaffna sind von einer bislang noch undiagnostizierten fieberhaften Erkrankung betroffen. Am stärksten heimgesucht wurden die ländlichen Gebiete Manthigai, Valveddiththu'rai, Kayts und Chaavakachcheari. Da vor Ort keine ausreichende medizinische Versorgung gewährleistet war, wurden die Patienten in das Krankenhaus in Jaffna geschickt. Das Hospital arbeitet derzeit am Rande seiner Kapazitätsgrenzen. Beobachter vor Ort sehen einen Zusammenhang zwischen dem Erkrankungsausbruch und dem Einsetzen der Monsunregenfälle. Ende vergangenen Jahres (2006) war Sri Lanka von einem Ausbruch des Chikungunya-Fiebers betroffen. Aber auch ein Ausbruch des ebenfalls durch Moskitos übertragenen Dengue-Fiebers sowie auch andere Erkrankungen können derzeit nicht ausgeschlossen werden (ProMED).
Empfehlungen: Ganztägigen Mückenschutz beachten. Bei fieberhaften Infekten nach Aufenthalt in Chikungunya-Risikogebieten sollte eine tropenmedizinische Spezialdiagnostik durchgeführt werden.

Dominikanische Republik
Leptospirose-Ausbruch [24.11.2007]
News 2946

Der Gesundheitsminister der Dominikanischen Republik, Bautista Rojas Gomez, meldete 25 Todesfälle mit insgesamt etwa 200 Erkrankungen. Es handelt sich um einen Ausbruch der Leptospirose, einer bakteriellen Erkrankung, die durch mit Nagetierurin verunreinigtes Wasser übertragen wird. Der Ausbruch wird im Zusammenhang mit den Überschwemmungen im Zuge des Tropensturms Noel gesehen. Besonders von den Überflutungen betroffen ist die Region entlang des Ozama Flusses nördlich und östlich der Hauptstadt Santo Domingo. Jedoch auch in Barahona Beack an der Südküste wurden Fälle der Leptospirose registriert. Leptospirose wird zwar in erster Linie durch Nagetiere übertragen, jedoch können auch Haus- und Nutztiere wie Hunde, Schweine und Rinder den Erreger ausscheiden. Eine direkte Übertragung der Erkrankung von Mensch zu Mensch ist nicht zu befürchten. Auch in den vergangenen Jahren war in der Karibik während der Herbstmonate eine Zunahme der Leptospirose beobachtet worden (ProMED).
Empfehlungen: Allgemeine Hygiene beachten. Direkten Hautkontakt mit verunreinigtem Wasser und/oder Gegenständen vermeiden.

Thailand
Hand-Fuß und Mund-Krankheit [23.11.2007]
News 2945

In Zentral- und Nordthailand mussten mehrere Schulen und Kindergärten wegen eines Ausbruchs der Hand-Fuß und Mund-Krankheit (HFMD) geschlossen werden.
HFMD ist eine in Asien nicht seltene Erkrankung, die meist bei Kindern im Alter unter 10 Jahren auftritt. Die Patienten leiden unter Blasenbildungen im Bereich der Hände und Füße sowie unter Entzündungen im Bereich der Mundschleimhaut. Meist verläuft die Erkrankung mild, jedoch sind vereinzelt auch schwere Krankheitsverläufe und Todesfälle zu beobachten.
Aktuell betroffen sind vor allem die Provinzen Lampang (im Norden) und Chon Buri (Zentralthailand). In Lampang erkrankten 10 Kinder im Kindergarten der Prachawit Schule. Etwa 10 weitere Fälle wurden aus der Ban Sattahib Schule (Sattahib-Distrikt) in Chon Buri gemeldet. Die wichtigsten Erreger der HFMD sind: Humanes Enterovirus 71, Humanes Coxsackievirus A16 und das Humane Echovirus 4 (ProMED).
Empfehlung:  Durch häufiges Händewaschen und gute Nahrungsmittelhygiene kann das Infektionsrisiko minimiert werden. Man sollte vor allem nur hygienisch völlig einwandfreies Trinkwasser verwenden und Kontakte mit Erkrankten vermeiden.

Angola
undiagnostizierte Erkrankung [22.11.2007
News 2944

Aus einem Hospital in Cacuaco wurden am 19. November dieses Jahres mehr als 390 Fälle einer undiagnostizierten Erkrankung gemeldet. Bei der Mehrzahl der Patienten (64%) handelt es sich um Kinder im Alter unter 15 Jahre. In Deutschland (München) wurden toxikologische Untersuchungen durchgeführt. Bei 5 von 6 untersuchten Blutproben fanden sich Hinweise auf eine Bromid-Vergiftung. Vergiftungen mit Bromsalzen äußern sich vor allem durch neurologische Symptome. Es finden sich beispielsweise Sprachstörungen, Kopfschmerzen, Gleichgewichtsstörungen sowie Krampfanfälle. Die Ergebnisse weiterer Laboruntersuchungen stehen derzeit noch aus (ProMED).
Empfehlungen: Auf Produktwarnungen sollte geachtet werden.

Vereinigte Staaten von Amerika
Mumpsfälle in Maine [21.11.2007]
News 2943

Seit September dieses Jahres wurden aus dem Bundesstaat Maine 7 Fälle von Mumps, davon allein 4 im November, gemeldet. Bei weiteren 24 Patienten besteht derzeit ein Verdacht auf Mumpsinfektion. Die Altersspanne der Betroffenen reicht vom späten Teenageralter bis zum Alter von Ende 50. Symptome einer Mumpsinfektion sind Fieber, Kopfschmerz, Gliederschmerzen und eine Schwellung der Ohrspeicheldrüsen. Eine Ansteckungsgefahr besteht 3 Tage vor bis 9 Tage nach Einsetzen der Symptomatik. Die Übertragung der Mumpsviren erfolgt durch Tröpfchen oder durch Kontakt mit kontaminierten Oberflächen.
Im Allgemeinen ist Mumps eine milde und selbstlimitierende Erkrankung. Schätzungsweise 1/3 aller Mumpsfälle verläuft asymptomatisch. In einzelnen Fällen können jedoch auch schwerwiegende Komplikationen wie Meningitis und Enzephalitis auftreten. Außerdem ist bei 20-30% der erkrankten Männer mit einer Hodenentzündung zu rechnen (ProMED).
Empfehlung: Impfschutz gegen Masern, Mumps und Röteln empfohlen. Jeder ≤ 40 Jahren sollte zweimal gegen MMR geimpft sein.

Indonesien
Verdacht auf Chikungunya-Fieber [21.11.2007]
News 2942

Mehrere hundert Dorfbewohner sind an heftigen Gelenkbeschwerden erkrankt. Betroffen ist vor allem Tulungagung im Osten Javas. Obwohl keine Todesfälle zu verzeichnen sind, sind Teile der Bevölkerung in Panik geraten. Auch besteht derzeit für die Dorfbewohner keine Möglichkeit, sich durch staatliche Gesundheitseinrichtungen kostenfrei behandeln zu lassen. Aktuell wird auch eine Ausbreitung der Erkrankung in Dörfer wie Brangus, Cankring und Karang beobachtet. Eine labordiagnostische Bestätigung der Verdachtsdiagnose „Chikunkunya-Fieber“ ist bislang noch nicht erfolgt. Es können daher auch andere Erkrankungen wie Dengue-Fieber zum jetzigen Zeitpunkt nicht ausgeschlossen werden (ProMED).
Empfehlungen: Ganztägigen Mückenschutz beachten. Bei fieberhaften Infekten nach Aufenthalt in Chikungunya-Risikogebieten sollte eine tropenmedizinische Spezialdiagnostik durchgeführt werden

Kongo, Demokratische Republik
Ebola-Situation [21.11.2007]
News 2941

Die Gesundheitsbehörden der Demokratischen Republik Kongo verkündeten am 19. November das Ende eines Ebola-Ausbruchs, dem in den vergangenen 8 Monaten 187 Menschen zum Opfer gefallen sind. Erste Fälle der Erkrankung waren im April dieses Jahres im Dorf Kampungu in der Western Kasai Provinz beobachtet worden. Im Vordergrund der Symptomatik standen Fieber, Muskelschmerzen, Erbrechen, Diarrhöe und innere Blutungen.
Weiterhin ist unklar, wie viele der 264 Verdachtsfälle tatsächlich an Ebola-hämorrhagischem-Fieber erkrankt waren. Von 110 untersuchten Blutproben wurden 26 positiv auf das Ebolavirus getestet. Derzeit gehen Experten davon aus, dass ein signifikanter Anteil der Verdachtsfälle tatsächlich an Typhus oder einer Shigellen-Infektion litten. Die Sterblichkeitsrate eines Ebola-hämorrhagischen-Fiebers liegt zwischen 50 und 90% (ProMED).
Empfehlung: Das Risiko für Reisende ist minimal. Ein Infektionsrisiko besteht in erster Linie bei der Pflege Erkrankter, insbesondere bei direktem Kontakt mit Blut oder Körperflüssigkeiten.



Malawi
Trypanosomiasis im Kasunga National Park [20.11.2007]
News 2940

Ein britischer Soldat hat sich während eines Manövers im Kasunga National Park mit Trypanosomen, den Erregern der Schlafkrankheit, infiziert. Die Diagnose der Erkrankung in diesem und in 4 weiteren Fällen wurde in Südafrika gestellt. Im Vordergrund der Symptomatik standen Fieber, Kopfschmerz und eine lokale Hautrötung. In der mikroskopischen Untersuchung des Blutes fand sich eine große Zahl von Trypanosomen. Auch zeigte sich bei dem britischen Soldaten neben einer Verringerung der Blutplättchen (Thrombozytopenie) und der weißen Blutkörperchen (Leukopenie) eine spezielle Störung der Blutgerinnung (DIC, disseminierte intravasale Koagulopathie). Bereits im November 2005 waren 2 Reisende nach Aufenthalt im Kasunga National Park an Trypanosomiasis erkrankt. Vor allem bei Aufenthalten in Nationalparks in Ost- und Zentralafrika besteht für Touristen ein Trypanosomiasis-Risiko (ProMED).
Empfehlungen:
Insektenschutz beachten. Bei Auftreten einer auffälligen Hautrötung nach Insektenstich (Tsetse-Fliege) sollte eine Trypanosomeninfektion ausgeschlossen werden.

Kanada
Mumpsfälle in Alberta [18.11.2007]
News 2939

 Lokale Gesundheitsbehörden meldeten eine Zunahme von Mumpserkrankungen in Calgary. Innerhalb von 1 ½ Monaten wurden 19 Fälle gemeldet. Damit ist die Gesamtanzahl der diesjährig registrierten Erkrankungen auf 33 gestiegen. Dies entspricht einem signifikanten Anstieg der Mumpsaktivität im Vergleich zum Vorjahr. Im gesamten Jahr 2006 waren lediglich 6 Fälle gemeldet worden. Aktuell sind vor allem Studenten betroffen. Allein aus der Gegend der Universität von Alberta wurden 27 Fälle gemeldet. Die diesjährig in zahlreichen Regionen (Ost-Kanada: Nova Scotia und Prince Edward Island; West-Kanada: Provinz Alberta) beobachtete Zunahme von Mumpsfällen macht erhebliche Lücken in der Versorgung der Bevölkerung mit Masern, Mumps, Röteln (MMR)-Impfstoff deutlich. Mumpserkrankungen bei Erwachsenen können in seltenen Fällen zu gravierenden Folgen/Komplikationen wie Meningitis (Hirnhautentzündung), Sterilität und Hörverlust führen (ProMED).
Empfehlung:
Impfschutz gegen Masern, Mumps und Röteln empfohlen. Jeder ≤ 40 Jahren sollte zweimal gegen MMR geimpft sein.

Sudan
Rift-Valley-Fieber [18.11.2007]
News 2938

Ein Ausbruch des Rift-Valley-Fiebers hat bislang mindestens 96 Menschen das Leben gekostet. Unklar ist bislang, in welchen Umfang die Viehbestände des Landes durch das Rift-Valley-Virus (RVV) betroffen sind. Im Gegensatz zu den sudanesischen Regierungsbehörden meldete die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine ausgedehnte Verbreitung des Erregers in einzelnen Viehbeständen. Einige islamische Schulen des Landes haben beschlossen, Tiere mit Verdacht auf RVV-Infektion für die rituellen Schlachtungen zum bevorstehenden Opferfest zuzulassen. Das RVV wird vor allem durch den Kontakt mit Blut oder Organen infizierter Tiere übertragen. Eine Übertragung des Erregers ist auch durch Moskitos möglich. Bei der Mehrzahl der Infizierten nimmt das Rift-Valley-Fieber einen milden Verlauf. In einigen Fällen wird jedoch ein schwerer Krankheitsverlauf mit erhöhter Blutungsneigung beobachtet. Hierbei kann es zu Darmblutungen sowie zu Blutungen aus Mund und Nase kommen. Da der aktuelle Ausbruch eine Sterblichkeitsrate von annähernd 50% aufweist, ist von einer erheblichen Dunkelziffer an subklinisch verlaufenden Erkrankungen auszugehen (WHO, ProMED).
Empfehlungen:
In dem betroffenen Gebiet sollte der Aufenthalt in der Nähe von Viehherden vermieden werden. Ganztägig Insektenschutz
beachten.

Belgien
Masernfälle in Antwerpen [17.11.2007]
News 2937

Im Oktober wurden durch den öffentlichen Gesundheitsdienst Antwerpens 8 Masern-Verdachtsfälle aus zwei jüdischen Schulen gemeldet. Aktuell wurden noch mindestens 15 weitere klinische Masernfälle innerhalb der betroffenen Gemeinschaft registriert. Die Einschleppung der Infektion nach Antwerpen erfolgte wahrscheinlich durch einen 17-jährigen Studenten aus Großbritannien. Da in Belgien keine Meldepflicht für Masern-Erkrankungen besteht, ist von einer relativ hohen Dunkelziffer auszugehen. Eine Ausbreitung der Masern in größere Teile der Bevölkerung Antwerpens ist jedoch bislang nicht zu beobachten. Bei den gemeldeten Erkrankungen waren Kinder im Alter zwischen 2 und 17 Jahren betroffen. Neun der erkrankten Kinder (39%) hatten früher mindestens eine Dosis des Masern-Impfstoffs erhalten. Insgesamt sind in Antwerpen 94% der Kinder im Alter zwischen 18 und 24 Monaten gegen Masern geimpft (ProMED).
Empfehlungen:
Impfschutz gegen Masern, Mumps und Röteln empfohlen. Jeder ≤ 40 Jahren sollte zweimal gegen MMR geimpft sein.

Uganda
Undiagnostizierte Erkrankung [16.11.2007]
News 2936

Aus dem Westen Ugandas wurden innerhalb der vergangenen 3 Monate 14 Todesfälle infolge einer undiagnostizierten Seuche gemeldet. Mindestens 37 weitere Personen sind erkrankt.
Betroffen ist der nahe der Grenze zur Demokratischen Republik Kongo gelegene Bundibugyo-Distrikt. Nach einer virologischen Untersuchung von Patientenproben bestätigte sich der zunächst geäußerte Verdacht auf Marburg-Virus-Infektion nicht. Im August dieses Jahres waren 3 Menschen in einem benachbarten Distrikt an Marburg-Fieber erkrankt. Auch ergaben die aktuellen Untersuchungen keinen Anhalt auf Rift-Valley-Fieber, an dem 96 Personen im benachbarten Sudan verstorben waren. Bei den Erkrankungen in Bundibugyo scheint es sich eher um Magen-Darm-Infektionen als um Fälle eines hämorrhagischen Fiebers zu handeln. Im Vordergrund der Symptomatik stehen Fieber und abdominelle Schmerzen. Die Ergebnisse weiterer Untersuchungen stehen derzeit noch aus (ProMED).
Empfehlungen:
Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene beachten. Der Kontakt zu Erkrankten sollte vermieden werden. Für Risikoreisende
Impfung gegen Typhus und Cholera.

Vereinigte Staaten von Amerika
Atemwegserkrankungen durch Adenovirus 14 [16.11.2007]
News 2935

Beim Adenovirus vom Serotyp 14 (Ad14) handelt es sich um einen zunehmend häufig beobachten Erreger, der zu schweren Atemwegsinfektionen führen kann. Bei gesunden jungen Erwachsenen wird der Erreger nur selten gefunden, ansonsten können aber alle Altergruppen betroffen sein. Im Mai 2006 starb ein 12 Tage alter Säugling in New York an einer Ad14-Infektion. Zwischen März und Juni dieses Jahres wurden in den Vereinigten Staaten weitere 140 Infektionen mit Ad14 registriert. Betroffen waren vor allem die Bundesstaaten Oregon, Washington und Texas. Mit 9 registrierten Todesopfern lag die Sterblichkeitsrate bei 5%. Bei 38% aller Patienten war eine stationäre Behandlung erforderlich. Innerhalb dieser Gruppe benötigten 17% eine intensivmedizinische Versorgung.
Die bei den Patienten gewonnenen Virusisolate unterschieden sich in ihrer genetischen Struktur von dem im Jahr 1955 isolierten Referenzstamm des Erregers. Nach Einschätzung von Experten müsse in Zukunft verstärkt mit Ad14-Ausbrüchen gerechnet werden (ProMED).
Empfehlungen:
Allgemeine Hygiene beachten. Häufiges Händewaschen und anschließende Verwendung von Papiertüchern anstelle von Handtüchern. Kontakte mit Erkrankten sollten vermieden werden.

Sambia
Milzbrand in Western Province [15.11.2007]
News 2934

Eine lokale Zeitung meldete 6 Milzbrandfälle aus dem Mongu-Distrikt in Sambias Western Province. Die Patienten erkrankten nach dem Verzehr von Fleisch einer verendeten Kuh. Die Regierungsbehörden haben inzwischen der Bevölkerung zugesichert, 23 000 Impfstoffdosen zur Impfung der Viehbestände zur Verfügung zu stellen. Milzbrandinfektionen bei Tieren werden in Mongu nicht selten beobachtet. Eine Massenimpfkampagne bei Rindern und Schafen dürfte jedoch nur einen begrenzten Effekt haben. Von größerer Bedeutung für die Eindämmung der Milzbranderkrankungen sind routinemäßig (jährlich) durchgeführte Impfungen der Viehbestände sowie eine Verbesserung des Meldewesens (ProMED).
Empfehlungen:
Nahrungsmittelhygiene beachten und kein Fleisch unbekannter Herkunft verzehren. Auch Tierkontakte sollten vermieden werden.

Sudan
Rift-Valley-Fieber, Update [15.11.2007)
News 2933

Bis zum 14. November dieses Jahres wurden im Sudan 329 Fälle von Rift-Valley-Fieber (RVF) gemeldet. Mit 96 registrierten Todesfällen liegt die Sterblichkeitsrate damit bislang bei 29%. Die höchste Erkrankungsaktivität wurde aus den Bundesstaaten White Nile, Sennar und Gazeera beobachtet. Ein besonders deutlicher Anstieg der Fallzahlen ist in Gazeera zu verzeichnen. In Gazeera, auf das inzwischen etwa 50% aller gemeldeten Fälle entfallen, bietet durch seine zahlreichen Kanäle besonders günstige Bedingungen für die Vermehrung und Ausbreitung der Überträgermücke. Das Ausmaß des RVF-Ausbruchs in den zentralen und östlichen Landesteilen ist bislang noch unklar. Auch Aufklärungskampagnen zur Information der lokalen Bevölkerung sollen in Kürze initiiert werden (ProMED).
Empfehlungen:
In dem betroffenen Gebiet sollte der Aufenthalt in der Nähe von Viehherden vermieden werden. Ganztägig Insektenschutz beachten.

Mosambik
Cholera in Cabo Delgado [15.11.2007]
News 2932

In der Provinz Cabo Delgado sind mehrere hundert Menschen an Cholera erkrankt. Mindestens 15 Patienten sind an der Erkrankung verstorben. Cabo Delgado liegt im Nordosten Mosambiks und grenzt an den Indischen Ozean. Innerhalb der vergangenen 2 Wochen wurden mindestens 400 Fälle mit Verdacht auf Cholera registriert. Die lokalen Gesundheitsbehörden geben an, den Ausbruch inzwischen unter Kontrolle gebracht zu haben.
Um eine weitere Ausbreitung der Cholera zu verhindern, sollen in Kürze Aufklärungskampagnen initiiert werden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) registrierte im vergangenen Jahr (2006) in Mosambik 6309 Choleraerkrankungen mit 29 Todesfällen. Der aktuelle Cholera-Ausbruch lässt sich auf fäkal verunreinigte Trinkwasserreservoirs und schlechte hygienische Lebensbedingungen zurückführen. Besonders während des Höhepunktes der Regenzeit muss mit einem weiteren Anstieg der Fallzahlen gerechnet werden. Dies gilt besonders für den mit 15 Todesfällen starb betroffenen Impirre-Distrikt (ProMED, WHO).
Empfehlungen:
Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene beachten. Cholera-Schluckimpfung für Risikoreisende.

Irak
Cholera, Todesfälle in Waisenhaus [15.11.2007]
News 2931

Das irakische Gesundheitsministerium meldete zwei Cholera-Todesfälle aus Baghdad. Betroffen waren zwei Jungen aus dem al-Hanan Waisenhaus. Bei mindestens 6 weiteren Waisenkindern wurde inzwischen Cholera diagnostiziert. Als Infektionsquelle konnte ein unzureichend gereinigtes Trinkwasserreservoir identifiziert werden. Auch auf eine Chlorierung des Wassers war verzichtet worden. Cholera-Ausbrüche lassen sich meist auf fäkal verunreinigtes Trinkwasser und schlechte hygienische Lebensbedingungen zurückführen. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation sind im Irak mehr als 30 000 Menschen von schweren wässrigen Durchfällen betroffen. Zumindest bei einem Teil dieser Erkrankungen dürfte es sich um Cholera handeln. Am stärksten betroffen sind die beiden nördlichen Provinzen Kirkuk und Sulaimaniya (ProMED, WHO).
Empfehlungen:
Nahrungsmittel-
und Trinkwasserhygiene beachten. Cholera-Schluckimpfung für Risikoreisende.

Mosambik
Gelbfieber-Impfpolitik [14.11.2007]
News 2930

Das Gesundheitsministerium Mosambiks hat in einer aktuellen Note nochmals darauf hingewiesen, dass KEINE Gelbfieber-Impfpflicht für Reisende besteht, deren Einreise aus Gelbfieber-freien Ländern erfolgt. Bei einer direkten Einreise aus Deutschland oder anderen nicht-endemischen Ländern ist die Impfung also nicht erforderlich. Neu ist jedoch, dass entlang der mosambikanischen Grenze sowie auf dem internationalen Flughafen von Maputo mit verstärkten Kontrollen zu rechnen ist. Dies geschieht, um diejenigen Passagiere zu überprüfen, die aus Gelbfieberrisikoländern einreisen und die deshalb eine international gültige Gelbfieberimpfung nachweisen müssen. Bei fehlender Gelbfieberimpfung kann die Impfung am Flughafen gegen eine Gebühr von 50 $ bzw. den entsprechenden Betrag in Meticais vorgenommen werden (Institut für Tropenmedizin Berlin).
Empfehlungen:
Reisende, die aus einem Gelbfieberrisikogebiet nach Mosambik einreisen wollen, sollten sich spätestens 10 Tage vor Reiseantritt gegen Gelbfieber impfen lassen.

Philippinen
Capillariasis in Zamboanga del Norte [13.11.2007]
News 2929

Aus Dörfern nahe der Stadt Zamboanga del Norte wurde ein Ausbruch der Capillariasis (Erreger:Capillaria Wurm, Capillaria philippinensis) gemeldet. Betroffen sind die Sulu Inseln, welche die Sulu See von der Celebes See trennen. Die Zahl der Todesopfer liegt bei über 70. In einer Stichprobe wurden 81 von 326 Einwohnern positiv auf den Erreger gestestet. Die Patienten infizierten sich über den Verzehr von rohem Fisch und ungegarten Shrimps. Vor allem die Flüsse in der Gegend von Siayan scheinen mit dem Erreger belastet zu sein. Die Eier des Wurms werden von Vögeln ausgeschieden. Nach der Aufnahme des Vogelkots durch Fische, kommt es zur Entwicklung von Erregerlarven, die beim Verzehr von Fischen in den menschlichen Darm gelangen können. Beim Absterben der Wurmlarven kann eine heftige Darmentzündung mit starken Schmerzen und Diarrhöe auftreten. Eine Behandlung der Erkrankung mit Mebendazol oder Albendazol ist möglich (ProMED).
Empfehlungen:
Auf den Verzehr von rohem Fisch und ungegarten Shrimps sollte verzichtet werden.

Indien
Undiagnostizierte Enzephalitis in Uttar Pradesh [13.11.2007]
News 2928

Innerhalb den vergangenen 9 Monate sind im Norden Indiens mindestens 350 Kinder an einer noch undiagnostizierten Form der Enzephalitis (Gehirnentzündung) gestorben. Erkrankungen bei Erwachsenen wurden bislang nicht beobachtet. Expertenteams vor Ort versuchen weiterhin die Ursache des Ausbruchs zu klären. In den vergangenen Jahren war Uttar Pradesh wiederholt von Epidemien der Japanischen Enzephalitis (JE) betroffen gewesen. Noch im Jahr 2006 waren 476 Kinder dieser Erkrankung zum Opfer gefallen. Seit Anfang des Jahres 2007 wurden bisher nicht mehr als 7 JE-Todesfälle beobachtet. Der Rückgang der Mortalität lässt sich auf die ausgedehnten JE-Impfprogramme der vergangenen Jahre zurückführen. Es ist derzeit unklar, ob es sich bei den undiagnostizierten Erkrankungen um Fälle der JE handeln könnte. Es kann bislang auch nicht ausgeschlossen werden, dass es sich um Nipahvirus-Infektionen handelt. Ausbrüche des Nipahvirus sind im Nordosten Indiens bereits beobachtet worden (ProMED).
Empfehlungen:
Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene beachten. Der Kontakt zu Erkrankten sollte vermieden werden. Auch ganztägig Insektenschutz beachten. Bei Risikoreisenden Durchführung einer Impfung gegen Japanische Enzephalitis.

Bangladesch
Undiagnostizierte Erkrankung [12.11.2007]
News 2927

In einer abgelegenen Region Bangladeshs sind 21 Menschen, überwiegend Kinder, an einer noch undiagnostizierten Enzephalitis (Gehirnentzündung) verstorben. Etwa 200 Personen sind von der Erkrankung betroffen. Mindestens 30 Patienten befinden sich noch in klinischer Behandlung. Im Vordergrund der Symptomatik stehen meist Fieber und Erbrechen. Die Gesundheitsbehörden haben mehrere Expertenteams in die betroffenen Gebiete entsandt. Der erste Ausbruch der undiagnostizierten Erkrankung wurde in Goainghat bei Sylhet, 350 km nordöstlich der Hauptstadt Dhaka, beobachtet. Es konnte noch nicht ermittelt werden, ob es sich, zumindest bei einem Teil der Fälle, um Japanische Enzephalitis handelt. Im Zuge eines Ausbruchs einer ebenfalls undiagnostiziert gebliebenen Enzephalitis waren in Bangladesh im Jahr 2004 bereits 23 Menschen ums Leben gekommen (ProMED).
Empfehlungen:
Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene beachten. Der Kontakt zu Erkrankten sollte vermieden werden. Auch ganztägig Insektenschutz beachten. Bei Risikoreisenden Durchführung einer Impfung gegen Japanische Enzephalitis.

Jamaika
Todesfälle durch Dengue-Fieber [12.11.2007]
News 2926

In einer Gemeinde Jamaikas sind 4 Personen durch eine fieberhafte Erkrankung ums Leben gekommen. Betroffen ist die Gemeinde St. Elizabeth. Der Leiter der dortigen Gesundheitsbehörde, Dr. Derrick Ledford, meldete, dass es sich um tödlich verlaufende Fälle einer Denguevirus-Infektion handelte. Da Dengue-Fieber nur in seltenen Fällen zum Tode führt, ist von einer hohen Dunkelziffer an nicht gemeldeten Dengue-Fällen auszugehen. Inzwischen wurden 50 weitere Fälle mit Verdacht auf Dengue-Fieber registriert (ProMED).
Empfehlungen:
Ganztägig Mückenschutz beachten. Beseitigung oder Abdeckung von Wasserreservoirs (Regentonnen o.ä.) im Wohnumfeld.

Honduras
Dengue-Fieber Situation [12.11.2007]
News 2925

Seit Anfang des Jahres sind in Honduras bereits 14 Menschen an den Folgen eines Dengue-Fiebers verstorben. Das letzte gemeldete Todesopfer war ein 14-jähriges Mädchen, das im San Pedro Sula Krankenhaus, etwa 140 km nördlich der Hauptstadt Tegucigalpa, behandelt worden war. Die Erkrankungswelle im Land hat inzwischen epidemische Ausmaße erreicht. Die Zahl der diesjährig registrierten Fälle liegt bereits bei über 26 500. Bis zum Oktober waren auch 1503 Fälle von Dengue-hämorrhagischem-Fieber (DHF) aufgetreten. Bei DHF handelt sich um eine schwere Verlaufsform des klassischen Dengue-Fiebers, die mit einer erhöhten Blutungsneigung einhergeht. Im Jahr 2006 waren in Honduras 6 Menschen an Dengue-Fieber gestorben. Die Zahl der gemeldeten Erkrankungen lag bei 7800. Offiziellen Statistiken zufolge sind in Honduras innerhalb der vergangenen 6 Jahre mehr als 60 000 Menschen an Dengue-Fieber erkrankt (ProMED).
Empfehlungen:
Ganztägig Mückenschutz beachten. Beseitigung oder Abdeckung von Wasserreservoirs (Regentonnen o.ä.) im Wohnumfeld.

Vietnam
Cholera bei Touristen [12.11.2007]
News 2924

Seit Oktober dieses Jahres wird in Teilen Vietnams eine deutlich erhöhte Cholera-Aktivität beobachtet. Nun sind erstmals auch Touristen betroffen. Am Ende einer Reise von Süd-Ho Chi Minh Stadt nach Hanoi litt eine 36-jährige belgische Touristin an Erbrechen und schweren Durchfällen. Die Patientin wurde bald darauf positiv auf Cholera getestet. Auch einige Mitglieder ihrer Reisegruppe erkrankten, litten allerdings an weniger schweren Symptomen. Es wird vermutet, dass sich die belgische Patientin in der nördlich gelegenen Quang Ninh Provinz infiziert hat. Auch ein japanischer Reisender ist an Cholera erkrankt. Er gab an, in einem Restaurant rohe Shrimps-Paste gegessen zu haben. Der Patient befindet sich inzwischen in einem guten Gesundheitszustand (ProMED).
Empfehlungen:
Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene beachten. Cholera-Schluckimpfung für Risikoreisende.

Vietnam
Cholera in der Bevölkerung [09.11.2007]
News 2923

Seit 23. Oktober dieses Jahres wurden aus 13 Städten und Provinzen Vietnams insgesamt 1216 Fälle schwerer akuter Diarrhöe registriert. Insgesamt 157 dieser Patienten wurden positiv auf Cholera getestet. Allein am 8. November 2007 wurden 165 schwere Diarrhöe-Erkrankungen gemeldet. Ein Großteil dieser Fälle (n= 47) fand sich in der Hauptstadt Hanoi.  Weitere Erkrankungen wurden aus den beiden nördlichen Provinzen Ha Tay (n= 41) und Hung Yen (n= 20) gemeldet. Um eine weitere Verbreitung der Cholera zu verhindern, hat das vietnamesische Gesundheitsministerium die Bevölkerung dazu aufgerufen, stärker auf Nahrungsmittelhygiene und bei der Versorgung von Patienten auf konsequentere Desinfektionsmaßnahmen zu achten. Auf die landesübliche Verwendung roher Shrimps-Paste solle möglichst verzichtet werden (ProMED).
Empfehlungen:
Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene beachten. Cholera-Schluckimpfung für Risikoreisende.

Angola
Undiagnostizierte Erkrankungen nahe Luanda [09.11.2007]
News 2922

Innerhalb der vergangenen zwei Wochen mussten mehr als 100 Personen aus einem Vorort der Hauptstadt Luanda mit unklarer Symptomatik stationär aufgenommen werden. Es sind bereits schon 5 Menschen an der noch undiagnostizierten Erkrankung verstorben. Die Patienten zeigten Symptome wie Benommenheit und Sprachstörungen. Betroffen ist vor allem die Gegend Cacuaco. Das Cacuaco-Quarter ist Sitz der einzigen Raffinerie Angolas. Die unabhängige Tageszeitung „A Capital“ sieht einen möglichen Zusammenhang des Ausbruchs mit der ausgeprägten Umweltverschmutzung in Bereich der in Cacuaco angesiedelten chemischen Industrie. Zahlreiche Bewohner beklagten sich über erhebliche Luftverschmutzung durch übel riechenden „grünlichen dichten Rauch“. Bis zur weiteren Klärung des Ausbruchs, eine Vergiftung durch giftige Gase kann aktuell nicht ausgeschlossen werden, wurde die Raffinerie geschlossen (ProMED).
Empfehlungen:
Der Aufenthalt in stark industriell belasteten Gegenden sollte vermieden werden.

Vietnam
Vogelgrippe-Situation [08.11.2007]
News 2921

In der nördlich gelegenen Ha Nam Provinz sind etwa 600 Enten nach Infektion mit dem H5N1-Virus eingegangen. Ungefähr 60 km südlich von Hanoi, ebenfalls in der Ha Nam Provinz, wurde der H5N1-Erreger in verendeten Hühnern nachgewiesen. Damit sind seit frühem Oktober bereits Geflügelbestände in 5 Regionen Vietnams, darunter auch das Mekong Delta im Süden des Landes, von der Vogelgrippe heimgesucht worden. Der letzte menschliche Vogelgrippe-Todesfall in Vietnam war Anfang August 2007 gemeldet worden. Seit 2003 hat die Vogelgrippe in Vietnam 46 Todesopfer gefordert. Weltweit sind 205 Menschen, bei insgesamt 334 registrierten Fällen, durch das H5N1-Virus ums Leben gekommen. Die Länder mit den meisten Vogelgrippe-Todesfällen sind Indonesien, Vietnam, Thailand und Ägypten (ProMED).
Empfehlungen:
Der Kontakt zu lebendem oder frisch geschlachtetem Geflügel sowie zu Geflügel-ausscheidungen sollte vermieden werden.



Indien
Chikungunya-Verdacht in West Bengal [06.11.2007]
News 2920

Hunderte von Einwohnern der Regionen Nadia, Haringhata und Chakdah sind an einem viralen Fieber erkrankt. Betroffen sind vor allem Dorfbewohner aus Dighalgram, Parulia, Sia, Mahadevpur und Anandapur. Der Ausbruch hatte vor zwei Wochen in Hingnara panchayat begonnen und dort beinahe jeden Haushalt betroffen. Die Betroffenen litten an hohem Fieber und heftigen Arthralgien (Gelenkschmerzen). Zehn der Patienten zeigten einen schweren Krankheitsverlauf und befinden sich derzeit im Kalyani JNM Hospital in klinischer Behandlung. Inzwischen wurde ein Expertenteam in die betroffenen Regionen entsandt, um Proben für eine virologische Diagnostik zu sammeln. Nach Angaben der Gesundheitsbehörden konnte die Situation inzwischen unter Kontrolle gebracht werden. Jedoch bleibt unklar, um welchen auslösenden Erreger es sich handelt. Es besteht Verdacht auf Chikungunya-Fieber, aber auch ein Ausbruch von Dengue-Fieber kann bislang nicht ausgeschlossen werden (ProMED).
Empfehlungen:
Ganztägigen Mückenschutz beachten. Bei fieberhaften Infekten nach Aufenthalt in Chikungunya-Risikogebieten sollte eine tropenmedizinische Spezialdiagnostik durchgeführt werden.

Jemen
Todesfälle durch Diarrhöe [05.11.2007]
News 2919

Seit Anfang Oktober dieses Jahres sind in den Provinzen Hodeidah und Hajja etwa 30 Menschen an schwerer Diarrhöe gestorben. Beide betroffenen Provinzen befinden sich im Westen des Landes, nahe der Küste zum Roten Meer. Die meisten der gemeldeten Todesopfer verstarben innerhalb von 24 Stunden nach Einsetzen der Symptomatik. Aktuell wird eine weitere Zunahme von Neuinfektionen beobachtet. Betroffen sind vor allem die Distrikte Azzahrah, Luhaih, Qanawes, Zaidia (Hodeidah Provinz) sowie Meidi, Mostaba, Khairan al-Mahraq, Haradh und Abs (Hajja Provinz). Experten vermuten, dass es sich bei den tödlich verlaufenden Durchfallerkrankungen um Cholera handeln könnte. Im Vordergrund bei der Eindämmung eines Cholera-Ausbruchs stehen die Verbesserung der Trinkwasserversorgung, der allgemeinen hygienischen Bedingungen, des Meldesystems sowie der medizinischen Versorgung der Patienten (ProMED).
Empfehlungen:
Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene beachten. Cholera-Schluckimpfung für Risikoreisende.

Thailand
Cholera-Situation, Update [05.11.2007]
News 2918

Die thailändischen Gesundheitsbehörden haben die Bevölkerung dazu aufgerufen, bei der Zubereitung von Mahlzeiten verstärkt auf Nahrungsmittelhygiene zu achten. Ursache für den Aufruf ist die starke Zunahme der Cholera-Aktivität in weiten Teilen des Landes. Seit Anfang des Jahres (2007) wurden in 34 Provinzen Thailands mehr als 900 Cholerafälle gemeldet. Insgesamt 388 stationär behandelte Patienten wurden mittels Stuhldiagnostik positiv auf Vibrio cholerae, den Erreger der Cholera, gestestet. Ein besonders starker Anstieg der Neuinfektionen war seit Juli dieses Jahres zu beobachten. Im Oktober waren zwei Todesfälle gemeldet worden. Unbehandelt kann Cholera infolge schwerer Dehydratation („Austrocknung“) innerhalb von 24 Stunden zum Tode führen (ProMED).
Empfehlungen:
Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene beachten. Cholera-Schluckimpfung für Risikoreisende.

Pakistan
Dengue-Fieber in Lahore [05.11.2007]
News 2917

Am 3. November dieses Jahres wurden 12 Dengue-Neuinfektionen, darunter eine Mutter mit ihrem Kind, gemeldet. Damit ist die Zahl der Dengue-Erkrankungen in Lahore innerhalb von drei Wochen auf insgesamt 70 gestiegen. Schwere Krankheitsverläufe im Sinne eines Dengue-hämorrhagischen-Fiebers (DHF) oder eines Dengue-Schocksyndroms (DSS) waren bislang noch nicht zu beobachten. Bei DHF handelt es sich um eine Variante des klassischen Dengue-Fiebers, die mit einem schweren Verlauf und erhöhter Blutungsneigung einhergeht. Im Zuge des aktuellen Ausbruchs sind glücklicherweise keine Todesfälle zu verzeichnen. Fünfzig der insgesamt 70 Patienten konnten bereits in gutem Gesundheitszustand aus dem Krankenhaus entlassen werden. Um die Ausbreitung des Dengue-Fiebers unter Kontrolle zu bringen sind ein funktionierendes Meldesystem sowie eine konsequente Bekämpfung der Überträgermücke Aedes aegypti unerlässlich (ProMED).
Empfehlungen:
Ganztägig Mückenschutz beachten. Beseitigung oder Abdeckung von Wasserreservoirs (Regentonnen o.ä.) im Wohnumfeld.

Kanada
Mumps in Nova Scotia, Update [05.11.2007]
News 2916

Aus Nova Scotia wurden aktuell 9 neue Mumpsfälle gemeldet. Damit liegt die Zahl der seit Februar dieses Jahres gemeldeten Fälle bei 715. Durchschnittlich waren seit vergangenem Winter 10-20 Fälle pro Woche diagnostiziert worden. Seit dem Schulbeginn im September hat sich die Mumps-Aktivität mit 129 Neuinfektionen wieder deutlich erhöht. Im Juli war
eine ausgedehnte Impfkampagne in den Oberschulen Nova Scotias durchgeführt worden. Ziel war es, die Rate der Zweitimpfungen gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR) in der Gruppe der Jugendlichen erheblich zu steigern. Durch frühere Impfprogramme konnte Mumps in den 1970´er Jahren erfolgreich eingedämmt werden. Die diesjährig in 9 kanadischen Provinzen beobachtete Zunahme von Mumpsfällen macht erhebliche Lücken in der Versorgung der Bevölkerung mit MMR-Impfstoff deutlich. Mumpserkrankungen bei Erwachsenen können in seltenen Fällen zu gravierenden Folgen/Komplikationen wie Meningitis (Hirnhautentzündung), Sterilität und Hörverlust führen (ProMED).
Empfehlungen:
Impfschutz gegen Masern, Mumps und Röteln empfohlen. Jeder ≤ 40 Jahren sollte zweimal gegen MMR geimpft sein.

Sudan
Rift-Valley-Fieber [03.11.2007]
News 2915

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) berichtete über einen Ausbruch des Rift-Valley-Fiebers im Sudan. Mindestens 125 Fälle der Erkrankung, einschließlich 60 Todesfälle, wurden registriert. Noch zwei Wochen zuvor war die WHO von einem Gelbfieberausbruch ausgegangen. Inzwischen konnte das Rift-Valley-Virus (RVV) als Ursache des Ausbruchs identifiziert werden. Betroffen sind vor allem die Provinzen White Nile, Sennar und Jazeera in Zentral- und Ostsudan. Das RVV wird vor allem durch den Kontakt mit Blut oder Organen infizierter Tiere übertragen. Eine Übertragung des Erregers ist auch durch Moskitos möglich. Bei der Mehrzahl der Infizierten nimmt das Rift-Valley-Fieber einen milden Verlauf. In einigen Fällen wird jedoch ein schwerer Krankheitsverlauf mit erhöhter Blutungsneigung beobachtet. Hierbei kann es zu Darmblutungen sowie zu Blutungen aus Mund und Nase kommen. Da der aktuelle Ausbruch eine Sterblichkeitsrate von annähernd 50% aufweist, ist von einer erheblichen Dunkelziffer an subklinisch verlaufenden Erkrankungen in der Region auszugehen (WHO, ProMED). Empfehlungen:
In dem betroffenen Gebiet sollte der Aufenthalt in der Nähe von Viehherden vermieden werden. Ganztägig Insektenschutz beachten.

Irak
Cholera Situation, Update [02.11.2007]
News 2914

Aus Kirkuk, Sulaymaniyah und Erbil wurden neue Fälle von Cholera gemeldet. In Kirkuk fand sich Vibrio cholerae, der Erreger der Cholera, in 28 (6%) von 479 untersuchten Patientenproben. Ähnlich hoch lag die Rate der positiv getesteten Stuhlproben in Sulaymaniyah (39 von 660 gestesteten Proben, 6%) und Erbil (24 von 487 getesteten Proben, 5%). Etwa 99% aller Cholerafälle fanden sich im Norden des Iraks. Sporadische Fälle der Erkrankung wurden in der Tikrit-Provinz sowie aus Mosul, Wasit, Baghdad, Anbar und Basra gemeldet. Zwischen 14. August und 28 Oktober 2007 wurden in den nicht-endemischen Regionen 36 Cholerafälle identifiziert. Insgesamt liegt die Zahl der bestätigten Fälle im Irak bei 4467. Jedoch fanden sich nur bei einem kleinen Teil der Patienten die charakteristischen heftigen reiswasserartigen Durchfälle mit schwerer Dehydratation („Austrocknung“). Auch die Zahl der Todesfälle war mit 22 vergleichsweise gering. Die meisten der verstorbenen Patienten hatte neben der Cholera an weiteren gravierenden Grunderkrankungen gelitten (WHO, ProMED).
Empfehlungen:
Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene beachten. Cholera-Schluckimpfung für Risikoreisende.

Nepal
Diarrhöe-Ausbruch, Update [02.11.2007]
News 2913

Die nepalesische Regierung bestätigte die Warnung vor landesweit zunehmenden Magen-Darm-Infektionen. Allein in der ersten Jahreshälfte 2007 erkrankten mindestens 16 162 Menschen an schwerer Diarrhöe. Mit 200 Todesfällen lag die Sterblichkeitsrate bei 1.2%. Zwischen 80 und 90% der Erkrankungen ließen sich auf fäkal verunreinigtes Trinkwasser zurückführen. Die restlichen 10-20% der Patienten erkrankten nach dem Verzehr kontaminierter Nahrungsmittel. Eine besonders hohe Aktivität von Darminfektionen fand sich insbesondere in den Distrikten Saptari, Rautahat, Chitwan, Humla, Dhanusa, Mahottari und Terai. Die Gesundheitsbehörden appellierten an die Bevölkerung, verstärkt auf Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene zu achten. Vor allem die unzureichende Versorgung mit sauberem Trinkwasser in den zahlreichen abgelegenen und unterentwickelten Regionen des Landes machen eine Kontrolle des Ausbruchs nur schwer möglich. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass es sich zumindest bei einem Teil der Erkrankungen um Cholera handelt (ProMED).
Empfehlungen:
Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene beachten. Cholera-Schluckimpfung für Risikoreisende.

Vereinigte Staaten von Amerika
Darminfektionen durch tiefgefrorene Pizzen [02.11.2007]
News 2912

In mehreren Bundesstaaten der USA wurde eine Häufung von Infektionen mit Colibakterien vom Typ O157:H7 registriert. Durch die Zusammenarbeit der Centers for Disease Control and Prevention (CDC) mit lokalen Gesundheitsbehörden konnte nun die Ursache des Ausbruchs ermittelt werden. Infektionsquelle waren kontaminierte Pepperoni auf tiefgefrorenen Pizzen der General Mills Company. Die Tiefkühlprodukte wurden unter den Namen „Totino´s“ und „Jeno´s“ vertrieben. Auf diese Weise konnten die Erreger mindestens 21 Personen in 10 verschiedenen Bundesstaaten infizieren. Die Erkrankungen wurden zwischen 20. Juli und 10. Oktober dieses Jahres registriert und betrafen Personen im Alter zwischen 1 und 65 Jahren. Eine Erkrankung durch E. coli Typ O157 kann mit blutigen Durchfällen, abdominellen Krämpfen und Fieber einhergehen. In seltenen Fällen kann ein Nierenversagen auftreten. Ein erhöhtes Risiko für schwere Krankheitsverläufe besteht für Kleinkinder, Ältere und Abwehrgeschwächte (ProMED).
Empfehlungen:   
Nahrungsmittelhygiene beachten. Auf Produktwarnungen achten.

Belize
Dengue-Fieber Situation [30.10.2007]
News 2911

Seit Anfang des Jahres (2007) wurden in Belize 80 Fälle von klassischem Dengue-Fieber gemeldet. Am stärksten betroffen sind der Corozal-Distrikt und Belize City. Auch ein Fall von Dengue-hämorrhagischem Fieber, einer schweren Verlaufsform der Erkrankung, wurde diagnostiziert. Die Gesundheitsbehörden haben die Bevölkerung dazu aufgerufen, alle Süßwasseransammlungen, die als Brutstätte für die Überträgermücke Aedes aegypti dienen könnten, zu eliminieren. Vor allem Wasser in Regentonnen und Blumenkübeln sollte alle 4-7 Tage beseitigt werden. Auch staatliche Programme zur Bekämpfung von Aedes aegypti sind geplant. Dies beinhaltet auch den großflächigen Einsatz von Insektiziden (ProMED).
Empfehlung:
Ganztägig Mückenschutz beachten. Beseitigung oder Abdeckung von Wasserreservoirs (Regentonnen o.ä.) im Wohnumfeld.

Pakistan
Dengue-Fieber in Karachi [30.10.2007]
News 2910

Seit August dieses Jahres ist die Zahl der Dengue-Fieber Fälle in Karachi auf 1527 angestiegen. Am 23. Oktober wurden aus verschiedenen Teilen der Stadt 48 Neuinfektionen gemeldet. Etwa 110 Patienten, die kürzlich positiv auf Dengueviren getestet wurden, befinden sich aktuell in klinischer Behandlung. Von den insgesamt 534 Patienten, die mittels Labordiagnostik positiv auf eine Denguevirus-Infektion getestet wurden, sind 11 an der Erkrankung gestorben. Zwei Krankenhäuser, die sich bisher nicht an der Meldung der Krankheitsfälle beteiligt hatten, haben nun begonnen, ebenfalls Meldungen über Neuinfektionen an die Gesundheitsbehörden weiterzuleiten. Um den Ausbruch unter Kontrolle bringen zu können, sind ein funktionierendes Meldesystem sowie eine konsequente Bekämpfung der Überträgermücke Aedes aegypti unerlässlich (ProMED).
Empfehlungen:
Ganztägig Mückenschutz beachten. Beseitigung oder Abdeckung von Wasserreservoirs (Regentonnen o.ä.) im Wohnumfeld.

Thailand
Cholera im Nordosten [30.10.2007]
News 2909

Im Rahmen einer landesweiten Erhebung registrierten die Gesundheitsbehörden Thailands eine Zunahme der Cholera-Aktivität. Besonders der Nordosten des Landes wurde in letzter Zeit wiederholt von größeren Cholera-Ausbrüchen heimgesucht. Als verantwortlicher Erregerstamm konnte Vibrio cholerae Ogawa identifiziert werden. Neben verunreinigtem Wasser kommen bei den aktuellen Ausbrüchen vor allem unzureichend gegarte, fäkal kontaminierte Lebensmittel als Infektionsquelle in Betracht. Seit Anfang des Jahres mussten in Thailand etwa 630 Menschen aus 23 Provinzen wegen schwerer Cholera medizinisch versorgt werden. Mindestens zwei Cholera-Patienten sind infolge der heftigen Diarrhöen an Dehydratation („Austrocknung“) gestorben. Im Nordosten Thailands fanden sich 200 Cholerafälle in Khon Kaen und 22 Fälle in Maha Sarakham (ProMED).
Empfehlungen:
Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene beachten. Cholera-Schluckimpfung für Risikoreisende.

Nepal
Cholera im Westen und Süden [30.10.2007]
News 2908

Ein Cholera-Ausbruch im Westen Nepals hat mindestens 62 Menschenleben gefordert. Mehrere hundert Menschen sind erkrankt. Betroffen ist der abgelegene Kalikot-Distrikt, etwa 400 km westlich von Kathmandu. Aus 13 Dörfern im Norden des Kalikot-Distrikts wurden bislang 400 Cholerafälle gemeldet. Mit 18 Todesfällen ist das Dorf Dhaulagoha am stärksten betroffen. Durch die heftigen Monsun-Regenfälle, die zur Verunreinigung von Trinkwasserreservoirs führten, ist die Ausbreitung der Cholera zusätzlich begünstigt worden. Auch der Süden Nepals ist aktuell von einem Diarrhöe-Ausbruch betroffen. Im Saptari-Distrikt, etwa 190 km südlich der Hauptstadt, hat sich die Zahl der Todesopfer um 2 auf insgesamt 24 erhöht. Die Trinkwasserqualität in Nepal muss generell als schlecht angesehen werden. Bei einer im Juli 2007 durchgeführten Qualitätskontrolle in Kathmandu, fanden sich in 72% aller Trinkwasserproben gravierende fäkale Verunreinigungen (ProMED).
Empfehlungen:
Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene beachten. Cholera-Schluckimpfung für Risikoreisende.

Indonesien
Vogelgrippe-Situation, Update [29.10.2007]
News 2907

Ein 3-jähriger Junge aus Tangerang wurde positiv auf eine Infektion mit dem Vogelgrippevirus Typ H5N1 getestet. Tangerang liegt westlich der Hauptstadt Jakarta. Aus der gleichen Gegend wurde kürzlich ein Vogelgrippe-Todesfall gemeldet. Auch Geflügelbestände der Region sind betroffen. Der erkrankte Junge wird im Sulianti Saroso Hospital behandelt und leidet aktuell nur unter geringfügigen Symptomen. Seit dem ersten Erkrankungsfall im Juli 2005 wurden in Indonesien bislang 111 Fälle von H5N1-Infektion diagnostiziert. In Indonesien werden viele Millionen Hühner und anderes Geflügel illegal auf Hinterhöfen gehalten. Dies erschwert eine effektive Seuchenkontrolle. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation sind weltweit seit 2003 insgesamt 332 Vogelgrippe-Erkrankungen (aktueller Fall ist noch nicht berücksichtigt) mit 204 Todesfällen gemeldet worden (WHO, ProMED).
Empfehlungen:
Der Kontakt zu lebendem oder frisch geschlachtetem Geflügel sowie zu Geflügel-ausscheidungen sollte vermieden werden.

Indonesien
Lepra in Ost Flores [28.10.2007]
News 2906

Elf von 17 Distrikten des Verwaltungsgebietes East Nusa Tenggara sind aktuell von einem Lepra-Ausbruch betroffen. Mindestens 74 Einwohner sind erkrankt; 20 von ihnen befinden sich in einem ernsten Gesundheitszustand. Die Patienten werden in verschiedenen Krankenhäusern und Community Health Centers der Region behandelt. Momentan stehen noch ausreichend aus Java eingeführte Medikamente zur Behandlung der Lepra-Patienten zur Verfügung. Es wurden bisher 29 Fälle von paucibacillärer (geringere Krankheitsaktivität) und 45 Fälle von multibacillärer (höhere Krankheitsaktivität) Lepra diagnostiziert. Todesfälle sind bislang noch keine zu verzeichnen, jedoch wird eine kontinuierliche Zunahme der Fallzahlen beobachtet. Die Ausbreitung der Lepra wird durch die vorherrschenden schlechten hygienischen Bedingungen begünstigt. Auch die in der Bevölkerung häufig vorkommende Unterernährung und der unzureichende Zugang zu sauberem Trinkwasser leisten einer Ausbreitung der Lepra Vorschub. East Nusa Tenggara ist eine Provinz im Osten der Kleinen Sundainseln, einschließlich West-Timors (ProMED).
Empfehlung:
Direkte Kontakte mit (unbehandelten) Erkrankten sollen vermieden werden.

Indien
Undiagnostizierte Erkrankung in Uttar Pradesh [26.10.2007]
News 2905

Seit Januar dieses Jahres sind mehr als 1450 Menschen im Bundesstaat Uttar Pradesh an einer noch undiagnostizierten Virusinfektion erkrankt. Mit 320 Todesfällen, darunter 237 Kinder, liegt die Sterblichkeitsrate aktuell bei 22,1%. Allein seit August 2007 sind 250 Menschen ums Leben gekommen. Anders als die Japanische Enzephalitis, die ebenfalls in Uttar Pradesh vorkommt und durch Mücken verbreitet wird, scheint die undiagnostizierte Infektion überwiegend durch fäkal verunreinigtes Trinkwasser und kontaminierte Speisen übertragen zu werden. Während sich bei der Japanischen Enzephalitis insbesondere Entzündungen im Zentralnervensystem finden, zeigt sich bei dem aktuellen Ausbruch auch eine Beteiligung anderer Organsysteme (z.B. Herz, Nieren, Leber, Verdauungstrakt). Am stärksten betroffen ist die Umgebung von Gorakpur. Fälle fanden sich in den folgenden Distrikten: Maharajganj, Kushinagar, Sant Kabir Nagar, Siddarth Nagar und Azamgarh. Einzelne Fälle fanden sich auch benachbarten Distrikten Bihars (ProMED).
Empfehlungen:
Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene beachten. Auch der Kontakt zu Erkrankten sollte vermieden werden.

Thailand
Malaria-Situation [26.10.2007]
News 2904

In den vergangenen 10 Jahren war die Aktivität der Malaria in Thailand stark zurückgegangen. Aktuell wird jedoch wieder ein Aufflammen der Erkrankung in verschiedenen Landesteilen beobachtet. Besonders betroffen sind unter anderem Gebiete im äußersten Süden Thailands. In den südlichen Provinzen sind diesjährig bereits mehr als 3000 Menschen an Malaria erkrankt. Aufgrund heftiger Regenfälle bestehen derzeit günstige Vermehrungsbedingungen für die malariaübertragende Anopheles-Mücke. Die medizinische Versorgung der Bevölkerung in der Region ist durch politische Unruhen beeinträchtigt. Das Auswärtige Amt warnt aufgrund der aktuellen Sicherheitslage vor Reisen in und durch die unter Notstandsrecht stehenden Provinzen Narathiwat, Yala und Pattani. Auch vor Reisen in die benachbart liegende Provinz Songhkla an der Grenze zu Malaysia wird gewarnt. Gestiegenen Fallzahlen im Nordosten Thailands spiegeln insbesondere die erhöhte Malaria-Aktivität in den benachbarten Regionen Myanmars wieder (ProMED, Auswärtiges Amt).
Empfehlungen:
Konsequent auf Mückenschutz achten. Bei Aufenthalten in Malaria-Hochrisikogebieten Durchführung einer Prophylaxe mit
geeigneten Antimalaria-Medikamenten, zum Beispiel Malarone®.

Indien
Japanische Enzephalitis in Uttar Pradesh, Update [26.10.2007]
News 2903

Seit Juli dieses Jahres sind in Uttar Pradesh mehr als 300 Personen an Japanischer Enzephalitis gestorben. Obwohl bereits mehr als 10 Millionen Kinder in der Region eine Impfung gegen Japanische Enzephalitis geimpft wurden, konnten lediglich in 18 von 42 Distrikten des Bundesstaates die erforderlichen Impfraten erzielt werden. Indien ist das zweit bevölkerungsreichste Land und in Teilen immer noch von großer Armut betroffen. Die Eindämmung der Japanischen Enzephalitis ist bisher nur unzureichend gelungen. In den Jahren 2005 und 2006 starben in Indien 1400, beziehungsweise 400 Personen, an Japanischer Enzephalitis. Im Falle eines schweren Verlaufs der Erkrankung können gravierende Schädigungen des Zentralnervensystems auftreten. Die Sterblichkeitsrate bei klinisch manifester Erkrankung liegt bei bis zu 50%. Das Japanische Enzephalitis-Virus kann durch Culex-Mücken von Schweinen auf den Menschen übertragen werden. Der Erreger ist in den östlichen Teilen Uttar Pradeshs endemisch (ProMED).
Empfehlungen:
Ganztägig Insektenschutz beachten. Bei Risikoreisenden Durchführung einer Impfung gegen Japanische Enzephalitis.

Jamaika
Malaria-Situation in Kingston, Update [24.10.2007]
News 2902

Die “Centers for Disease Control and Prevention” (CDC, Atlanta, USA) meldeten einen weiteren Fall der Malaria tropica aus Kingston. Zuvor war bereits am 9. Oktober ein Malariafall aus Waterhouse im Distrikt St. Andrew gemeldet worden. Diese beiden zuletzt gemeldeten Fälle zeigen, dass in Kingston weiterhin eine - wenn auch wahrscheinlich geringe - Aktivität der Malaria tropica besteht. Zwischen September 2006 und Juni 2007 waren 370 Personen an Malaria tropica erkrankt. Die Indexpatienten, durch die die Malaria Ende 2006 nach Jamaika importiert wurde, kamen aus Indien, Haiti, Honduras und Uganda. In den ersten 3 Aprilwochen war in 1.8% von 884 untersuchten Patientenproben Plasmodium falciparum nachgewiesen worden. Das jamaikanische Gesundheitsministerium reagierte mit Programmen zur Bekämpfung der Malaria-übertragenden Anopheles Mücke. Auch Aufklärungskampagnen zur Information der lokalen Bevölkerung wurden initiiert. Mit einer geringen Restaktivität der Malaria tropica in Kingston muss weiterhin gerechnet werden (ProMED).
Empfehlungen:
Auf konsequenten Mückenschutz abends und nachts achten. Im Falle von Fieber sollten Reisende sofort einen Arzt aufsuchen. Bei geplanten Übernachtungen in Kingston sollte ein Malaria-Medikament (Chloroquin) zur notfallmäßigen Selbstbehandlung mitgeführt werden.

Mosambik
Keine Gelbfieber-Impfpflicht bei direkter Einreise [23.10.2007]
News 2901

In einem Erlass des Gesundheitsministers Prof. Dr. Paulo Ivo Garrido vom 5. Oktober dieses Jahres wurde bestätigt, dass keine Gelbfieber-Impfpflicht für Mosambik existiert, sofern die Einreise aus Gelbfieber-freien Ländern erfolgt. In Mosambik selbst besteht kein Risiko einer Gelbfieber-Infektion. Um eine Einschleppung der Erkrankung aus anderen afrikanischen Ländern oder aus Teilen Südamerikas zu verhindern, besteht lediglich eine Impfpflicht für Reisende, die aus Gelbfieber-Endemiegebieten nach Mosambik einreisen wollen. Dies gilt jedoch nicht bei dortigem Flughafentransit und ebenfalls nicht für Kinder unter 1 Jahr (Institut für Tropenmedizin Berlin).
Empfehlungen:
Die Gelbfieber-Impfung isz vorgeschrieben für Reisende, die aus einem Gelbfieber-Endemiegebiet einreisen.

Indien
Malaria und Dengue-Fieber in Pimpri-Chinchwad [22.10.2007]
News 2900

In Pimpri-Chinchwad wird aktuell eine erhöhte Dengue- und Malaria-Aktivität beobachtet. Innerhalb einer knappen Woche wurden 40 Dengue-Neuinfektionen und 31 Malariafälle gemeldet. In den vergangenen 9 ½ Monaten wurden in der Stadt 228 Fälle von Dengue-Fieber und 536 Fälle von Malaria registriert. Die meisten Erkrankungen fanden sich in Pimple Saudagar, Rahatni, Wakad und Indryani Nagar. Da zahlreiche Privatkliniken und –ambulanzen existieren, die diagnostizierte Infektionskrankheiten nicht den Behörden melden, muss von einer erheblichen Dunkelziffer ausgegangen werden. Inoffiziellen Angaben zufolge liegt die Zahl der Malariaerkrankungen bei über 1000. Besonders viele Fälle finden sich in der Nähe großer Baustellen. Süßwasseransammlungen in Baugruben sind ideale Brutstätten für die Überträgermücken des Dengue-Fiebers und der Malaria. Pimpri-Chinchwad ist eine Nachbarstadt Punas und liegt im Bundesstaat Maharastra in Südwest-Indien (ProMED).
Empfehlungen:
Auf konsequenten Mückenschutz abends und nachts achten. Im Falle von Fieber sollten Reisende sofort einen Arzt aufsuchen. Es sollte ein Malaria-Medikament zur notfallmäßigen Selbstbehandlung mitgeführt werden.

Indien
Undiagnostizierte Erkrankung in Uttar Pradesh [22.10.2007]
News 2899

Innerhalb von 3 Tagen sind im nördlichen Bundesstaat Uttar Pradesh 12 Menschen einer noch undiagnostizierten Erkrankung zum Opfer gefallen. Während der vergangenen 9 Monate sind schätzungsweise 336 Menschen der Region an dieser Krankheit gestorben. Es handelt sich überwiegend um Kinder. Die lokale Bevölkerung befürchtet, dass es sich um einen Ausbruch der Japanischen Enzephalitis handeln könnte. Die indischen Gesundheitsbehörden verweisen hingegen auf die ausgedehnten Impfkampagnen, die zuvor gegen Japanische Enzephalitis durchgeführt wurden. Es ist bleibt jedoch unklar, ob die Impfaktionen tatsächlich genug Menschen in Uttar Pradesh erreicht haben. Die aktuell am stärksten betroffenen Gebiete sind Gorakhpur, Kushinagar und Maharajganj im Osten Uttar Pradeshs sowie Saharanpur und Muzaffarnagar im Westen des Bundesstaates. Die indische Regierung hat bereits ein Expertenteam nach Uttar Pradesh entsandt, um die Situation zu klären (ProMED).
Empfehlungen:
Ganztägig Insektenschutz beachten. Bei Risikoreisenden Durchführung einer Impfung gegen Japanische Enzephalitis.

Kambodscha
Dengue-Fieber Ausbruch [22.10.2007]
News 2898

In der kambodschanischen Hauptstadt Phnom Penh warten derzeit mehr als 1000 akut an Dengue-Fieber erkrankte Kinder auf eine medizinische Versorgung. Die durch Moskitos übertragene Erkrankung betrifft vor allem Kinder im Alter zwischen 2 und 13 Jahre. Im Vordergrund der Symptomatik stehen hohes Fieber, Kopfschmerz, Muskel- und Gelenkschmerzen. Seit Anfang 2007 sind in Kambodscha 389 Menschen an Dengue-Fieber gestorben. Die Zahl der diesjährig gemeldeten Erkrankungsfälle liegt bei 38 000. Damit handelt es sich bei der aktuellen Erkrankungswelle um einen der größten Dengue-Fieber Ausbrüche der vergangenen Jahre. Programme zur Bekämpfung der Überträgermücke Aedes aegypti werden in Kambodscha derzeit von der Weltgesundheitsorganisation (WHO), dem Internationalen Roten Kreuz und weiteren nichtstaatlichen Hilfsorganisationen unterstützt (ProMED).
Empfehlung:
Ganztägig Mückenschutz beachten. Beseitigung oder Abdeckung von Wasserreservoirs (Regentonnen o.ä.) im Wohnumfeld.

Sudan
Verdacht auf Gelbfieber [20.10.2007]
News 2897

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) untersucht aktuell im Sudan einen Krankheitsausbruch, dem bereits etwa 30 Menschen zum Opfer gefallen sind. Die Fälle fanden sich in der Nähe des Nils, etwa 3 Autostunden von Khartoum entfernt. Bei der noch nicht diagnostizierten Erkrankung könnte es sich um Gelbfieber handeln. Derzeit können jedoch auch andere hämorrhagische Fieber sowie Erkrankungen wie Malaria, Typhus und virale Hepatitis nicht ausgeschlossen werden. Blutproben der betroffenen 31 Patienten, darunter 28 Todesfälle, werden in einem virologischen Spezial-Labor in Kairo, Ägypten, untersucht. Im Vordergrund der Gelbfiebersymptomatik stehen Fieber, Muskelschmerz, Übelkeit, Erbrechen. Die Mehrzahl der Patienten erholt sich innerhalb von 3-4 Tagen jedoch wieder. Lediglich bei 15% finden sich schwere Krankheitsverläufe mit inneren Blutungen. Auch Blutungen aus Mund, Nase und Augen werden beobachtet. Die Hälfte dieser Patienten stirbt in einem Zeitraum von zwei Wochen (ProMED).
Empfehlung:
Durchführung einer Gelbfieberimpfung spätestens 10 Tage vor Einreise.

Indien
Todesfälle durch Diarrhöen [18.10.2007]
News 2896

Inoffiziellen Angaben zufolge sind im Golaghat-Distrikt im nordöstlich gelegenen Bundesstaat Assam 70 Personen an einer schweren Durchfallerkrankung gestorben. Betroffen sind vor allem die folgenden Gebiete: Chakiting TE, Kakatibari, Senduriting, Halmara, Hautali, Thuramukh, Thurajan, Rangajan, Avoyjan und Jamuguri TE. Der erste Fall der Erkrankung wurde in Chakiting beobachtet; dort sind nun bereits 10 Todesfälle zu verzeichnen. Inzwischen haben zwei Teams der UNICEF das betroffene Gebiet besucht. Die Experten fanden fäkal verunreinigte Trinkwasserreservoirs als Ursache für den Ausbruch. Auch der ebenfalls im Nordosten gelegene Bundesstaat Orissa ist nach Überschwemmungen im Balasore-Distrikt von einem ein Diarrhöe-Ausbruch betroffen. Im Oupada Block sind ein Kind und zwei Erwachsene innerhalb zweier Tage verstorben. Mehrere hundert Menschen in der Region sind erkrankt. Die Ursache der Diarrhöen ist nicht eindeutig geklärt. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass es sich zumindest bei einem Teil der Erkrankungen um Cholera handelt (ProMED).
Empfehlungen:
Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene beachten. Cholera-Schluckimpfung für Risikoreisende.

Somalia
Cholera Situation [18.10.2007]
News 2895

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt vor einem hohen Cholera-Risiko im Süden Somalias. Aus der Hauptstadt Mogadishu und den Städten Berdale und Burhakaba wurden aktuell 7 Neuinfektionen gemeldet. Der Kinderhilfsfond der
Vereinten Nationen (UNICEF) hat inzwischen begonnen, Cholera-Kits zur oralen Rehydratationstherapie in den betroffenen Gebieten zu verteilen. Der Ausbruch wird im Zusammenhang mit heftigen Regenfällen und Überflutungen der beiden Flüsse Shabelle und Juba gesehen. Überschwemmungen führen häufig zu Verunreinigungen von Trinkwasserreservoirs. Eine Ausbreitung von infektiösen Darmkrankheiten kann durch die starken Migrationsbewegungen innerhalb des Landes begünstigt werden. Seit September dieses Jahres haben mehr als 30 000 Menschen aus Furcht vor Plünderungen und Gewalttätigkeiten Mogadishu verlassen (ProMED).
Empfehlungen:
Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene beachten. Cholera-Schluckimpfung für Risikoreisende.

Ukraine
Leptospirose in Lvov und Kiew [18.10.2007]
News 2894

Im Starosambirsk-Distrikt Lvovs wurden 3 Fälle von Leptospirose gemeldet. Der letzte Fall der Erkrankung fand sich im Dorf Migovo. Die lokalen Gesundheitsbehörden wiesen darauf hin, dass die beobachtete Zunahme von Ratten mit einem erhöhten Leptospirose-Risiko für die Bevölkerung einhergeht. Geplant ist daher eine konsequentere Bekämpfung von Ratten sowie die Durchführung von Desinfektionsmaßnamen in überfluteten Regionen. Leptospirose kann sowohl sporadisch wie auch epidemisch, dann meist im Zuge von Überschwemmungen, auftreten. Die Übertragung erfolgt in erster Linie über den Kontakt mit durch Nagetierurin verunreinigtem Wasser. Auch die Hauptstadt ist betroffen. Jedes Jahr erkranken in Kiev durchschnittlich 30 Menschen an Leptospirose. Die Zahl der jährlich gemeldeten Leptospirose-Todesfälle liegt bei 3-5 (ProMED).
Empfehlungen:
Allgemeine Hygiene beachten. Direkten Hautkontakt mit verunreinigtem Wasser und/oder Gegenständen vermeiden.

Taiwan (China)
Dengue-Ausbruch in Tainan [17.10.2007]
News 2893

Tainan ist aktuell von einem Ausbruch des Dengue-Fiebers betroffen. Bisher wurden bereits mehr als 510 Fälle registriert. Es handelt sich damit um den größten Dengue-Ausbruch, der je in Tainan beobachtet wurde. Die Gesundheitsbehörden beobachten besonders hohe Dengue-Aktivitäten in einzelnen Clustern im Norden und Osten der Stadt. Tainan liegt an der südwestlichen Küste Taiwans. Da in Kürze eine nationale Sportveranstaltung in Tainan stattfinden soll, haben die Behörden bereits extensive Maßnahmen zur Bekämpfung der Überträgermücke Aedes aegypti eingeleitet. Vor allem stehende Gewässer und Süßwasserreservoirs können den Aedes-Mücken als Brutstätte dienen. Daher sind auch Aufklärungskampagnen und öffentliche Aufrufe zur Beseitigung von Wasseransammlungen auf Privatgrundstücken von Bedeutung(ProMED).
Empfehlung:
Ganztägig Mückenschutz beachten. Beseitigung oder Abdeckung von Wasserreservoirs (Regentonnen o.ä.) im Wohnumfeld.

Taiwan (China)
Landesweiter Ausbruch epidemischer Konjunktivitis [17.10.2007]
News 2892

Eine oppositionelle politische Partei (KMT) hat den Gesundheitsbehörden vorgeworfen, zu spät auf die landesweite Ausbreitung infektiöser Bindehautentzündung reagiert zu haben. Der Ausbruch begann am 4. Oktober dieses Jahres in Keelung und Yunlin. Mehrere tausend Fälle der Erkrankung wurden seitdem beobachtet. Bis zum 12. Oktober dieses Jahres wurden 10 500 erkrankte Studenten registriert. Als Ursache für den Ausbruch konnte das Coxackievirus Typ A24 nachgewiesen werden. Inzwischen hat sich der Ausbruch bereits nach Taipei und Kaohsiung hinein ausgebreitet. Der Erreger besitzt die Fähigkeit große Teile (bis 40%) einer Bevölkerung zu infizieren. Dies zeigte sich im Jahr 2003 in Mittel- und Südamerika, als bei einem ähnlichen Ausbruch mehrere hunderttausend Personen erkrankten. Schwerere Gesundheitsprobleme treten im Zuge einer Infektion mit Coxsackievirus A24 allerdings nur äußerst selten auf (ProMED).
Empfehlungen:
Allgemeine Hygiene beachten. Häufiges Händewaschen und anschließende Verwendung von Papiertüchern anstelle von Handtüchern.

Jamaika
Leptospirose [16.10.2007]
News 2891

Die jamaikanischen Gesundheitsbehörden warnen vor einer Zunahme der Leptospirose. Aktuell wurden bereits etwa 100 Fälle der Erkrankung diagnostiziert. Die erhöhte Leptospirose-Aktivität lässt sich auf Überflutungen zurückführen, die durch den Hurrican „Dean“ im August dieses Jahres sowie durch heftige aktuelle Regenfälle verursacht wurden. Wichtige Vektoren für die Verbreitung der Leptospirose sind Ratten und andere Nagetiere. Leptospirose kann sowohl sporadisch wie auch epidemisch, dann meist im Zuge von Überschwemmungen, auftreten. Die Übertragung erfolgt in erster Linie über den Kontakt mit durch Nagetierurin verunreinigtem Wasser. Jedoch können auch Haus- und Nutztiere wie Hunde, Schweine und Rinder den Erreger ausscheiden. Eine direkte Übertragung der Erkrankung von Mensch zu Mensch ist nicht zu befürchten. Auch in den vergangenen Jahren war in Jamaika während der Herbstmonate eine Zunahme der Leptospirose beobachtet worden (ProMED).
Empfehlungen:
Allgemeine Hygiene beachten. Direkten Hautkontakt mit verunreinigtem Wasser und/oder Gegenständen vermeiden.

Jamaika
Malaria-Situation in Kingston [15.10.2007]
News 2890

Das jamaikanische Gesundheitsministerium meldete am Dienstag, den 9. Oktober 2007, einen neuen Malariafall aus Waterhouse im St. Andrew-Distrikt. Dies ist der erste Fall aus der Gegend von Kingston seit 15 Wochen. Im Mai dieses Jahres war die Hauptstadt Jamaikas von einem Ausbruch der Malaria tropica (Erreger: Plasmodium falciparum) betroffen. Die Indexpatienten, durch die die Malaria Ende 2006 nach Jamaika importiert wurde, kamen aus Indien, Haiti, Honduras und Uganda. In den ersten 3 Aprilwochen war in 1.8% von 884 untersuchten Patientenproben Plasmodium falciparum nachgewiesen worden. Durch intensive Bekämpfung der Malaria-übertragenden Anopheles-Mücke wurde die Erkrankung bereits stark eingedämmt. Mit einer sehr geringen Restaktivität der Malaria tropica in Kingston muss allerdings noch gerechnet werden (ProMED).
Empfehlungen:
Auf konsequenten Mückenschutz abends und nachts achten. Im Falle von Fieber sollten Reisende sofort einen Arzt aufsuchen. Bei geplanten Übernachtungen in Kingston sollte ein Malaria-Medikament (Chloroquin) zur notfallmäßigen Selbstbehandlung mitgeführt werden.

Russische Föderation
Shigellose in Stavropol [15.10.2007]
News 2889

Ein Hersteller von Milchprodukten dürfte für einen ausgedehnten Ausbruch der Shigellose in Stavropol verantwortlich sein. Innerhalb weniger Tage hat sich die Anzahl der Patienten auf beinahe 600 erhöht. Erste Fälle der Erkrankung wurden am 3. Oktober dieses Jahres in Lermontov registriert. Zunächst waren Kinder in drei verschiedenen Kindergärten erkrankt. Später wurden auch Fälle aus der Gegend von Kislovodsk gemeldet. Aktuell sind die folgenden 6 Landkreise betroffen: Lermontov, Kislovodsk, Pyatigorsk, Essentuki, Jeleznovodsk und Vinsadi. Von den 595 bisher diagnostizierten Fällen mussten 374 der Patienten stationär behandelt werden. Die meisten Erkrankten scheinen Produkte der Firma „Vita“ verzehrt zu haben. Das Management des Unternehmens hat bereits die Produktion eingestellt und lässt nun Produkte und Personal testen. Stavropol liegt im Südlichen Föderalen Distrikt Russlands (ProMED).
Empfehlung:   
Nahrungsmittelhygiene beachten. Auf Produktwarnungen achten.

Philippinen
Diarrhöe-Ausbruch in Cavite [15.10.2007]
News 2888

Aus einem Dorf in der Gegend von General Trias Town in Cavite werden zunehmend viele Fälle schwerer Diarrhöe gemeldet. Allein zwischen 12. und 13. Oktober ist die Zahl der Erkrankten von 315 auf 359 angestiegen. Die lokalen Gesundheitsbehörden gehen davon aus, dass inzwischen der Höhepunkt des Ausbruchs erreicht ist. Die Übertragung der Erkrankung sei jedoch nicht nur durch das Trinken verunreinigten Wassers, sondern - via Schmierinfektion - auch durch enge Kontakte mit Infizierten möglich. Das Abkochen oder die Behandlung des Trinkwassers mit Natriumhypochlorit spielt dennoch eine wichtige Rolle, um eine weitere Ausbreitung der Erkrankung zu verhindern. Die Provinz Cavite liegt auf der Insel Luzon (ProMED).
Empfehlungen:
Allgemeine Hygiene (z.B. häufiges Händewaschen) sowie Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene beachten.

Nigeria
Cholera in Bauchi und Makurdi [15.10.2007]
News 2887

Am 7. Oktober wurden aus der Metropole Bauchi 5 Cholera-Todesfälle gemeldet. Betroffen sind 2 Frauen, 2 Kinder sowie ein Mann mittleren Alters. Die lokalen Gesundheitsbehörden Bauchis berichteten über 35 weitere Fälle der Erkrankung. Inzwischen wurde im Specialist Hospital in Bauchi eine Abteilung für die Behandlung von Cholera-Patienten eingerichtet. Die höchste Aktivität der Erkrankung findet sich derzeit in folgenden Stadtteilen: Gwallaga, Korar Ran, Kofar Durmi und Bakin Kura. Vor allem die schlechten hygienischen Bedingungen in Bauchi leisten einer Ausbreitung der Cholera Vorschub. Der Bundesstaat Bauchi und die gleichnamige Stadt liegen im Nordosten Nigerias und waren diesjährig von mehreren Überschwemmungen betroffen. Auch aus dem im Süden gelegenen Bundesstaat Benue wurden Cholerafälle gemeldet. In der dortigen Provinzhauptstadt Makurdi sind wie in Bauchi ebenfalls 5 Personen mutmaßlich an Cholera gestorben (ProMED).
Empfehlungen:
Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene beachten. Cholera-Schluckimpfung für Risikoreisende.

Indonesien
Vogelgrippe, Update [14.10.2007]
News 2886

Aus der indonesischen Hauptstadt wurde am 13. Oktober erneut ein Vogelgrippe-Todesfall gemeldet. Es handelt sich um einen 12-jährigen Schüler aus Tangerang. Tangerang ist einer der südwestlich gelegenen Vororte Jakartas. Im Vordergrund der Symptomatik beim verstorbenen Schüler standen hohes Fieber, Husten und Atemnot. Der Junge starb, nachdem er 5 Tage in einer Spezialklinik für die Behandlung von Vogelgrippe-Patienten behandelt wurde. Mit 88 Todesfällen bei 109 diagnostizierten Vogelgrippefällen liegt die Sterblichkeitsrate der Vogelgrippe in Indonesien aktuell bei 80.7%. Insgesamt 43.6% der weltweit 202 registrierten Todesfälle durch Vogelgrippe entfallen auf Indonesien. Millionen Hühner und anderes Geflügel werden in Indonesien illegal auf Hinterhöfen gehalten. Dies erschwert eine effektive Seuchenkontrolle (WHO, ProMED).
Empfehlungen:
Der Kontakt zu lebendem oder frisch geschlachtetem Geflügel sowie zu Geflügel-ausscheidungen sollte vermieden werden.

Kongo, Demokratische Republik
Demokratische Republik: Bilharziose [14.10.2007]
News 2885

Eine aktuelle Untersuchung zeigte eine Belastung dreier großer Gewässer mit Schistosomen, den Erregern der Bilharziose. Bereits kurz nach dem Eindringen der Parasiten können sich an der Eintrittsstelle vorübergehende Hautreizungen bemerkbar machen. Im Verlauf mehrerer Wochen können fieberhafte Symptome und später auch Symptome durch einen Befall des Darms oder der Blase auftreten. Insgesamt 12% der aktuell registrierten Fälle hatten sich beim Baden an der Stelle der Einmündung des Kalemie-Flusses in den Lake Tanganyika infiziert. Die Nordküste des Lake Kivu, nahe Goma, war die Region in der sich 16% der untersuchten Patienten infizierten. Aber die überwiegende Mehrzahl der Patienten hatte sich in Süd-Katanga infiziert, insbesondere beim Baden im Lake Katebe. Der Lake Katebe und Lake Wasela sind Teile eines künstlich angelegten Gewässerkomplexes im Bereich des oberen Laufes des Lualaba-Flusses. Diese Gewässer liegen nordöstlich der Kolwezi-Minen und sind bei den europäischen (meist belgischen) Auswanderern sehr beliebt als Badestätten und Wassersportgebiete (ProMED).
Empfehlungen:
Das Baden in tropischen Binnengewässern sollte vermieden werden.

Vereinigte Staaten von Amerika
Hantavirus-Infektion in South Dakota [13.10.2007]
News 2885

Die Gesundheitsbehörden South Dakotas meldeten den Todesfall eines Einwohners McCook Counties. Der Mann war an einer Hantavirus-Infektion gestorben. In den vergangenen 3 Jahren waren im südöstlichen Teil South Dakotas bereits schon zwei Menschen durch eine Hantavirus-Infektion ums Leben gekommen. Betroffen waren die Counties Turner und Bon Homme. Grundsätzlich besteht in allen ländlichen Gebieten ein gewisses Risiko. Hantaviren werden meist indirekt durch Kontakt mit Ausscheidungen von Nagetieren übertragen. Vor allem im Herbst findet sich oft eine Zunahme von Hantavirus-Erkrankungen, da in dieser Jahreszeit eine verstärkte Einwanderung von Nagetieren in menschliche Behausungen erfolgt. Ein besonderes Risiko besteht in dem schnellen Verlauf der Erkrankung. Innerhalb von 12 Stunden kann ein Patient mit milder grippaler Symptomatik in einen akut lebensbedrohlichen Zustand geraten, der eine sofortige intensivmedizinische Behandlung erforderlich macht (ProMED).
Empfehlung:
Jeder direkte oder indirekte Kontakt mit den Ausscheidungen von Nagetieren sollte vermieden werden. Auch der Hautkontakt mit verunreinigtem Wasser kann zur Ansteckung führen.

Vereinigte Staaten von Amerika
Adenovirus 21-Infektionen [13.10.2007]
News 2884

Aktuell wird in den USA eine Zunahme von Infektionen mit dem Adenovirus 21 beobachtet. Der Erreger kann schwer verlaufende Erkältungen und Magen-Darm-Infekte auslösen. Als mögliche Komplikationen sind vor allem schwere Bronchitis, Entzündungen des Herzmuskels (Myokarditis), Darmverschluss und plötzlicher Kindstod gefürchtet. Nach der Entwicklung eines neuen Tests auf Adenovirus 21-Infektion wurden in den USA 2200 Patientenproben aus 22 medizinischen Einrichtungen getestet. Während sich der Erreger nur in 1% der im Jahr 2004 gewonnenen Proben fand, lag der Anteil im Jahr 2006 bereits bei 2.4%. Vor allem bei immungeschwächten Patienten, zum Beispiel nach Hochdosis-Chemotherapie, führen Infektionen mit dem Erreger nicht selten zum Tode. Die Einführung des neu entwickelten Tests in den Handel wird daher dringend erwartet. Die Details der oben erwähnten Studie werden von Gregory C Gray und Kollegen in der Novemberausgabe der Fachzeitschrift „Clinical Infectious Diseases“ unter dem Titel "Genotype Prevalence and Risk Factors for Severe Clinical Adenovirus Infection, United States 2004-2006" veröffentlicht(ProMED).
Empfehlungen:
Allgemeine Hygiene beachten. Häufiges Händewaschen und anschließende Verwendung von Papiertüchern anstelle von Handtüchern.

Kamerun
Gelbfieber im Süden [11.10.2007]
News 2883

Nachdem Gelbfieber in Kamerun als eliminiert galt, ist nun wieder ein Gelbfieber-Todesfall gemeldet worden. Es handelte sich um einen 19-jährigen Mann aus Zoetele. Er verstarb im September dieses Jahres zwei Tage nach seiner Einweisung in das Akonolinga Hospital. Der Verdacht auf Gelbfieberinfektion wurde inzwischen durch virologische Spezialdiagnostik im Pasteur Center in Dakar, Senegal, bestätigt. Zwischen 2003 und 2007 waren in Kamerun 9 Gelbfieber-Fälle registriert worden. Bei schwerem Verlauf der Erkrankung muss mit Sterblichkeitsraten (Letalität) zwischen 20 und 50 Prozent gerechnet werden. Da keine spezifische Therapie zur Verfügung steht, stellt die Gabe des hochwirksamen Gelbfieberimpfstoffs nach wie vor die wichtigste Maßnahme zur Eliminierung der Erkrankung dar. Ergänzend spielt auch die Bekämpfung der Gelbfieber übertragenden Aedes aegypti-Moskitos eine wichtige Rolle (ProMED).
Empfehlungen:
Durchführung einer Gelbfieberimpfung spätestens 10 Tage vor Einreise (vorgeschriebene Impfung).

Peru
Gelbfieberimpfung vorgeschrieben [10.10.2007]
News 2882

Das Auswärtige Amt der Bundesrepublik weist darauf hin, dass für Reisen in Gebiete östlich der Anden, d. h. ins
peruanische Amazonasgebiet, eine Gelbfieber-Impfung vorgeschrieben ist. Dies gilt für Erwachsene und Kinder (> 6 Monate). Für andere Regionen Perus ist eine Gelbfieberimpfung nur bei Einreise innerhalb von 6 Tagen aus einem Gelbfieberendemiegebiet erforderlich (http://www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/Laenderinformationen/Peru/Sicherheitshinweise.html).
Empfehlung:
Durchführung einer Gelbfieberimpfung spätestens 10 Tage vor Einreise.

Indien
Undiagnostizierte Erkrankung in Manipur [09.10.2007]
News 2881

In Nordindien, nahe der Grenze zu Myanmar, sind 7 Personen an einer noch undiagnostizierten Erkrankung verstorben. In der ersten Oktoberwoche breitete sich die Erkrankung schnell über einige Dörfer entlang der Grenzregion aus. Die betroffenen Patienten litten unter hohem Fieber, Magenschmerzen und Erbrechen. Bei einigen der Patienten fanden sich auch neurologische Symptome wie Krampfanfälle. Der erste Todesfall war am 28. September dieses Jahres gemeldet worden. Das bislang letzte Opfer der Erkrankung verstarb am 5. Oktober. Das indische Gesundheitsministerium hat bereits ein Expertenteam zur Klärung der Krankheitsursache nach Moreh entsandt. Moreh ist das wichtigste Handelszentrum zwischen Indien und Myanmar. Aufgrund der beobachteten neurologischen Symptome wird derzeit vermutet, dass es sich um Fälle von Nipahvirus-Infektion handeln könnte. Ausbrüche des Nipahvirus sind im Nordosten Indiens bereits in früheren Zeiten beobachtet worden (ProMED).
Empfehlungen:
Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene beachten. Kontakte mit Tieren und deren Ausscheidungen vermeiden. Auch der Kontakt zu Erkrankten sollte vermieden werden.

Dominikanische Republik
Dengue-Fieber in Santo Domingo [08.10.2007]
News 2880

Mehrere Dutzend Kinder und Jugendliche in Santo Domingo sind an Dengue-Fieber erkrankt und werden in zahlreichen öffentlichen und privaten Kliniken der Stadt behandelt. Betroffen sind überwiegend Kinder im Alter zwischen 2 und 13 Jahre. Dengue-Fieber findet sich vor allem in den ärmeren Vierteln. Inzwischen werden jedoch auch zunehmend viele Fälle aus anderen Teilen der Stadt wie Las Marias und Riviera del Sur gemeldet. Die meisten Erkrankungen fanden sich jedoch in Villa Majega, Santa Cruz, Pueblo Nuevo y Santa Elena sowie in ländlichen Gebieten wie Galion, Matanzas und Sombrero. Ein weiterer Anstieg der Dengue-Inzidenz kann nicht ausgeschlossen werden. Gefährdet sind vor allem Distrikte, in denen keine Trinkwasserleitungen existieren. Die in diesen Gebieten notwendige Speicherung von Trinkwasser in Reservoirs bietet oft ideale Vermehrungsbedingungen für die Überträgermücke Aedes aegypti. Wichtig für die Eindämmung des Dengue-Fiebers sind daher Kampagnen zur Bekämpfung von Aedes aegypti sowie zur Aufklärung der Bevölkerung (ProMED).
Empfehlung:
Ganztägig Mückenschutz beachten. Beseitigung oder Abdeckung von Wasserreservoirs (Regentonnen o.ä.) im Wohnumfeld.

Indonesien
Neuer Todesfall durch Vogelgrippe [08.10.2007]
News 2879

Das indonesische Gesundheitsministerium meldete einen neuen Fall von Vogelgrippe. Es handelt sich um eine 44-jährige Frau aus Pekanbaru City in der Riau Provinz. Die Patientin entwickelte am 1. Oktober erste Symptome und verstarb wenige Tage später (6. Oktober) an ihrer Erkrankung. Im Vordergrund der Symptomatik standen hohes Fieber, Husten und Atemnot. In zwei unabhängigen Laboren wurde eine Infektion mit dem Vogelgrippevirus vom Typ H5N1 nachgewiesen. Mit nun 87 Todesfällen weist Indonesien die weltweit höchste Zahl an Vogelgrippe-Todesopfer auf. Seit dem ersten Erkrankungsfall im Juli 2005 wurden in Indonesien bislang 108 Fälle von H5N1-Infektion diagnostiziert. In Indonesien werden viele Millionen Hühner und anderes Geflügel illegal auf Hinterhöfen gehalten. Dies erschwert eine effektive Seuchenkontrolle (ProMED).
Empfehlungen:
Der Kontakt zu lebendem oder frisch geschlachtetem Geflügel sowie zu Geflügel-ausscheidungen sollte vermieden werden.

Indien
Epidemische Bindehautentzündung in Mumbai [06.10.2007]
News 2878

Gesundheitsexperten warnen derzeit vor einer in Mumbai grassierenden Form der infektiösen Konjunktivitis (Bindehautentzündung). Als Erreger wird eine - möglicherweise bisher noch nicht bekannte- Variante des Adenovirus vermutet. Der Erreger kann durch Berührung, zum Beispiel durch Reiben der Augen mit ungewaschenen Händen, übertragen werden. Bei einigen der Patienten kam es zu Komplikationen wie einer zusätzlichen Entzündung der Hornhaut. Aktuell werden in zahlreichen staatlichen und privaten Gesundheitseinrichtungen jeweils 5-7 Patienten am Tag behandelt. Zuletzt war Mumbai im Jahr 1981 von einem großen Ausbruch der epidemischen Konjunktivitis betroffen. Im Zusammenhang mit diesem Ausbruch waren auch einige schwere neurologische Komplikationen aufgetreten. Als verantwortlicher Erreger für den 1981´er Ausbruch wurde das
Enterovirus-70 identifiziert (ProMED).
Empfehlungen:
Allgemeine Hygiene beachten. Häufiges Händewaschen und anschließende Verwendung von Papiertüchern anstelle von Handtüchern.

Taiwan (China)
Epidemische Bindehautentzündung [06.10.2007]
News 2877

In Taiwan wird eine stetige Zunahme an Fällen infektiöser Konjunktivitis (Bindehautentzündung) beobachtet. Experten
befürchten, dass eine Epidemie bevorstehen könnte. Die meisten Patienten leiden unter Einblutungen in die Bindehäute in
Verbindung mit geschwollenen Augenlidern. Es handelt sich daher um eine Form der akuten hämorrhagischen Konjunktivitis. Der häufigste Erreger dieser schmerzhaften Erkrankung ist das Enterovirus-70. Auch allgemeine Atemwegssymptome, Fieber und Kopfschmerzen können auftreten. Das Virus wird durch direkte oder indirekte Kontakte mit infektiösem Augensekret übertragen. Die aktuell am stärksten betroffenen Gebiete Taiwans sind die Regionen Keelung (Norden) und Yunlin (Süden). Aus Yunlin wurden bereits mehr als 1000 Fälle der Erkrankung gemeldet (ProMED).
Empfehlungen:
Allgemeine Hygiene beachten. Häufiges Händewaschen und anschließende Verwendung von Papiertüchern anstelle von Handtüchern.

Nepal
Masern-Situation, 2000-2006 [06.10.2007]
News 2876

Nepal hat seit einigen Jahren die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlenen Strategien zur Eliminierung der
Masern in das Gesundheitswesen eingeführt. Diese Strategien beinhalten die konsequente Durchführung der Masern-Impfung in der Kindheit sowie Angebote an die Bevölkerung, versäumte Impfungen nachzuholen („supplementary immunization activities“, SIAs). In den 4 Jahren vor Einführung der SIAs (2000-2003) lag die durchschnittliche Zahl jährlicher Masernfälle bei 10 425. Zwischen 2004 und 2005 konnte die Zahl der Maserninfektionen bereits um 62% auf 3931 gesenkt werden. Im darauf folgenden Jahr konnte eine Senkung der Inzidenz auf 1935 Fälle erzielt werden. Ein Teil des Erfolges liegt darin begründet, dass die SIAs konsequent auch in abgelegenen, schwerer erreichbaren Teilen des Landes durchgeführt wurden. Zur Verbesserung der Masern-Schutzes einer Bevölkerung ist es von Bedeutung, den Anteil der Personen, die insgesamt 2 Masernimpfungen erhalten haben, zu erhöhen. Weltweit sind allein im Jahr 2005 schätzungsweise 345 000 Menschen, meist Kinder, an Masern gestorben, obwohl seit über 40 Jahren gut wirksame und exzellent verträgliche Impfstoffe zur Verfügung stehen (ProMED).
Empfehlung:
Impfschutz gegen Masern, Mumps und Röteln empfohlen. Jeder ≤ 40 Jahren sollte zweimal gegen MMR geimpft sein.

Iran
Cholera im Nordwesten [06.10.2007]
News 2875

Die iranischen Gesundheitsbehörden haben auf einen Anstieg der Cholera-Aktivität hingewiesen. Die Zahl der gemeldeten
Erkrankung hat sich mit 43 Fällen seit dem letzten Report der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mehr als vervierfacht.
Betroffen ist die nordwestlich gelegene Grenzregion zum Irak. Seit Mitte August dieses Jahres ist der Irak von einem
Cholera-Ausbruch mit bisher mehr als 3300 Erkrankten betroffen. Durch irakische Flüchtlinge wurde die Cholera in die
kurdische Provinz des Irans importiert. Ein Risiko für die Weiterverbreitung der Cholera kann auch von schiitischen Pilgern
ausgehen, die in den Irak einreisen, um religiöse Stätten zu besuchen. Die WHO hat inzwischen an die Regierung des Iraks
appelliert, die Grenzübertritte besser zu überwachen. Im Vordergrund bei der Eindämmung der Cholera steht die Verbesserung der Trinkwasserversorgung, der allgemeinen hygienischen Bedingungen, des Meldesystems sowie der medizinischen Versorgung der Patienten (ProMED).
Empfehlungen:
Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene beachten. Cholera-Schluckimpfung für Risikoreisende.

Nepal
Tödliche Diarrhöe-Fälle in Zentralregion [06.10.2007]
News 2874

Im Zuge eines Diarrhöe-Ausbruchs sind etwa 500 Personen in 16 Dörfern Zentralnepals erkrankt. Allein innerhalb einer Woche wurden 7 Todesfälle aus dem Rautahat-Distrikt sowie je 2 Todesfälle aus dem Distrikten Hetauda und Parsa gemeldet. Ein Krankenhaus der Region meldet aktuell täglich 20 behandlungsbedürftige Fälle. Weitere Fälle der Erkrankung finden sich derzeit auch in Chandiya, Basantapur, Jhunkhunuwa und Dumariya. Die Ursache der Darminfektion konnte bislang noch nicht
geklärt werden. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass es sich zumindest bei einem Teil der Erkrankungen um Cholera
handelt. Alle vom Ausbruch betroffenen Gebiete befinden sich südlich von Katmandu (ProMED).
Empfehlungen:
Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene beachten. Cholera-Schluckimpfung für Risikoreisende.

Senegal
Cholera in verschiedenen Landesteilen [06.10.2007]
News 2873

Die senegalesischen Gesundheitsbehörden meldeten insgesamt 1060 neue Cholerafälle aus verschiedenen Teilen des Landes. Innerhalb der vergangenen 5 Tage war ein leichter Anstieg der Cholera-Aktivität zu verzeichnen. Vor allem der während der Trockenzeit erschwerte Zugang zu sauberem Trinkwasser sowie allgemeine Hygienemängel leisten einer Ausbreitung der Cholera Vorschub. Die meisten Fälle (n=222) sind aktuell in Touba zu verzeichnen. Weitere Häufungen von Choleraerkrankungen fanden sich in Mbacke (n=79), Louga (n=48), Saint-Louis (> 30) und Bambey (n=20). Im Vordergrund bei der Eindämmung der Cholera steht die Verbesserung der Trinkwasserversorgung, der allgemeinen hygienischen Bedingungen, des Meldesystems sowie der medizinischen Versorgung der Patienten (ProMED).
Empfehlungen:
Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene beachten. Cholera-Schluckimpfung für Risikoreisende.

Deutschland
Masern in Niederbayern [06.10.2007]
News 2872

Zwischen Januar und Juni dieses Jahres wurden in Passau und Rottal-Inn, nahe der Grenze zu Österreich, insgesamt 90 Fälle von Masern gemeldet. Beinahe 30% der Erkrankungen (n=26) entfallen auf eine lokale Montessori Schule, die von Schülern aus den betroffenen Gebieten und Österreich besucht wird. Bei den beiden ersten im Januar gemeldeten Fällen handelt es sich um Kinder im Alter von 7 Monaten und 3 Jahren. Beide Kinder infizierten sich vermutlich während einer Reise in die Schweiz. Bei der Reise war es zu Kontakten mit Masernkranken gekommen. Die Schweiz ist seit November 2006 von einem Masern-Ausbruch betroffen. Die höchste Erkrankungsaktivität in Niederbayern wurde mit 14 Neuinfektionen zwischen 19. und 25. März beobachtet. Insbesondere der Anteil ungeimpfter Kinder an der Montessori Schule leistete einer Weiterverbreitung der Masern Vorschub. Weltweit sind allein im Jahr 2005 schätzungsweise 345 000 Menschen, meist Kinder, an Masern gestorben, obwohl seit über 40 Jahren gut wirksame und exzellent verträgliche Impfstoffe zur Verfügung stehen (ProMED).
Empfehlung:
Impfschutz gegen Masern, Mumps und Röteln empfohlen. Jeder ≤ 40 Jahren sollte zweimal gegen MMR geimpft sein.

Uganda
Verdacht auf multiresistente Tuberkulose [04.10.2007]
News 2871

In Uganda wird eine Zunahme Antibiotika-resistenter Tuberkulose beobachtet. In Nairobi werden bereits Kurse angeboten, in denen Krankenschwestern den Umgang mit betroffenen Patienten erlernen können. Die am stärksten von multiresistenter Tuberkulose betroffenen Distrikte sind Kampala, Gulu, Hoima, Soroti, Kabale, Mbarara, Mbale und Arua. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert multiresistente (MDR) Tuberkulose als eine Erkrankung, deren Erreger gegen die beiden wirksamsten Tuberkulosemedikamente Isoniazin und Rifampizin resistent sind. Besteht zusätzlich eine Resistenz gegen Fluorochinolone sowie gegen mindestens eines von drei injizierbaren Tuberkulosewirkstoffen (Capreomycin, Kanamycin, Amikacin), spricht man von hochresistenter (XDR) Tuberkulose. Da die Resistenzuntersuchungen in den betroffenen Gebieten Kenias noch nicht abgeschlossen sind, ist derzeit noch unklar ob es sich um Fälle von MDR oder XDR Tuberkulose handelt (ProMED).
Empfehlung:
Risiko für Reisende gering. Kontakte mit Erkrankten vermeiden.

Panama
Undiagnostizierte Todesfälle bei Kindern [03.10.2007]
News 2870

Nach Angaben der panamesischen Gesundheitsbehörden sind im abgelegenen Nurum-Distrikt (Ngobe-Bugle Region) 42 Menschen an einer noch undiagnostizierten Erkrankung gestorben. Betroffen sind fast ausschließlich Kinder. Im Vordergrund der Symptomatik standen Schnupfen, Husten und Fieber. Die Todesopfer verstarben wahrscheinlich an den Folgen einer Bronchialpneumonie (Lungenentzündung). Die Ursache der Erkrankung konnte bislang nicht ermittelt werden. Als verantwortliche Krankheitserreger kommt ein breites Spektrum unterschiedlicher Viren, Bakterien, Pilze und Einzeller in Frage. Nurum liegt in der zentralen Veraguas Provinz und ist nur schwer zugänglich. Dies erschwert die Durchführung von Hilfsmaßnahmen und weiteren Untersuchungen (ProMED).
Empfehlungen:
Geringes Risiko für Reisende. Ein direkter Kontakt mit kranken Personen sollte vermieden werden.

Sierra Leone
Cholera im Norden und Westen [02.10.2007]
News 2869

Innerhalb zweier Wochen sind in Sierra Leone zahlreiche Menschen an Cholera gestorben. Der westafrikanische Staat gilt nach langen Jahren des Bürgerkrieges noch als eine der ärmsten Regionen der Erde. Alhassan Sesay, der Direktor für Seuchenkontrolle, berichtete über 15 Todesopfer aus dem nördlich gelegenen Kambia-Distrikt. Fünf weitere Todesfälle wurden aus einem Dorf im Umland der Hauptstadt Freetown gemeldet. Da Cholera bei adäquater Behandlung nur sehr selten zum Tode führt, ist von einer erheblichen Dunkelziffer nicht gemeldeter Fällen auszugehen. Inzwischen wurden medizinische Hilfsteams in die betroffenen Gebiete entsandt. Neben der Behandlung Erkrankter kümmern sich die Experten auch um Aufklärungsmaßnahmen. Aufklärungskampagnen spielen eine besonders wichtige Rolle bei der Eindämmung von Cholera-Ausbrüchen. Bereits im Vorjahr war Sierra Leone von einer Cholera-Epidemie betroffen. Zwischen August und Oktober 2006 starben landesweit mindestens 77 Menschen an der Erkrankung (ProMED).
Empfehlungen: Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene beachten. Cholera-Schluckimpfung für Risikoreisende.

Senegal
Cholera in Saint-Louis [02.10.2007]
News 2868

Seit 18. September dieses Jahres wurden in Saint-Louis 15 Cholera-Fälle gemeldet. Die Stadt Saint-Louis und die gleichnamige Provinz liegen im Norden Senegals. Die höchste Cholera-Aktivität wurde in der Gegend von Pikine und Balacos registriert. Die lokalen Gesundheitsbehörden haben bereits Aufklärungskampagnen gestartet. Die Aufklärung der Bevölkerung beinhaltet Informationen über die Übertragungswege der Cholera sowie über geeignete Hygienemaßnahmen zur Vermeidung der Erkrankung. Von Bedeutung sind auch die Verbesserung der Trinkwasserversorgung, der allgemeinen hygienischen Bedingungen, des Meldesystems sowie der medizinischen Versorgung der Patienten (ProMED).
Empfehlungen: Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene beachten. Cholera-Schluckimpfung für Risikoreisende.

China
Dengue-Fieber in Fujian [01.10.2007]
News 2867

Aus der östlich gelegenen Fujian Provinz wurden 39 labordiagnostisch bestätigte Fälle von Dengue-Fieber gemeldet. Betroffen ist der Hanjiang-Distrikt von Putian City. Insgesamt 26 der Patienten sind inzwischen bereits wieder genesen. Die übrigen Patienten befinden sich in einem stabilen Gesundheitszustand. Die Gesundheitsbehörden Putians haben bereits Maßnahmen zur Bekämpfung der Überträgermücke Aedes aegypti ergriffen. Vor allem größere und kleinere Süßwasserreservoirs, zum Beispiel Baugruben, Regentonnen und mit Regenwasser gefüllte Autoreifen, bieten ideale Brutstätten für Aedes aegypti. Die Behörden planen inzwischen auch Verbesserungen im Meldesystem zur Erfassung neuer Fälle. Putian City liegt im zentralen Bereich der Küstenregion der Fuijan Provinz. Putian grenzt im Nordosten an Fuzhou und im Südosten an Quanzhou (ProMED).
Empfehlung: Ganztägig Mückenschutz beachten. Beseitigung oder Abdeckung von Wasserreservoirs (Regentonnen o.ä.) im Wohnumfeld.

Vietnam
Dengue-Fieber, Update [01.10.2007]
News 2866

Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum hat die Dengue-Aktivität in Vietnam um beinahe 50% zugenommen. Die Zahl der landesweiten Fälle liegt bereits bei 68 000, einschließlich 60 Todesfälle. Die meisten Infektionen wurden aus den südlichen Provinzen Dong Thap, An Giang, Tien Giang und Ben Tre gemeldet. Allein aus der Mekong-Delta Region (Cuu Long) wurden bis Ende August dieses Jahres mehr als 58 000 Dengue-Erkrankungen registriert. Auch die Anzahl der Todesfälle hat sich im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um 40 bis 54% erhöht. In der Tien Giang Provinz fanden sich 9 Todesfällen bei 9800 Erkrankungen. In den Provinzen Dong Thap (8700 Erkrankungen) und An Giang (6000 Erkrankungen) fanden sich 9, beziehungsweise 6 Todesfälle. In Ho-Chi-Minh-Stadt wurden bisher knapp 5400 Erkrankungen mit 6 Todesfällen registriert (ProMED).
Empfehlung: Ganztägig Mückenschutz beachten. Beseitigung oder Abdeckung von Wasserreservoirs (Regentonnen o.ä.) im Wohnumfeld.

Pakistan
Dengue-Fieber in Karachi [01.10.2007]
News 2865

Aus verschiedenen Krankenhäusern Karachis wurden insgesamt 22 Dengue-Neuinfektionen gemeldet. Zwanzig dieser Patienten sind bereits positiv auf Dengue-Fieber getestet worden. Bei 2 weiteren Patienten besteht ein klinischer Verdacht auf Dengue-Fieber, die Ergebnisse der Labordiagnostik liegen jedoch noch nicht vor. Seit Januar wurden in Karachi bereits 170 Dengue-Verdachtsfälle diagnostiziert. Auch die Möglichkeiten zur Labordiagnostik wurden inzwischen verbessert. In einem lokalen Labor (Mid Citi Lab) ergaben bereits 12 von 24 Tests positive Befunde und bestätigten damit den Verdacht auf Denguevirus-Infektionen. Karachi liegt am Arabischen Meer und ist eine der größten Städte des Landes (ProMED).
Empfehlung: Ganztägig Mückenschutz beachten. Beseitigung oder Abdeckung von Wasserreservoirs (Regentonnen o.ä.) im Wohnumfeld.

Indonesien
Vogelgrippe, Update [01.10.2007]
News 2864

Das indonesische Gesundheitsministerium meldete einen neuen Vogelgrippe-Todesfall. Betroffen ist ein 21-jähriger Mann aus dem Westen Jakartas. Damit liegt die Zahl der indonesischen Opfer der Vogelgrippe bei 86. Der Patient erkrankte am 18. September dieses Jahres und verstarb am 30. September bald nach seiner Aufnahme in eine Klinik. In Indonesien werden viele Millionen Hühner und anderes Geflügel illegal auf den Hinterhöfen gehalten. Dies erschwert eine effektive Seuchenkontrolle. Mit 107 bestätigten Erkrankungsfällen, einschließlich 86 Todesopfern, ist Indonesien das am stärksten von der Vogelgrippe betroffene Land der Welt. Die letzte offizielle Zählung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vom 10. September dieses Jahres lag bei bestätigten 106 Erkrankungen mit 85 Todesfällen. Einige registrierte Verdachtsfälle aus Ria und West-Java sind noch unbestätigt und daher noch nicht in die Statistik eingeflossen (ProMED).
Empfehlungen: Der Kontakt zu lebendem oder frisch geschlachtetem Geflügel sowie zu Geflügel-ausscheidungen sollte vermieden werden.

Russische Föderation
Yersiniose in Yamalo-Nnetsky [01.10.2007]
News 2863

Aus dem autonomen Distrikt Yamalo-Nenetsky in Westsibirien wurden zahlreiche Fälle von Yersiniose gemeldet. Betroffen sind überwiegend Schulkinder aus Noviy Urengoy. Der Erreger Yersinia pseudotuberculosis wird am häufigsten durch den Verzehr rohen Gemüses übertragen. Der gegenwärtige Ausbruch in Yamalo-Nnetsky begann am 18. September 2007; 20 Schulkinder mussten stationär versorgt werden, 77 weitere Patienten wurden ambulant behandelt. Die Zahl der registrierten Fälle beträgt derzeit 121, darunter 38 Patienten, bei denen eine klinische Behandlung erforderlich war. Derzeit suchen die Gesundheitsbehörden noch nach der Infektionsquelle. Bei der Yersiniose findet sich häufig eine Entzündung der Darm-Lymphknoten in Verbindung mit Fieber und Schmerzen im rechten Unterbauch. Hierdurch kann die Erkrankung mit einer akuten Appendizitis („Blinddarmentzündung“) verwechselt werden (ProMED).
Empfehlung: Nahrungs- und Trinkwasserhygiene beachten.

Indien
Japanische Enzephalitis in Uttar Pradesh [30.09.2007]
News 2862

Im Osten des Bundesstaates Uttar Pradesh fordert die Japanische Enzephalitis (JE) weitere Todesopfer. Inzwischen sind 12 weitere Kinder an der Erkrankung verstorben. Damit liegt die Zahl der insgesamt gemeldeten Todesfälle bei 227. Offizielle Quellen berichteten über mehr als 1380 JE-Patienten, die in verschiedenen Krankenhäusern der Region behandelt werden. JE-Fälle fanden sich in den Distrikten Gorakhpur, Deoria, Maharajganj, Sant Kabrinagar, Kushinagar, Ballia, Gonda und Balrampur. Die höchste JE-Aktivität besteht derzeit in Gorakhpur. Auch in den vergangenen Jahren waren während der Monsunmonate im Bundesstaat Uttar Pradesh immer wieder Ausbrüche der JE beobachtet worden. Im vergangenen Jahr (2006) waren etwa 1000 Personen an JE erkrankt. Die durchgeführten Impfkampagnen haben nicht genügend Menschen erreicht. Daher konnte eine Eindämmung der JE in der Region bislang nicht erzielt werden. Gegen JE stehen hochwirksame Impfstoffe zur Verfügung (ProMED).
Empfehlungen: Ganztägig Insektenschutz beachten. Bei Risikoreisenden Durchführung einer Impfung gegen Japanische Enzephalitis.

Mongolei
Milzbrand in Khovsgol [30.09.2007]
News 2861

Lokale Medien meldeten Milzbrandfälle aus der Khovsgol Provinz. Betroffen ist ein Ehepaar in Tunel. Beide Personen wurden umgehend nach Diagnosestellung einer Krankenhausbehandlung zugeführt. Während sich der Gesundheitszustand des Mannes inzwischen gebessert hat, ist seine Frau am 26. September an den Folgen ihrer Erkrankung verstorben. Die staatlichen Gesundheitsbehörden wurden aufgefordert, die Situation zu klären. Weitere Fälle der Erkrankung wurden bislang nicht gemeldet. Generell werden jedoch in der Mongolei öfters sporadische Milzbrandinfektionen beobachtet. Im Jahr 2004 waren Milzbrand-Ausbrüche in den folgenden 12 Provinzen registriert worden: Khenti, Hovsgol, Bulgan, Selenge, Uws, Gobi-Altai, Ulaanbaatar, Darkhan-Uul, Ovorkhangai, Arkhangai, Drakhan-Uul und Zavkhan (ProMED).
Empfehlung: Nahrungsmittelhygiene beachten und kein Fleisch unbekannter Herkunft verzehren. Auch Tierkontakte sollten vermieden werden.

Australien
Mumps-Ausbruch in Adelaide [30.09.2007]
News 2860

In der Universität von Adelaide wird aktuell eine Häufung von Mumpsfällen beobachtet. Innerhalb von 2 Wochen wurden 8 Fälle der Erkrankung diagnostiziert. Die Zahl der tatsächlichen Fälle dürfte noch höher liegen. Die betroffenen Studenten lebten in verschiedenen Häusern zusammen mit insgesamt etwa 180 Bewohnern. Die australischen Gesundheitsbehörden haben die Universitätsverwaltung dazu angehalten, betroffene Patienten zu isolieren und alle ungeimpften Studenten gegen Mumps zu immunisieren. Am stärksten vom aktuellen Ausbruch betroffen sind ausländische Studenten im Alter zwischen 18 und 24 Jahren. Keiner der Patienten benötigte bislang eine stationäre Behandlung. Zahlreiche ausländische Studenten in Australien sind in ihren Heimatländern nicht ausreichend gegen Mumps geimpft worden. Mumpserkrankungen bei Erwachsenen können in seltenen Fällen zu gravierenden Folgen/Komplikationen wie Meningitis (Hirnhautentzündung), Sterilität und Hörverlust (ProMED).
Empfehlung: Impfschutz gegen Masern, Mumps und Röteln empfohlen. Jeder ≤ 40 Jahren sollte zweimal gegen MMR geimpft sein.

Australien
Ross-River-Virus-Infektionen in Queensland [30.09.2007]
News 2859

Im Nordosten Australiens wird eine starke Zunahme des Ross-River-Fiebers beobachtet. Insbesondere die ungehinderte Vermehrung der Überträgermoskitos leistet der Ausbreitung der Erkrankung Vorschub. Selbst die südlichen Regionen Queenslands sind betroffen. In der Gegend von Brisbane wurde eine Anstieg der Ross-River-Virus (RRV)-Aktivität um beinahe 450% im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum beobachtet. In den vergangenen 4 Wochen waren 93 Fälle der Erkrankung gemeldet worden. Die durchschnittliche Fallzahl der Jahre 2002-2006 für die Region im entsprechenden Zeitraum hatte lediglich bei 32 Fällen gelegen. Im Vordergrund der Symptomatik des Ross-River-Fiebers stehen mildes Fieber, Hautausschlag und Gelenkschmerzen. Die Gesundheitsbehörden empfehlen der Bevölkerung der betroffenen Regionen die Durchführung von Mückenschutzmaßnahmen; auch staatliche Programme zur Moskitobekämpfung sind von Bedeutung (ProMED).
Empfehlung: Konsequenten Mückenschutz beachten.

Vereinigte Staaten von Amerika
Beulenpest in New Mexico [29.09.2007]
News 2858

Eine 58-jährige Frau aus East Mountain ist an der Beulenpest erkrankt. Sie ist das diesjährig siebente Opfer der Erkrankung in New Mexico. Die Frau wird derzeit stationär behandelt und befindet sich aktuell in einem gebesserten Gesundheitszustand.
Weitere Pestfälle in diesem Jahr wurden aus den Counties Santa Fe, Torrance, San Juan und Bernalillo gemeldet. Im Vorjahr waren in New Mexico 8 Pest-Fälle diagnostiziert worden. Zwei dieser Patienten starben an den Folgen ihrer Erkrankung. Seit 1949 sind im Bundesstaat New Mexico 255 Fälle von Pest aufgetreten. Mit insgesamt 33 Todesfällen seit dieser Zeit liegt die Sterblichkeitsrate der Erkrankung bei 13%. Die höchste Pest-Aktivität fand sich in den folgenden 7 nördlichen Counties: Bernalillo, McKinley, Rio Arriba, San Miguel, Sandoval, Santa Fe und Taos. Auch jahreszeitliche Unterschiede wurden beobachtet. Die meisten Fälle fanden sich in der Zeit zwischen Mai und September (ProMED).
Empfehlungen: Risiko für Reisende gering. Insektenabweisende Mittel gegen Stechmücken sind in der Regel auch zum Schutz vor dem Pestfloh geeignet.



Vietnam: Hand-Fuß und Mund-Krankheit in Ho-Chi-Minh-Stadt [26.09.2007]
News 2856

Seit Anfang September dieses Jahres sind mehr als 170 Kinder in Ho-Chi-Minh-Stadt schwer an der Hand-Fuß-Mund-Krankheit (HFMD) erkrankt. Bei 30% dieser stationär behandelten Patienten fanden sich ernste Komplikationen. Bei mehreren Kindern hat sich eine Gehirnentzündung (Enzephalitis) entwickelt. Auch 2 Todesfälle sind zu verzeichnen. Da die HFMD einen sehr raschen Verlauf nehmen kann, waren die 2 Kinder gestorben, bevor sie intensivmedizinisch versorgt werden konnten. Eine Häufung von HFMD-Fällen ist 2007 viel früher aufgetreten als in den vergangenen Jahren. Mit einer weiteren Zunahme der Fallzahlen muss daher gerechnet werden. Inzwischen wurden die Gesundheitsbehörden durch Experten dazu aufgefordert, ausgedehnte Desinfektionsmaßnahmen in allen Schulen und Kindergärten durchzuführen. HFMD kann durch verschiedene enterale Picornaviren ausgelöst werden. Die wichtigsten Erreger sind: Humanes Enterovirus 71, Humanes Coxsackievirus A16 und das Humane Echovirus 4. HFMD ist weltweit verbreitet, die schwersten Ausbrüche der Erkrankung werden jedoch in China, Japan, Malaysia und anderen Teilen Südostasiens beobachtet (ProMED).
Empfehlung:
Durch häufiges Händewaschen und gute Nahrungsmittelhygiene kann das Infektionsrisiko minimiert werden. Man sollte vor allem nur hygienisch völlig einwandfreies Trinkwasser verwenden und Kontakte mit Erkrankten vermeiden.



Kongo, Republik: Affenpocken-Ausbruch [25.09.2007]
N
ews 2855

Im nördlich gelegenen Verwaltungsgebiet Likouala sind mindestens 60 Personen an Affenpocken erkrankt. Nach inoffiziellen Angaben liegt die Zahl der Erkrankten sogar bei etwa 150. Bei der Mehrzahl der Patienten handelt es sich um Flüchtlinge aus der Demokratischen Republik Kongo. Im Vordergrund der Symptomatik stehen abrupt einsetzendes hohes Fieber, Husten und vergrößerte Lymphknoten. Ein bis zwei Tage später entwickelt sich ein generalisierter bläschenförmiger Hautausschlag. Der Ausbruch begann im Januar dieses Jahres. Der bislang letzte Fall der Erkrankung wurde Ende August registriert. Betroffen sind vor allem Dörfer entlang des Oubangui Flusses. Der Fluss verläuft entlang des Grenzgebietes zwischen der Republik Kongo, Demokratischer Republik Kongo und Zentralafrikanischer Republik. Trotz des Namens der Erkrankung sind Affen und Menschenaffen nur selten betroffen. Das ursprüngliche Virusreservoir in West- und Zentralafrika sind afrikanische Nagetiere, wie zum Beispiel die Gambia- Riesenhamsterratte oder das afrikanische Eichhörnchen (ProMED).
Empfehlungen:
Für Reisende besteht ein nur äußerst geringes Risiko. Tierkontakte sollten vermieden werden.



Malaysia: Hand-Fuß und Mund-Krankheit in Selangor [24.09.2007]
News 2854

In Klang ist ein weiterer Anstieg von Fällen der Hand-Fuß und Mund-Krankheit (HFMD) zu verzeichnen. Klang liegt im Bundesstaat Selangor, westlich von Kuala Lumpur. In der ersten Jahreshälfte 2007 wurden bereits 502 Fälle von HFMD gemeldet. Dies entspricht einem deutlichen Anstieg der Fallzahlen im Vergleich zum gesamten Jahr 2006 mit 300 registrierten Erkrankungen. Die Gesundheitsbehörden haben die Eltern der betroffenen Region zu erhöhter Aufmerksamkeit aufgerufen. Um eine weitere Ausbreitung der HFMD zu verhindern, wurden Kindergärten in Bandar Bukit Tinggi, Taman Eng Ann und Taman Pendamar Indah vorübergehend geschlossen. HFMD kann durch verschiedene enterale Picornaviren ausgelöst werden. Die wichtigsten Erreger sind: Humanes Enterovirus 71, Humanes Coxsackievirus A16 und das Humane Echovirus 4. Seit 1997 war Sarawak von 3 größeren HFMD-Ausbrüchen betroffen. Ursache für den aktuellen Ausbruch in Selangor ist wahrscheinlich das Coxsackievirus A16. HFMD wird weltweit beobachtet, die schwersten Ausbrüche der Erkrankung werden jedoch in China, Japan, Malaysia und anderen Teilen Südostasiens beobachtet (ProMED).
Empfehlung:
Durch häufiges Händewaschen und gute Nahrungsmittelhygiene kann das Infektionsrisiko minimiert werden. Man sollte vor allem nur hygienisch völlig einwandfreies Trinkwasser verwenden und Kontakte mit Erkrankten vermeiden.



Myanmar: Dengue-Fieber Ausbruch, Update [24.09.2007]
News 2853

In zahlreichen Ländern existieren Kontrollprogramme zur Eindämmung von Aedes aegypti, der Überträgermücke des Dengue-Fiebers. In Myanmar existieren derartige Programme nicht. Die Ausgaben der Regierung für Gesundheit betragen weniger als 0.4% des Jahresbudgets (0.5 US-Dollar pro Person). Daher ist Myanmar von der allgemeinen Zunahme der Dengue-Fallzahlen im südostasiatischen Raum besonders stark betroffen. Allein im Juli dieses Jahres wurden wöchentlich mehr als 1000 Fälle der Erkrankung diagnostiziert. Es handelt sich überwiegend um Kinder. Die gemeldeten Erkrankungen spiegeln nur diejenigen Fälle wieder, die in staatlichen Kliniken registriert wurden. Allein in Rangun existieren mehr als 1000 Privatpraxen in denen ebenfalls zahlreiche Fälle von Dengue-Fieber behandelt werden. Daher ist von einer erheblichen Dunkelziffer im Meldewesen auszugehen. Allein ein einzelner Kinderarzt einer Privatklinik in Rangun gab an, Anfang August mehr als 100 Kinder am Tag versorgt zu haben. Gesundheitsexperten vermuten, dass es sich um den schwersten Dengue-Ausbruch seit 2005 handeln könnte. Im Jahr 2005 waren 17 454 Menschen erkrankt. Die Zahl der Todesopfer lag bei 169 (ProMED).
Empfehlung:
Ganztägig Mückenschutz beachten. Beseitigung oder Abdeckung von Wasserreservoirs (Regentonnen o.ä.) im Wohnumfeld.



Kongo, Demokratische Republik: Ebola-Ausbruch, Update [23.09.2007]
News 2852

Aus der Demokratischen Republik Kongo wurden 4 neue Fälle von Ebola-hämorrhagischem Fieber diagnostiziert. Damit liegt die Zahl offiziell bestätigter Fälle bei 9. Die Anzahl der Verdachtsfälle liegt mit etwa 400, einschließlich 167 Todesfällen, noch beträchtlich höher. Die höchste Ebola-Aktivität findet sich in der Kasai Occidental Provinz, jedoch wird vermutet, dass sich die Erkrankung bereits in die Kasai Oriental Provinz eingeschleppt wurde.
Im Jahr 1995 waren im damaligen Zaire 315 Ebola-Erkrankungen, einschließlich 245 Todesfälle, registriert worden. Die Regierungsbehörden versuchen daher, den aktuellen Ausbruch durch strikte seuchenhygienische Maßnahmen und Aufklärung der Bevölkerung einzudämmen. Als verdächtig gilt jede hochfieberhafte Erkrankung mit Blutungen aus Mund, Nase, Ohren oder Augen. Auch der Kontakt zu Menschenaffen sollte unterbleiben, da frühere Ebola-Ausbrüche vermutlich durch den Verzehr von Fleisch infizierter Gorillas ausgelöst wurden (ProMED).
Empfehlung:
Das Risiko für Reisende ist minimal. Ein Infektionsrisiko besteht in erster Linie bei der Pflege Erkrankter, insbesondere bei direktem Kontakt mit Blut oder Körperflüssigkeiten.



Israel: Masern-Ausbruch [22.09.2007]
News 2851

Seit August 2007 wurden in Israel 50 Fälle von Masern gemeldet. Die Mehrzahl der Erkrankungen wurde in der Gegend von Jerusalem registriert. Überwiegend handelt es sich um Angehörige einer ultra-orthodoxen Glaubensgemeinschaft. Erste Masern-Fälle wurden in der dritten Augustwoche im 35 km von Jerusalem entfernt liegenden Modiin beobachtet. Die Routineimpfung gegen Masern war in Israel im Jahr 1967 eingeführt worden. Die zweimalige Impfung mit einem Kombinationsimpfstoff gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR) wurde 1994 eingeführt. Während die durchschnittliche MMR-Impfrate in Israel bei etwa 94% für die erste Impfdosis und bei bis zu 97% für die zweite Impfdosis liegt, sind nur etwa 60-70% der ultra-orthodox Gläubigen gegen MMR geimpft. Die MMR-Impfung wird vom israelischen Gesundheitsministerium empfohlen (ProMED).
Empfehlung:
Impfschutz gegen Masern, Mumps und Röteln empfohlen. Jeder ≤ 40 Jahren sollte zweimal gegen MMR geimpft sein.



Kenia: Rift-Valley Fieber [21.09.2007]
News 2850

Die kenianische Regierung meldete zwei Todesfälle durch Rift-Valley Fieber (RVF). Betroffen waren zwei Frauen aus dem Nakuru-Distrikt, nahe der Demokratischen Republik Kongo. Erste Befürchtungen, es könnte sich um Fälle von Ebola-hämorrhagischem Fieber handeln, bestätigten sich nicht. Eine virologische Spezialdiagnostik ergab das Vorliegen von RVF. Anfang des Jahres waren in Kenia bereits mehr als 150 Menschen an RVF gestorben.
Ein erneuter größerer Ausbruch wird jedoch derzeit nicht befürchtet. Das durch Moskitos übertragene Rift-Valley-Virus kann sowohl Menschen wie auch Tiere befallen. Menschen infizieren sich nicht selten über den Kontakt mit Fleisch/Blut frisch geschlachteter Tiere. Auch durch den Genuss von Milch kann der Erreger übertragen werden. Eine wichtige Maßnahme zur Eindämmung von RVF-Ausbrüchen ist die Durchimpfung der großen Viehherden (ProMED).
Empfehlungen:
In dem betroffenen Gebiet sollte der Aufenthalt in der Nähe von Viehherden vermieden werden. Ganztägig Insektenschutz beachten.



Großbritannien: Q-Fierber [21.09.2007]
News 2849

Die Gegend von Cheltenham in der Grafschaft Gloucestershire ist aktuell von einem Ausbruch des Q-Fiebers betroffen. Bislang wurden 28 Fälle der Erkrankung diagnostiziert. Die Mehrzahl der Patienten benötigte eine klinische Behandlung. Einige der Betroffenen entwickelten eine schwere Pneumonie (Lungenentzündung). Die meisten Patienten sind zwischen 40 und 70 Jahre alt. In Cheltenham waren seit 2002 keine Fälle von Q-Fieber mehr aufgetreten. Der Erreger des Q-Fiebers, Coxiella burnetii, wird in erster Linie über den Kontakt mit infizierten Rindern und Schafen oder durch die Inhalation von Erreger-haltigem Staub übertragen. Infektiöses Material kann bei der Geburt von Jungtieren freigesetzt werden. Bei bestimmten Wetterlagen kann sich der Erreger mit dem Wind über weite Teile der Landschaft ausbreiten. Coxiella burnetii ist in hohem Maße unempfindlich gegen Hitze und Austrocknung (ProMED).
Empfehlungen:
In Gegenden mit bekanntem Risiko sollten Reisende Tierkontakte sowie den Aufenthalt in der Nähe von Viehzucht- oder Schlachtbetrieben vermeiden.



Nepal: Cholera in Chitawan [21.09.2007]
News 2848

In Zentral-Nepal sind mehr als 200 Menschen an Cholera erkrankt. Mindestens eine Person ist verstorben. Es handelte sich um eine Frau Mitte Dreißig aus dem Dorf Jutpani im Chitawan-Distrikt. Chitawan liegt 85 km westlich der Hauptstadt Kathmandu. In Jutpani wurden bereits über 150 Patienten, in Shaktikkhor und Padampur je 50 Patienten behandelt. Die ersten Cholerafälle waren am 18. September im Osten des Chitawan-Distriktes aufgetreten. Die Krankenhäuser in der Region arbeiten aktuell nahe an ihrer Kapazitätsgrenze. Selbst die Privatkliniken sind überfüllt. Kürzlich war die Region von einer Überflutung betroffen. Hierdurch wurden die wichtigsten Trinkwasser-Reservoirs der Gegend mit Fäkalien kontaminiert (ProMED).
Empfehlungen:
Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene beachten. Cholera-Schluckimpfung für Risikoreisende.



Uganda: Cholera in Arua und Hoima [21.09.2007]
News 2847

Der West-Nil-Distrikt in Arua ist von einem Cholera-Ausbruch betroffen. Mindestens eine Person ist an der Erkrankung verstorben. Weitere 8 Personen befinden sich in klinischer Behandlung. Die Cholera wurde wahrscheinlich aus der Demokratischen Republik Kongo nach Uganda importiert. Zur Übertragung der Erkrankung war es wahrscheinlich während ritueller Waschungen bei einer Bestattungszeremonie gekommen. Besonders die Grenzgebiete zur Demokratischen Republik Kongo sind aktuell von der Cholera betroffen. Inzwischen wurden auch aus dem Hoima-Distrikt Cholera-Fälle gemeldet. Der Schwerpunkt der Cholera-Aktivität liegt entlang der Küste des Lake Albert. In dieser Gegend sind bereits mindestens zwei Personen an der Erkrankung verstorben. Im Vordergrund der Krankheitsbekämpfung steht die Verbesserung der Trinkwasserversorgung, der allgemeinen hygienischen Bedingungen, des Meldesystems sowie der medizinischen Versorgung der Patienten (ProMED).
Empfehlungen:
Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene beachten. Cholera-Schluckimpfung für Risikoreisende.



Russland: Tollwutsituation in Rostov [21.09.2007]
News 2846

Seit Anfang 2007 wurden im Verwaltungsgebiet Rostov bereits mehr als 78 tollwutkranke Tiere gemeldet. Dies entspricht einem Anstieg der Fälle um 87% im Vergleich zum Vorjahr. Erkrankungen wurden in 28 verschiedenen Distrikten und 2 Städten registriert. Während der vergangenen 2 Monate sind bereits 2 Menschen in der Region an Tollwut verstorben. Aktuell wird in vielen Regionen Russlands, der Ukraine, Kasachstans und Kirgisiens eine Ausbreitung der Tollwut über die bekannten Naturherde hinaus beobachtet. Durch die milden Winter der vergangenen Jahre ist es zu einem massiven Anstieg der Rotfuchspopulationen gekommen. Rotfüchse sind ein bedeutendes Reservoir der Tollwut, insbesondere wenn Maßnahmen zur Tollbekämpfung (z. B. Auslegen von Impfködern) vernachlässigt werden. Weltweit sterben jährlich schätzungsweise 55 000 Menschen an Tollwut. Etwa 56% der Todesfälle werden in Asien beobachtet. Die Mehrzahl (84%) aller Fälle wird aus ländlichen Regionen gemeldet (ProMED).
Empfehlungen:
Tierkontakte vermeiden. Bei tollwutverdächtigen Tierkontakten ist sofort eine medizinische Einrichtung aufzusuchen. Es besteht jedoch ein Mangel an geeigneten Impfstoffen und Immunglobulin. Risiko-Reisenden ist daher die vorbeugende Tollwutimpfung zu empfehlen.





Philippinen: Tollwut in La Union [18.09.2007]
News 2845

Aus Bauang in der Provinz La Union wird aktuell eine erhöhte Tollwutaktivität gemeldet. Bereits 95 Personen sind von tollwutverdächtigen Tieren attackiert worden. Seit Januar dieses Jahres sind in Bauang bereits 3 Personen der Krankheit zum Opfer gefallen. Die Mehrzahl der Vorfälle wurde in den Dörfern Central West und Parian Weste registriert. Die Provinzbehörden planen eine Kampagne zur Impfung aller Hunde der Stadt. Da die Impfstoff-Vorräte in der Region nicht ausreichen, mussten bereits zusätzliche Impfstoff-Lieferungen aus der Hauptstadt angefordert werden. Die Kampagne soll sich nicht nur auf Bauang, sondern auf die gesamte Provinz erstrecken. Über die Anzahl der tollwutinfizierten Hunde in La Union gibt es derzeit keine klaren Angaben, da lediglich die Zahl der Bissopfer registriert wird. Die La Union Provinz befindet sich im Westen der Insel Luzon (ProMED).
Empfehlungen:
Tierkontakte vermeiden. Bei tollwutverdächtigen Tierkontakten ist sofort eine medizinische Einrichtung aufzusuchen. Es besteht jedoch ein Mangel an geeigneten Impfstoffen und Immunglobulin. Risiko-Reisenden ist daher die vorbeugende Tollwutimpfung zu empfehlen.



Indien: Cholera in Haryana [17.09.2007]
News 2844

Am 14. September sind zwei Männer und eine Frau in Haryana an Cholera verstorben. Die 3 Todesopfer stammten aus den Gebieten Alu Godam und Teli Mandi im Cantonment Ambala.
Aus einem halben Dutzend Ansiedelungen in Ambala wurden Cholerafälle gemeldet.
Mehr als 50 Personen litten unter heftigen Diarrhöen und Erbrechen. Fünfunddreißig dieser Patienten mussten stationär behandelt werden. Zwei der Patienten befinden sich in einem kritischen Gesundheitszustand. Inzwischen wurde ein Expertenteam in die betroffene Region entsandt. Bereits im vergangenen Monat (August 2007) waren bereits 500 Fälle schwerer Magen-Darm-Infektionen aus dem ebenfalls in Ambala gelegenen Dorf Noorpur gemeldet worden. Die Stadt Ambala und der gleichnamige Distrikt befinden sich im Bundesstaat Haryana im Norden Indiens. Die Stadt liegt nahe der Grenze zum Bundesstaat Punjab (ProMED).
Empfehlungen:
Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene beachten. Cholera-Schluckimpfung für Risikoreisende.



Afghanistan: Poliomyelitis [16.09.2007]
News 2843

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der United Nations Children´s Fund (UNICEF) verkündeten die Durchführung einer 3-tägigen Polio-Impfkampagne im Süden und einigen östlichen Gebieten Afghanistans. Das Programm soll am 19. September dieses Jahres initiiert werden. Aufgrund kriegerischer Auseinandersetzungen hatten zahlreiche Distrikte Südafghanistans nicht an früheren Impfkampagnen dieses Jahres teilnehmen können. In den vergangenen Wochen erkrankten 5 Kinder in den südlichen Provinzen an Poliomyelitis. Seit Anfang des Jahres wurden in Afghanistan 9 Poliofälle registriert. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres (1. Januar bis 11. September 2006) waren 26 bestätigte Poliofälle gemeldet worden. Bei virologischen Untersuchungen in diesem Jahr (2007) wurden zirkulierende Polio-Wildviren der Typen 1 und 3 nachgewiesen (WHO, ProMED).
Empfehlung:
Der Polio-Impfschutz sollte vor Reisen in Risikogebiete überprüft und gegebenenfalls aufgefrischt werden.



Kongo, Demokratische Republik: Ebola-Ausbruch, Update [16.09.2007]
News 2842

Die Gesundheitsbehörden der Demokratischen Republik Kongo versuchen derzeit mehr als 100 Kontaktpersonen von Ebola-Opfern ausfindig zu machen. Betroffen ist vor allem die Kampungu Zone der Kasai Occidentale Provinz. Bei dem aktuellen Ausbruch des Ebola-hämorrhagischen Fiebers sind fast 170 Menschen ums Leben gekommen. Seit April dieses Jahres wurden 376 Verdachtsfälle der Erkrankung, einschließlich 169 Todesfälle, gemeldet. Bei einigen der Patienten wurde jedoch auch eine Infektionen mit Shigella, einem Erreger von Magen-Darm-Infektionen, nachgewiesen. Im Gegensatz zum Ebola-Fieber können Shigellen-Infektionen mit Antibiotika behandelt werden. Bisher konnten 5 Fälle von Ebola-Fieber und ein Fall von Shigellose durch internationale Labors bestätigt werden. Im Jahr 1995 waren im damaligen Zaire 315 Ebola-Erkrankungen, einschließlich 245 Todesfälle, registriert worden. Die Regierungsbehörden versuchen daher, den aktuellen Ausbruch durch strikte seuchenhygienische Maßnahmen und Aufklärung der Bevölkerung einzudämmen (ProMED).
Empfehlung:
Das Risiko für Reisende ist minimal. Ein Infektionsrisiko besteht in erster Linie bei der Pflege Erkrankter, insbesondere bei direktem Kontakt mit Blut oder Körperflüssigkeiten.



Gabun: Chikungunya-Fieber [14.09.2007]
News 2841

Seit Anfang April 2007 ist Libreville von einem Ausbruch des Chikungunya-Fiebers betroffen. Eine wesentliche Rolle bei der Übertragung der Erkrankung spielen Aedes albopictus Moskitos. Der Medizinische Dienst der Französischen Armee führte im Juli dieses Jahres eine entomologische Studie in der Hauptstadt Gabuns durch. Hierbei wurden unterschiedliche Arten potenzieller Überträgermücken gefangen und auf das Chikungunyavirus getestet. Innerhalb von 15 Tagen wurden 965 Exemplare von Aedes albopictus sowie 80 Exemplare von Aedes aegypti gefangen und untersucht. In zwei Populationen weiblicher Aedes albopictus Moskitos konnte das Chikungunyavirus nachgewiesen werden. Dies bedeutet, dass auch während der Trockenzeit mit einer anhaltenden Zirkulation des Erregers gerechnet werden muss. Die Gesundheitsbehörden Gabuns registrierten in Libreville allein im Mai dieses Jahres 5000 Chikungunya-Verdachtsfälle (ProMED).
Empfehlungen:
Ganztägigen Mückenschutz beachten. Bei fieberhaften Infekten nach Aufenthalt in Chikungunya-Risikogebieten sollte eine tropenmedizinische Spezialdiagnostik durchgeführt werden.



Sri Lanka: Leptospirose in Marara [14.09.2007]
News 2840

Der Süden Sri Lankas ist aktuell von einem Ausbruch der Leptospirose betroffen. In den vergangenen 3 Monaten sind in der Matara Provinz mindestens 6 Personen an Leptospirose gestorben. Auch im vergangenen Jahr (2006) fand sich in Matara mit 20 Todesfällen bereits eine deutlich erhöhte Leptospirose-Aktivität. Die Leptospirose kann sowohl sporadisch wie auch epidemisch, zum Beispiel im Zuge von Überschwemmungen, auftreten. Die Übertragung erfolgt in erster Linie über den Kontakt mit durch Nagetierurin verunreinigtem Wasser. Jedoch können auch Haus- und Nutztiere wie Hunde, Schweine und Rinder den Erreger ausscheiden. Zwischen 1993 und 2003 lag die Zahl der jährlich registrierten Fälle in Sri Lanka zwischen 1200 und mehr als 2000. Durch die heftigen Regenfälle während der Monsunmonate (Mai-August) kann die Ausbreitung der Leptospirose begünstigt werden. Aber auch zwischen September und November muss noch mit starken Niederschlägen gerechnet werden (ProMED).
Empfehlungen:
Allgemeine Hygiene beachten. Direkten Hautkontakt mit verunreinigtem Wasser und/oder Gegenständen vermeiden.



Irak: Cholera-Situation, Update [17.09.2007]
News 2839

Seit dem späten August 2007 wurden im Norden des Iraks 16 000 Fälle mit Choleraverdacht registriert. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) berichtete über mindestens 10 Todesfälle. Seit dem 23. August wurden Ausbrüche schwerer wässriger Diarrhöen in den Provinzen Sulaymaniya (mindestens 6000 Fälle), Kirkuk (fast 7000 Fälle) und Erbil (mindestens 3000 Fälle) gemeldet. Die Gesamtbevölkerung dieser 3 nordöstlich gelegenen Provinzen liegt bei 3 Millionen Einwohnern. Ein Expertenteam der Vereinten Nationen (UN) versucht derzeit in Zusammenarbeit mit den irakischen Behörden, eine weitere Ausbreitung des Ausbruchs zu verhindern. Im Vordergrund stehen hierbei Pläne zur Verbesserung der Trinkwasserversorgung, der allgemeinen hygienischen Bedingungen, des Meldesystems sowie der medizinischen Versorgung der Patienten. Cholera-Ausbrüche waren in den vergangenen Jahren bereits mehrfach im Irak beobachtet worden, zum Beispiel im Jahr 1999 (Nordirak) sowie kurz vor der Invasion der US-Truppen im Jahr 2003 in der südlich gelegenen Provinz Basra (WHO, ProMED).
Empfehlungen:
Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene beachten. Cholera-Schluckimpfung für Risikoreisende.



USA: Pest in Arizona [14.09.2007]
News 2838

Aktuell wurde im Bundesstaat Arizona erstmals seit 2000 wieder ein Fall von Pest gemeldet. Es handelt sich um eine Frau aus Apache County im Norden Arizonas. Die Frau erkrankte Anfang September nachdem sie von einem Floh gestochen worden war. Nach Einleitung einer antibiotischen Therapie hat sich der Gesundheitszustand der Patientin inzwischen wieder verbessert. Auch in den Präriehundpopulationen von Coconino County (nordöstlich von Flagstaff) grassiert derzeit die Pest. Durch den Pestfloh kann die Erkrankung von infizierten Nagetieren auf den Menschen übertragen werden. Während der vergangenen 30 Jahre (1977-2006) waren in Arizona 48 Fälle von Pest aufgetreten. Die Sterblichkeitsrate lag mit 8 Todesfällen bei 16.7%. Aufgrund der zunehmenden Trockenheit in Arizona waren in den vergangenen 6 Jahren keine Pestfälle mehr beobachtet worden. In den Hochebenen Arizonas (ab etwa 1370 m) muss jedoch auch weiterhin mit sporadischen Pesterkrankungen gerechnet werden (WHO, ProMED).
Empfehlungen:
Risiko für Reisende gering. Insektenabweisende Mittel gegen Stechmücken sind in der Regel auch zum Schutz vor dem Pestfloh geeignet.



Uganda: Pest-Ausbruch vermutet [14.09.2007]
News 2837

Aus der Stadt Arua wurden mehrere Fälle mit Pest-Verdacht gemeldet. Mindestens 20 Personen zeigten Symptome der Erkrankung. Die Sterblichkeitsrate liegt mit 5 Todesfällen derzeit bei 25%. In der betroffenen Region ist stets mit sporadischen Pestfällen zu rechnen. Besonders im September werden nicht selten einzelne Fälle der Erkrankung registriert, vor allem wenn - wie in diesem Jahr - die Regenzeit im Juni einsetzt. Durch den Pestfloh kann die Erkrankung von infizierten Nagetieren auf den Menschen übertragen werden. Als Infektionsquelle gelten insbesondere Ratten, die aus Handelszentren der Demokratischen Republik Kongo nach Uganda eingeschleppt werden. Ein Expertenteam vor Ort versucht aktuell, die Ausbreitung der Pest einzudämmen. Obwohl derzeit kein funktionierendes Meldesystem zur Erfassung von Pestfällen existiert, ist davon auszugehen, dass sowohl der Arua-Distrikt Ugandas als auch die Orientale Provinz der Demokratischen Republik Kongo Pest-Endemiegebiete sind (ProMED).
Empfehlungen:
Risiko für Reisende gering. Insektenabweisende Mittel gegen Stechmücken sind in der Regel auch zum Schutz vor dem Pestfloh geeignet.



Guinea: Cholerafälle, landesweit [12.09.2007]
News 2836

Zwischen dem 27. August und 2. September dieses Jahres wurden aus Guinea 573 Cholerafälle gemeldet. Die Sterblichkeitsrate liegt mit 22 Todesfällen bei 3.8%.
Allein in der Hauptstadt Conackry wurden 349 Cholerafälle, einschließlich 12 Todesfälle, gemeldet. Auch andere Städte wie Fria (70 Erkrankungen und 4 Todesfälle), Coyah (58 Fälle mit 3 Todesfällen), Kindia (39 Erkrankungen mit 3 Todesfällen), Dubreka (34 Fälle), Forecariah (14 Fälle), Gueckedou (6 Fälle) und Boffa (3 Fälle) sind betroffen. Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum hat sich die Zahl der Cholerafälle in diesem Jahr mehr als verdoppelt. Die höchste Erkrankungsaktivität wird aktuell im Westen und Südwesten des Landes beobachtet. Jedoch auch die zentralen Landesteile sind betroffen. In Telimele und Dabola wurden inzwischen neue Behandlungszentren aufgebaut und Aufklärungskampagnen gestartet (ProMED).
Empfehlungen:
Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene beachten. Cholera-Schluckimpfung für Risikoreisende.



Südafrika: Tollwut in KwaZulu-Natal [11.09.2007]
News 2835

KwaZulu-Natal und die Limpopo-Region sind derzeit von einem Tollwut-Ausbruch betroffen.
Tollwut ist endemisch in ganz Südafrika. Die Mehrzahl aller Fälle wird jedoch aus den Provinzen KwaZulu-Natal und Limpopo gemeldet. Dort sind seit dem Jahr 2006 bereits 40 Menschen der Tollwut zum Opfer gefallen. Von 31 Tollwutfällen des Jahres 2006 fanden sich 21 in der Limpopo-Provinz. In diesem Jahr (2007) wurden bislang 9 Tollwut-Todesfälle gemeldet, einschließlich eines Patienten, der in Sambia infiziert worden war. KwaZulu-Natal ist seit vielen Jahren diejenige Provinz Südafrikas mit der höchsten Tollwut-Aktivität. Seit 1986 wurden jährlich zwischen 6 und 32 Todesfälle registriert. Die häufigsten Tollwutüberträger Südafrikas sind Hunde, Mungos, Schakale und Füchse (ProMED).
Empfehlungen:
Tierkontakte vermeiden. Bei tollwutverdächtigen Tierkontakten ist sofort eine medizinische Einrichtung aufzusuchen. Risiko-Reisenden ist die vorbeugende Tollwutimpfung zu empfehlen.



Vietnam: Tollwut-Situation [11.09.2007]
News 2834

Innerhalb der ersten 8 Monate dieses Jahres sind in Vietnam 81 Personen an Tollwut gestorben. Die Mehrzahl der Opfer stammte aus den nördlichen Provinzen Tuyen Quang, Phu Tho, Ha Tay und Yen Bai. Bereits seit 2004 wird in Vietnam mit durchschnittlich 80 Todesfällen pro Jahr eine sehr hohe Tollwutaktivität beobachtet. In den vergangenen 10 Jahren wurden schätzungsweise 5,9 Millionen Vietnamesen durch tollwutverdächtige Hunde und Katzen gebissen. Damit dürfte die Zahl der Bissverletzungen gegenüber der Zeit vor 1997 deutlich zugenommen haben. Vietnam hat 85 Millionen Einwohner. Die Regierung plant die gegenwärtige Tollwut-Aktivität durch ausgedehnte Impfprogramme bei Menschen und Tieren bis 2010 einzudämmen. Bis zum Jahr 2015 wird eine vollständige Eradikation der Tollwut in Vietnam angestrebt. Weltweit sterben jährlich schätzungsweise 55 000 Menschen an Tollwut. Etwa 56% der Todesfälle werden in Asien beobachtet. Die Mehrzahl (84%) aller Fälle wird aus ländlichen Regionen gemeldet (ProMED).
Empfehlungen:
Tierkontakte vermeiden. Bei tollwutverdächtigen Tierkontakten ist sofort eine medizinische Einrichtung aufzusuchen. Es besteht jedoch ein Mangel an geeigneten Impfstoffen und Immunglobulin. Risiko-Reisenden ist daher die vorbeugende Tollwutimpfung zu empfehlen.



Irak: Cholera-Situation [10.09.2007]
News 2833

Zwischen 23. August und 6. September wurden in 5 von 11 Distrikten Sulaymaniyahs Diarrhöe-Ausbrüche registriert. Mehr als 3180 Personen erkrankten an heftigen wässrigen Durchfällen. Mit 9 Todesfällen liegt die Sterblichkeitsrate derzeit bei 0.3%. In Stuhlproben von insgesamt 283 Patienten fand sich der Erreger der Cholera, Vibrio cholerae. Auch die Kirkuk Provinz ist betroffen. Zwischen 29. Juli und 2. September fanden sich 3728 Fälle schwerer Durchfallerkrankungen. Mit einem Todesfall lag die Sterblichkeitsrate bei 0.03%.
In der Erbil Provinz fanden sich 6 labordiagnostisch bestätigte Cholerafälle. Die Verwaltungen der betroffenen Provinzen haben inzwischen ausgedehnte Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbrüche getroffen. Hierzu gehören Pläne zur Verbesserung der Trinkwasserversorgung, der allgemeinen hygienischen Bedingungen, des Meldesystems sowie der medizinischen Versorgung der Patienten (ProMED).
Empfehlungen:
Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene beachten. Cholera-Schluckimpfung für Risikoreisende.



Indonesien: Vogelgrippe [10.09.2007]
News 2832

Das indonesische Gesundheitsministerium meldete einen neuen Fall von Vogelgrippe. Es handelt sich um einen 33-jährigen Mann aus der Riau Provinz (Sumatra). Erste Symptome hatten sich am 25. August gezeigt. Der Patient war am 2. September hospitalisiert worden und verstarb am 6. September. Inzwischen wurde der Verdacht auf Infektion mit dem Geflügelinfluenzavirus Typ H5N1 durch virologische Spezialdiagnostik bestätigt. Aus der Riau Provinz wurden damit bisher 4 Erkrankungen, einschließlich dreier Todesfälle, registriert. Indonesien ist mit 106 nachgewiesenen Fällen beim Menschen weiterhin das am stärksten von der Vogelgrippe betroffene Land der Erde. Die Sterblichkeitsrate der Erkrankung in Indonesien liegt mit 85 Todesfällen derzeit bei 80.2% (ProMED).
Empfehlungen:
Der Kontakt zu lebendem oder frisch geschlachtetem Geflügel sowie zu Geflügel-ausscheidungen sollte vermieden werden.



Kongo, Demokratische Republik: Ebola-Ausbruch [10.09.2007]
News 2831

Die US-amerikanischen Centers for Disease Control and Prevention (CDC) bestätigten den Ausbruch von Ebola-hämorrhagischem Fieber in der Demokratischen Republik Kongo.
Auch die kongolesischen Gesundheitsbehörden meldeten mehr als 160 Todesfälle aus Mweka und Lueba. Die Zahl der Fälle mit Verdacht auf Ebola-Fieber liegt bereits bei etwa 400.
Inzwischen wurden Expertenteams in die betroffenen Regionen entsandt. Nicht selten kommt es bei der rituellen Waschung verstorbener Ebola-Patienten über den Kontakt mit Blut und Körperflüssigkeiten zur Übertragung des Erregers. Der letzte größere Ebola-Ausbruch war im Jahr 1995 in Kikwit, etwa 300 km entfernt vom aktuellen Ausbruchsgebiet, beobachtet worden. Mehr als 240 Menschen waren der Erkrankung zum Opfer gefallen (ProMED).
Empfehlung:
Das Risiko für Reisende ist minimal. Ein Infektionsrisiko besteht in erster Linie bei der Pflege Erkrankter, insbesondere bei direktem Kontakt mit Blut oder Körperflüssigkeiten.



Mosambik: Gelbfieberimpfung für Reisende [09.09.2007]
News 2830

In einem aktuellen Hinweis informiert das Auswärtige Amt darüber, dass Mosambik Reisende im Besitz einer gültigen Gelbfieberimpfung sein sollten. Dies gelte ausdrücklich auch für Personen, die aus einem Nicht-Gelbfieber-Gebiet, zum Beispiel Deutschland, nach Mosambik einreisen. Ob eine Ausnahme für Kinder unter einem Jahr bestehen bleibt, wird derzeit durch das Auswärtige Amt geklärt, ist aber wahrscheinlich. Obwohl Mosambik laut WHO-Klassifizierung kein Gelbfieber-Endemiegebiet ist, sollte daher ein Impfnachweis (in einem Internationalen Impfbuch der Weltgesundheitsorganisation) mitgeführt werden. Auch in früheren Jahren war vor allem von den nördlichen Grenzposten bei Einreise von Malawi nach Sambia gelegentlich ein Gelbfiebernachweis gefordert worden (Auswärtiges Amt; outbackafrica.de).
Empfehlungen:
Durchführung einer Gelbfieberimpfung spätestens 10 Tage vor Einreise.



Brasilien: Todesfälle durch undiagnostizierte Erkrankung [09.09.2007]
News 2829

Innerhalb von 10 Tagen sind 4 Kinder auf der Insel Marajo im Bereich der Amazonas Mündung an einer noch undiagnostizierten Erkrankung verstorben. Inzwischen wurde sogar ein fünfter Todesfall gemeldet. Es handelte sich um ein 4-jähriges Mädchen, das in einem Krankenhaus der Stadt Belem intensivmedizinisch versorgt werden musste. Das Kind war die Schwester eines jener Kinder, welche in der vergangenen Woche verstorben waren. Symptome der Erkrankung waren hohes Fieber, Erbrechen und Krampfanfälle. Im vergangenen Jahr wurde in der betroffenen Region eine hohe Rate an Malariainfektionen bei der einheimischen Bevölkerung nachgewiesen. Vorläufige Tests konnten den Malariaverdacht jedoch bislang nicht bestätigen. Inzwischen wurde ein Expertenteam nach Marajo entsandt, um der Ursache des Ausbruchs auf die Spur zu kommen. Als weitere mögliche Erklärungen für die Todesfälle werden bakterielle Hirnhautentzündung und Tollwut angesehen. Die Region war bereits in der Vergangenheit von Tollwut (übertragen durch infizierte Vampirfledermäuse) heimgesucht worden (ProMED).
Empfehlungen:
Mückenschutz beachten. Tollwutimpfung für Risikoreisende. Aufgrund der noch ungeklärten Situation sollte der Kontakt zu erkrankten Personen vermieden werden.



Indien: Cholera in Orissa [08.09.2007]
News 2828

Der Bundesstaat Orissa ist weiterhin stark von Diarrhöe-Ausbrüchen betroffen.
Hierbei handelt es sich um Cholera, aber auch um andere Magen-Darm-Infektionen. Die Zahl der Todesopfer steigt weiterhin an und liegt aktuell bei 197. Mehrere tausend Menschen befinden sich noch in klinischer Behandlung. Die meisten Todesfälle wurden aus 3 Distrikten Bhubaneswars, der Hauptstadt Orissas, gemeldet. Am stärksten betroffen ist der Koraput-Distrikt (85 Todesfälle). Ähnlich viele Todesfälle (n=83) wurden im benachbarten Rayagada-Distrikt registriert. Unbestätigten Angaben zufolge könnte die Zahl der Cholera-Todesopfer in Orissa noch wesentlich höher liegen als offiziell gemeldet. Schätzungen gehen von mindestens 500 Toten aus (ProMED).
Empfehlungen:
Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene beachten. Cholera-Schluckimpfung für Risikoreisende.



Brasilien: Dengue-Fieber im Bundesstaat Sao Paulo [08.09.2007]
News 2827

In Sao Paolo, der Hauptstadt des gleichnamigen Bundesstaates, wurden 808 Fälle von Dengue-Fieber gemeldet. Dies entspricht einem Anstiegt der Dengue-Aktivität um mehr als 60% im Vergleich zum Jahr 2004. Besonders viele Fälle fanden sich auch im 173 Kilometer entfernt liegenden Caraguatatuba. Der gesamte Bundesstaat Sao Paulo ist stark betroffen; diesjährig wurden bereits 59 498 Fälle der Erkrankung diagnostiziert. Der heiße und regnerische Sommer dieses Jahres hat ideale Vermehrungsbedingungen für die Überträgermücke Aedes aegypti geschaffen. Eine starke Zunahme der zirkulierenden Dengueviren vom Typ 3 (DEN-3) sowie die Nachbarschaft zum stark betroffenen Bundesstaat Matto Grosso do Sul werden als Hauptursachen für die aktuelle Dengue-Situation in Sao Paulo angesehen (ProMED).
Empfehlung:
Ganztägig Mückenschutz beachten. Beseitigung oder Abdeckung von Wasserreservoirs (Regentonnen o.ä.) im Wohnumfeld.



Honduras: Dengue-Fieber Situation weiter verschlechtert [08.09.2007]
News 2826

Nachdem innerhalb einer Woche beinahe 1600 neue Fälle von Dengue-Fieber gemeldet worden sind, entwickelt sich der aktuelle Ausbruch zunehmend zu einer nationalen Krise. Besonders stark betroffen ist die Hauptstadt Tegucigalpa. Seit Anfang des Jahres wurden 16 878 Fälle diagnostiziert. Bei 823 Patienten fand sich ein schwerer Krankheitsverlauf im Sinne eines Dengue-hämorrhagischen Fiebers. Mehr als die Hälfte aller Erkrankungen wurden in der Hauptstadt registriert. Zahlreiche Süßwasserreservoirs bieten ideale Brutstätten für die Überträgermücke Aedes aegypti. Nach Angaben des hondurianischen Gesundheitsministeriums sind bereits 8 Personen an Dengue-Fieber gestorben (ProMED).
Empfehlung:
Ganztägig Mückenschutz beachten. Beseitigung oder Abdeckung von Wasserreservoirs (Regentonnen o.ä.) im Wohnumfeld.



Italien: Chikungunya Fieber, Update [07.09.2007]
News 2825

Im August wurde in der Emilia Romagna Region eine Häufung von Fieberfällen beobachtet. Besonders betroffen waren die Dörfer Castiglione di Cervia und Castiglione di Ravenna. Durch serologische Tests und PCR-Diagnostik konnte inzwischen der klinische Verdacht auf Chikungunya-Fieber bestätigt werden. Auch in der - in Italien beheimateten - Aedes albopictus Mücke konnte das Chikungunyavirus nachgewiesen werden. Damit handelt es sich um den ersten durch einheimische Mücken verursachten Chikungunya-Ausbruch in Europa. Die Anzahl der gemeldeten Fälle liegt derzeit bei 197. Nach bisherigen Erkenntnissen wurde der Erreger durch einen indischen Staatsbürger in die Emilia Romagna Region importiert. Der Mann war am 21. Juni dieses Jahres nach Italien gekommen und zwei Tage später erkrankt.
Der darauf folgende Chikungunya-Ausbruch erreichte seinen Höhepunkt in der dritten Augustwoche. Sporadische Fälle von Chikungunya-Fieber wurden auch in der weiteren Umgebung von Castiglione di Cervia und Castiglione di Ravenna beobachtet (ProMED).
Empfehlungen:
Ganztägigen Mückenschutz beachten. Bei fieberhaften Infekten nach Aufenthalt in Chikungunya-Risikogebieten sollte eine tropenmedizinische Spezialdiagnostik durchgeführt werden.



Namibia: Meningitis im Norden [06.09.2007]
News 2824

Aus dem Onandjokwe Lutheran Hospital wurden 9 Fälle mit Verdacht auf bakterielle Hirnhautentzündung gemeldet. Die behandelnden Ärzte rechnen mit weiteren Fällen der Erkrankung. Betroffen sind überwiegend Kinder aus den Dörfern Onamakulikwa, Ohambala, Onkumbula und Ohashipepe. Mindestens ein Patient, ein Junge aus dem Dorf Omakunde, ist bereits an den Folgen der Erkrankung verstorben. Inzwischen wurden medizinische Hilfsteams zur Versorgung der Patienten und zur weiteren Klärung des Ausbruchs in die betroffene Region entsandt. Obwohl Namibia nicht zum „Meningitis-Gürtel“ Afrikas gehört, werden dort jedes Jahr sporadische Fälle der Erkrankung registriert. Vor allem muss jedoch in Westafrika (während der Trockenzeit, Dezember bis Juni) mit einem gehäuften Auftreten der bakteriellen Hirnhautentzündung gerechnet werden. Die Versorgung mit Meningokokken-Impfstoffen ist in vielen betroffenen Regionen noch unzureichend (ProMED).
Empfehlungen:
Bei Risikoreisenden Durchführung einer Meningokokken-Impfung. Es sollten 4-valente Impfstoffe wie Mencevax™ A,C,W135,Y verwendet werden. Kontakte mit Erkrankten vermeiden.



Indien: Chikungunya Verdacht in Jaipur [04.09.2007]
News 2823

Am 2. September dieses Jahres wurden aus dem Dorf Mugpal Kelasahi weitere 8 Fälle mit Verdacht auf Chikungunya-Fieber gemeldet. Damit hat sich die Anzahl der im Jaipur-Distrikt (Rajasthan) registrierten Erkrankungen auf 91 erhöht. Mehr als 50 Patienten befinden sich derzeit noch in klinischer Behandlung. Todesfälle sind bislang keine zu verzeichnen.
Im Vordergrund der Symptomatik stehen hohes Fieber, Kopfschmerz, schwere Gelenkschmerzen, Hautausschlag und Übelkeit. Ein Expertenteam wurde in das betroffene Dorf entsandt, um Proben für virologische Laboruntersuchungen zu sammeln. Die Proben werden aktuell im Indian Council of Medical Research untersucht. Sollte sich der Verdacht auf Chikungunya-Fieber bestätigen, so muss mit einer weiteren Ausbreitung des Erregers auf dem indischen Subkontinent gerechnet werden (ProMED).
Empfehlungen:
Ganztägigen Mückenschutz beachten. Bei fieberhaften Infekten nach Aufenthalt in Chikungunya-Risikogebieten sollte eine tropenmedizinische Spezialdiagnostik durchgeführt werden.



Irak: Cholera-Ausbruch im Norden [04.09.2007]
News 2822

Seit dem 23. August dieses Jahres (2007) registrierte ein Lehrkrankenhaus in der Sulaymaniya Provinz einen 3- bis 4-fachen Anstieg akuter Durchfallerkrankungen. Die nachfolgende mikrobiologische Labordiagnostik bestätigte den Verdacht auf Cholera. Als Erreger wurde Vibrio cholerae Serotyp O1 Biotyp Inaba nachgewiesen. Zwischen 23. August und 2. September wurden aus 4 von 11 Distrikten der Sulaymaniya Provinz insgesamt 2930 Fälle schwerer wässriger Diarrhöe gemeldet. Mit 9 Todesfällen liegt die Sterblichkeitsrate (Letalität) bei 0.30%. In 187 Stuhlproben konnte Vibrio cholerae nachgewiesen werden. Eine hohe Cholera-Aktivität besteht derzeit auch in Kirkuk. Zwischen 29. Juli und 26. August 2007 wurden 2968 Fälle schwerer Diarrhöe gemeldet. Die Sterblichkeitsrate in Kirkuk lag mit einem Todesfall bei 0.033%. In 101 Stuhlproben konnten Cholera-Erreger nachgewiesen werden (ProMED).
Empfehlungen:
Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene beachten. Cholera-Schluckimpfung für Risikoreisende.



Tansania: Schistosomiasis am Lake Eyasi [04.09.2007]
News 2821

GeoSentinel, das globale Surveillance-System der Internationalen Gesellschaft für Reisemedizin, meldete einige Fälle von Bilharziose bei israelischen Touristen. Die Reisenden waren in einem Teich in der Nähe des Lake Eyasi schwimmen gegangen. Vier Wochen nach dem Aufenthalt in Tansania erkrankte einer der Touristen an Fieber, Urtikaria und Husten.
Das Blutbild zeigte eine Eosinophilie. Nachdem bei dem Patienten eine akute Bilharziose diagnostiziert wurde, wurden auch die übrigen 24 Personen, die während der Tansania-Reise in dem Tümpel geschwommen waren, untersucht. Bei weiteren 22 Patienten konnte durch serologische Tests eine Schistosomen-Infektion nachgewiesen werden. Da bis auf die zwei Reiseleiter keiner der Betroffenen je in Afrika gewesen war, handelte es sich bei der Infektionsquelle mit großer Wahrscheinlichkeit um den Tümpel in der Nähe des Lake Eyasi. Weitere Recherchen ergaben, dass der künstlich angelegte Tümpel durch fäkale Abwässer verunreinigt war (ProMED).
Empfehlungen:
Das Baden in tropischen Binnengewässern sollte vermieden werden.



Indien: Cholera-Ausbruch in Orissa [03.09.2007]
News 2820

Vier Distrikte im Bundesstaat Orissa sind von einer Cholera-Epidemie betroffen. Mindestens 178 Menschen sind offiziellen Angaben zufolge der Erkrankung bereits zum Opfer gefallen. Der Ausbruch konnte bislang nicht eingedämmt werden und greift vielmehr immer weiter um sich. Unbestätigten Berichten zufolge seien bereits mehr als 350 Menschen in der Region verstorben. Die meisten Fälle finden sich in Kashipur (Rayagada-Distrikt) und Dasmantpur (Koraput-Distrikt). Die ersten Cholera-Todesfälle waren dort bereits im Juli dieses Jahres nach einem Taifun gemeldet worden. Die indischen Gesundheitsbehörden haben bereits medizinische Hilfsteams in die Region entsandt. Viele der betroffenen Dörfer sind jedoch sehr abgelegen und nur schwer mit dem Auto zu erreichen. Hierdurch wird die Eindämmung des Ausbruchs zusätzlich erschwert (ProMED).
Empfehlungen:
Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene beachten. Cholera-Schluckimpfung für Risikoreisende.



Russland: West-Nil-Fieber in Volgograd [03.09.2007]
News 2819

Aus der Volgograd Region wurden diesjährig (2007) 22 Fälle von West-Nil-Virus (WNV)-Infektion gemeldet. Mit 15 Erkrankten fand sich in Volgograd City die höchste WNV-Aktivität. Weitere Fälle wurden in den Distrikten Voljskiy (n=6) und Sredneakhtubinsky (n=1) diagnostiziert. Zwei der Patienten starben an den Folgen ihrer Erkrankung. Es handelte sich um eine 70-jährige Frau und einen 59-jährigen Mann. Der erste WNV-Ausbruch in Russland wurde im Jahr 1999 beobachtet. Im Zuge jener Epidemie waren mehr als 300 Menschen erkrankt. Die Zahl der Todesopfer lag bei 30. In der Volgograd Region finden sich nicht selten sporadische Fälle von West-Nil-Fieber. Es ist noch unklar, ob das WNV regelmäßig durch Zugvögel importiert wird, oder bereits endemisch in den Moskitopopulationen der Region zirkuliert (ProMED).
Empfehlung:
In bekannten Risikogebieten auf Mückenschutz achten und Tierkontakte vermeiden.



Großbritannien: Todesfall durch Clostridium difficile-Infektion [02.09.2007]
News 2818

Im Gloucestershire Royal Hospital ist ein Kriegsveteran an den Folgen einer Clostridium difficile-Infektion verstorben. Erste Symptome der Erkrankung zeigten sich unter antibiotischer Behandlung, welche nach einer Operation begonnen wurde. Im vergangenen Jahr wurden in Großbritannien 56 000 Fälle der Erkrankung gemeldet. Betroffen sind meist ältere Personen und Patienten mit Grunderkrankungen. Zwischen Januar und März 2007 wurden bereits 15 592 Fälle von C. difficile registriert. Dies entspricht einem Anstieg der Fallzahlen um 22% im Vergleich zu den vorangegangenen 3 Monaten. Auch tödliche Krankheitsverläufe sind nicht selten. Im Jahr 2005 waren 2247 Todesfälle zu verzeichnen; 69% mehr als im Jahr 2004. C. difficile findet sich in der natürlichen Darmflora. Probleme können entstehen, wenn andere Darmbakterien durch eine Antibiotika-Therapie abgetötet werden. In der Folge kann sich C. difficile in seltenen Fällen ungehindert vermehren und Toxine (Giftstoffe) freisetzen. Das Spektrum möglicher Symptome reicht von Diarrhöen bis zu schwersten Entzündungen des Darmes (ProMED).
Empfehlung:
Auf unnötige (nicht-indizierte) Einnahme von Antibiotika sollte grundsätzlich verzichtet werden.



Italien: Chikungunya-Fieber in Emilia Romagna Region [01.09.2007]
News 2817

In der Kleinstadt Castiglione di Cervia waren seit Mitte Juli 2007 zahlreiche Menschen mit hohem Fieber und Gelenkschmerzen erkrankt. In einigen Fällen war auch ein Hautausschlag zu beobachten. Castiglione liegt einige Kilometer südöstlich von Ravenna in der Region Emilia Romagna. Inzwischen wird die Zahl der Patienten auf 100 bis 150 geschätzt. Der Gesundheitszustand einiger Patienten hat sich bereits wieder gebessert, jedoch werden ständig neue Fälle der Erkrankung gemeldet. Die Gesundheitsbehörden haben die Bekämpfung der weit verbreiteten Überträgermücke Aedes albopictus angeordnet. Das italienische Gesundheitsministerium gab bekannt, dass die Verdachtsdiagnose auf Chikungunyavirus-Infektion inzwischen mittels Labordiagnostik bestätigt werden konnte. Unklar bleibt jedoch, ob die Infektionskrankheit nur von einigen wenigen Reisenden nach Italien importiert wurde, oder ob bereits größere Teile der Moskitopopulation in der Region befallen sind (ProMED).
Empfehlungen:
Ganztägigen Mückenschutz beachten. Bei fieberhaften Infekten nach Aufenthalt in Chikungunya-Risikogebieten sollte eine tropenmedizinische Spezialdiagnostik durchgeführt werden.



Kongo, Demokratische Republik: undiagnostizierte Erkrankung [01.09.2007]
News 2816

Aus der Provinz Kasai Occidental wurde der Ausbruch einer noch undiagnostizierten Erkrankung mit hoher Sterblichkeitsrate (Letalität) gemeldet. Im Vordergrund der Symptomatik stehen Fieber, Kopfschmerz, Diarrhöe, kolikartige abdominelle Schmerzen und Erbrechen. Die exakte Zahl der Patienten und Todesfälle ist bislang noch unklar. Bei 50% der Erkrankten handelt es sich um Kinder im Alter unter 10 Jahre. Die nationalen Gesundheitsbehörden der Demokratischen Republik Kongo sowie auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) haben inzwischen Expertenteams in die betroffene Region entsandt. Es sollen Blut- und Stuhlproben für eine weiterführende Labordiagnostik gesammelt werden. Darüber hinaus leistet die WHO Hilfe bei der Versorgung der Bevölkerung mit Medikamenten, sauberem Trinkwasser sowie bei der Errichtung sanitärer Anlagen (ProMED).
Empfehlungen:
Auf Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene achten. Auch Kontakte mit kranken Personen sollten vermieden werden.



Großbritannien: Masern-Situation [01.09.2007]
News 2815

Im vergangenen Jahr (2006) erkrankten 736 Briten an Masern (siehe http://www.hpa.org.uk/infections/topics_az/measles/data_mmr_confirmed.htm). Dies ist die höchste seit 1996 registrierte Masern-Aktivität. Nach starker Abnahme der Masern-Inzidenz Ende der 1990´er Jahre hat sich die Zahl der gemeldeten Masernfälle zwischen 2001 (n=70) und 2006 um mehr als das Zehnfache erhöht. Ursache für den dramatischen Anstieg dürfte vor allem der stark gestiegene Einfluss der englischen Anti-Impflobby sein. Im vergangenen Jahr war auch erstmals wieder seit 1992 wieder ein Masern-Todesfall zu verzeichnen. Es handelte sich um einen 13-jährigen Jungen, der zu einer Reisegruppe gehörte.
In diesem Jahr (2007) zeichnet sich ein weiterer Anstieg der Fallzahlen ab. Da sich Großbritannien nun mitten im größten Masern-Ausbruch seit fast 20 Jahren befindet, appellieren die Gesundheitsbehörden dringend an alle Eltern, ihre Kinder mit MMR-Impfstoff gegen Masern, Mumps und Röteln impfen zu lassen. Zahlreiche Schulkinder Großbritanniens sind unzureichend gegen Masern geimpft. Besonders niedrige Impfraten finden sich in den Touristen-Ressorts (ProMED).
Empfehlung:
Impfschutz gegen Masern, Mumps und Röteln empfohlen. Jeder ≤ 40 Jahren sollte zweimal gegen MMR geimpft sein.



Indien: Cholera in Assam [28.08.2007]
News 2814

In Stuhlproben von 4 Patienten, die an heftigen wässrigen Diarrhöen gelitten hatten, wurde inzwischen ein Stamm des Choleraerregers nachgewiesen. Bei dem Erregerstamm handelt es sich um Vibrio cholerae Ogawa. Die Erkrankungen wurden aus Guwahati im nordöstlich gelegenen Bundesstaat Assam gemeldet. Vor einigen Tagen waren in Guwahati bereits 2 Personen, darunter ein 9-jähriger Junge, an den Folgen einer schweren Darminfektion verstorben. Cholera wird meist durch fäkal kontaminiertes Trinkwasser oder durch verunreinigte Nahrungsmittel übertragen. Vor allem mit Handpumpen gefördertes Wasser ist sehr anfällig für nachträgliche Kontaminationen (ProMED).
Empfehlungen:
Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene beachten. Cholera-Schluckimpfung für Risikoreisende.



USA: Todesfall durch Noroviren [27.08.2007]
News 2813

Eine 90-jährige Heimbewohnerin in North Carolina war im vergangenen Jahr infolge einer undiagnostizierten Magen-Darm-Infektion verstorben. Im Rahmen einer nachträglichen virologischen Labordiagnostik wurden Noroviren als Krankheitsursache identifiziert.
Nach Schätzungen der US-Gesundheitsbehörden sind im vergangenen Jahr (2006) mindestens 18 weitere Personen infolge einer Norovirus-Infektion ums Leben gekommen. Im vergangenen Jahr wurden in den USA mehrere tausend Fälle von Norovirus-Erkrankungen registriert. Vor allem im Winter 2006/2007 fand sich eine hohe Aktivität des Erregers. Aus 24 US-Staaten wurden mehr als 1300 einzelne Ausbrüche der Erkrankung gemeldet. Ein Risiko schwerer Krankheitsverläufe besteht vor allem bei sehr alten oder sehr jungen Patienten sowie bei Personen mit schweren Grunderkrankungen. Die häufigsten Symptome sind Diarrhöe, Übelkeit, Erbrechen und Magenkrämpfe. Auch geringgradiges Fieber, Frösteln, Muskelschmerzen und Müdigkeit können auftreten. Die Erkrankung beginnt meist abrupt und dauert selten länger als 1-2 Tage an (ProMED).
Empfehlung:
Häufiges Händewaschen und Beachtung allgemeiner Hygieneregeln.



Russland: Tularämie in Khanti-Mansiysky [26.08.2007]
News 2812

Die lokalen Gesundheitsbehörden Khanti-Mansiyskys meldeten 7 Fälle von Tularämie in der Siedlung Berezovo. Khanti-Mansiysky liegt im Westen Sibiriens und ist Teil der Tyumen Region. Die aktuellen Erkrankungen, von denen 4 Fälle mittels Labordiagnostik bestätigt werden konnten, wurden zwischen 16. und 23. August registriert. Zum Schutz der Bevölkerung wurde eine Informationskampagne gestartet. Der Erreger der Tularämie, Fransisella tularensis, kann jedoch durch 125 Typen von Wirbeltieren übertragen werden, vor allem aber durch Nagetiere wie Hasen oder Mäuse. Je nach Art des Kontaktes zu dem Erreger kann sich die Erkrankung unterschiedlich manifestieren. Die Infektion des Menschen geht meist einher mit abrupt einsetzendem Fieber, geschwürigen Veränderungen an der Eintrittsstelle und Lymphknotenschwellungen. Wird infektiöses Material eingeatmet so kann dies zu einer schwerwiegenden Lungenentzündung führen (ProMED).
Empfehlungen:
Kontakte zu Nagetieren sollten vermieden werden.



Simbabwe: Diarrhöe-Ausbruch in Harare [25.08.2007]
News 2811

Aus Harare, der Hauptstadt Simbabwes, werden täglich bis zu 900 Fälle schwerer Durchfallerkrankungen gemeldet. Als Ursache für die Ausbreitung von Magen-Darm-Infektionen wird vor allem die unzureichende Versorgung mit sauberem Trinkwasser angesehen. Allein in jedem der 60 öffentlichen Krankenhäuser werden täglich etwa 15 Fälle von Magen-Darm-Infektionen behandelt. Eine noch größere Patientenzahl dürfte die privaten Praxen der Stadt aufsuchen. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass es sich bei einem Teil der Erkrankungen um Cholera handelt. Auch in der Umgebung Harares ist die Trinkwasserversorgung schlecht. Zahlreiche Brunnen sind ausgetrocknet. Vor allem der nördlich gelegene Hatcliffe-Distrikt, in dem 2005 eine umstrittene Vertreibungsaktion von Slumbewohnern stattgefunden hatte, ist betroffen. Noch vor zwei Jahren waren Durchfallerkrankungen in der 1.5 Millionen Einwohner Stadt nur vergleichsweise selten beobachtet worden (ProMED).
Empfehlungen:
Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene beachten. Cholera-Schluckimpfung für Risikoreisende.



Nepal: Diarrhöe-Todesfälle in Kalikot, Update [25.08.2007]
News 2810

Aus dem Kalikot-Distrikt im Westen Nepals wurden wieder neue Todesfälle durch Magen-Darm-Infektionen gemeldet. Allein innerhalb zweier Tage sind 5 Personen verstorben. Damit liegt die Zahl der Todesfälle seit April 2007 bei mindestens 56. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass es sich bei einem Teil der Erkrankungen um Cholera handelt. Der Kalikot-Distrikt liegt etwa 400 km westlich der Hauptstadt Kathmandu. Die betroffenen Dörfer sind sehr abgelegen und äußerst schwer zu erreichen. Die Einwohner gehören mehrheitlich einer niedrigen Kaste an und leben unter sehr schlechten sozioökonomischen Bedingungen. Die Todesfälle traten überwiegend bei Kindern im Alter unter 5 Jahren auf. Diese Patienten hatten unter heftigen Durchfällen gelitten und waren im weiteren Krankheitsverlauf zum Teil an schweren Lungenentzündungen erkrankt (ProMED).
Empfehlungen:
Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene beachten. Cholera-Schluckimpfung für Risikoreisende.



Georgien: Milzbrandfälle im Westen [24.08.2007]
News 2809

Die nationalen Gesundheitsbehörden Georgiens registrierten seit Anfang des Jahres 15 Fälle von Anthrax. Bei den letzten gemeldeten Fällen handelt es sich um Einwohner Westgeorgiens. Zwei Personen befinden sich noch in klinischer Behandlung in Zugdidi und Kutaisi. Die Ansteckung erfolgte durch den Kontakt mit infizierten Tieren. Insbesondere der Verzehr kontaminierten Fleisches stellt ein erhebliches Risiko dar. Jährlich werden in Georgien durchschnittlich 30 bis 40 Fälle der Erkrankung beim Menschen diagnostiziert. Milzbrand ist in erster Linie ein veterinärmedizinisches Problem. In Georgien stehen Milzbrandimpfstoffe zur Immunisierung der Viehbestände kostenfrei zur Verfügung. Dieses Angebot wird aber noch nicht ausreichend genutzt. Das Fleisch verendeter Tiere sollte keinesfalls in den Handel gelangen. Vielmehr sollten die Viehkadaver von Tierärzten untersucht und im Falle einer Milzbranderkrankung fachgerecht entsorgt werden (ProMED).
Empfehlung:
Nahrungsmittelhygiene beachten und kein Fleisch unbekannter Herkunft verzehren. Auch Tierkontakte sollten vermieden werden.



Südkorea: Epidemische Bindehautentzündung [24.08.2007]
News 2808

Die Gesundheitsbehörden Südkoreas warnen vor verschiedenen Formen der epidemischen Bindehautentzündung. Besonders in den Schulen und Universitäten ist mit Beginn des Wintersemesters mit einer erhöhten Erkrankungsaktivität zu rechnen. Eine Häufung von Fällen der Keratokonjunktivitis (in Korea „pink eye“ genannt) wird aktuell in South Jeolla, Gangwon und North Gyeongsang beobachtet. Seit Beginn letzter Woche (13. - 17. August) finden sich auch gehäuft Fälle der akuten hämorrhagischen Konjunktivitis (in Korea „Apollo eye disease“ genannt). Betroffen von der „Apollo eye disease“ sind derzeit vor allem die Regionen Ulsan, Gyeongsang sowie die Hauptstadt Seoul. Etwa 30% der Patienten sind Kinder und junge Erwachsene im Alter zwischen 16 und 19 Jahre. Infektiöse, meist Virus-bedingte, Augenentzündungen finden sich weltweit; Häufungen werden vor allem in den Herbstmonaten beobachtet. Die Übertragung der Erreger, zum Beispiel Adenoviren vom Typ 3 oder 7, erfolgt durch Tröpfcheninfektion oder Schleimhautkontakt mit verunreinigtem Wasser (z.B. in Schwimmbädern). Die meisten Erkrankungen ereignen sich nach Aufenthalt in großen Menschengruppen (ProMED).
Empfehlungen:
Allgemeine Hygiene sollte beachtet werden. Häufiges Händewaschen und anschließende Verwendung von Papiertüchern anstelle von Handtüchern.



USA: Hepatitis A in San Jose [24.08.2007]
News 2807

Nachdem eine Arbeiterin in einem Fruchtsaftgeschäft San Joses (Jamba Juice Store) an Hepatitis A erkrankt ist, wird befürchtet, dass etwa 4000 Kunden sich bei ihr angesteckt haben könnten. Hepatitis A kann bereits durch geringfügige fäkale Verunreinigungen in Speisen und Getränken übertragen werden. Nach Angaben der Geschäftsleitung werden die üblichen Hygieneregeln, insbesondere regelmäßiges Händewaschen, durch das Personal konsequent befolgt. Trotzdem lässt sich ein Restrisiko für Kunden des Fruchtsaftgeschäftes nicht ausschließen. Dies gilt vor allem für Personen, die das Geschäft in der Zeit zwischen 1. und 16. August besucht hatten. Innerhalb von Betrieben der Lebensmittelverarbeitung oder des Lebensmittelverkaufs sollte daher bei geplanten Reisen einzelner Mitarbeitern in Hepatitis A Endemiegebiete dringend auf einen ausreichenden Impfschutz geachtet werden (ProMED).
Empfehlungen:
In Fällen möglicher Exposition nachträgliche Hepatitis A-Immunisierung.



Bahamas: Malaria auf den Exuma-Inseln [23.08.2007]
News 2806

Die Centers for Disease Control and Prevention (CDC) der USA meldeten 2 Fälle von Malaria aus Great Exuma, einer Inselgruppe der Bahamas. Dies sind die ersten Fälle der Erkrankung seit einem Malaria-Ausbruch im Spätfrühling 2006. Bei einem der neuen Fälle handelt es sich um einen US-Bürger, der sich Ende Juli dieses Jahres auf Great Exuma aufgehalten hatte. Bei ihm konnte inzwischen Plasmodium falciparum, der Erreger der Malaria tropica, nachgewiesen werden. Wird eine Malaria tropica nicht schnell diagnostiziert und behandelt, kann die Erkrankung rasch einen lebensbedrohlichen Verlauf nehmen. Die Bahamas gelten bislang nicht als Malaria-Risikogebiet. Trotzdem empfiehlt die CDC aktuell bei Aufenthalten in Great Exuma die Durchführung einer Malaria-Prophylaxe mit dem Wirkstoff Chloroquin (ProMED).
Empfehlung:
Die CDC empfiehlt für Bahamas-Reisende Mückenschutzmaßnahmen und bei Aufenthalten in Great Exuma bis auf weiteres zusätzlich eine Malaria-Prophylaxe mit Chloroquin (z.B. Resochin®).



USA: tollwütige Biber in Maryland [23.08.2007]
News 2805

Die Gesundheitsbehörden Marylands meldeten 2 Bissattacken durch einen tollwütigen Biber. Bei dem zweiten Bissopfer handelte es sich um eine Frau, die in Begleitung ihres Mannes Schwimmen gegangen war. Während des Schwimmens wurde sie von dem Biber angegriffen und in den Oberschenkel gebissen. Das Tier wurde daraufhin getötet und positiv auf Tollwut getestet. Nach Angaben der Centers for Disease Control and Prevention (CDC) waren in den letzten Jahren durchschnittlich 1-2 Tollwuttodesfälle pro Jahr zu verzeichnen. Im Jahr 2001 handelte es sich bei 93% der gemeldeten tollwutkranken Tiere um Wildtiere. Mit 37.2% der Fälle waren Waschbären am häufigsten von Tollwut betroffen, gefolgt von Skunks (30.7%), Fledermäusen (17.2%) und Füchsen (5.9%). Eine Zunahme der Tollwutaktivität fand sich vor allem bei Skunks und Fledermäusen. Vor hundert Jahren waren in den USA jährlich noch mehr als 100 Tollwut-bedingte Todesfälle registriert worden (ProMED).
Empfehlungen:
Tierkontakte vermeiden. Bei tollwutverdächtigen Tierkontakten ist sofort eine medizinische Einrichtung aufzusuchen. Risiko-Reisenden ist die vorbeugende Tollwutimpfung zu empfehlen.



Indonesien: zweiter Vogelgrippe-Todesfall auf Bali [22.08.2007]
News 2804

Eine 28-jährige Geflügelhändlerin aus Tanah Lot ist das zweite Opfer der Vogelgrippe auf Bali geworden. Die Frau starb am 21. August dieses Jahres und wurde positiv auf das Geflügelinfluenzavirus Typ H5N1 getestet. Eine Woche zuvor war eine 29-jährige Frau aus dem entlegenen Westen der Insel ebenfalls an der Vogelgrippe gestorben. Auch die Tochter der 29-Jährigen starb. Der Leichnam des Kindes wurde jedoch kurz darauf eingeäschert und beigesetzt; daher ist - obwohl auch hier ein Verdacht auf Vogelgrippe besteht - eine abschließende mikrobiologische Diagnostik nicht mehr möglich. Die Behörden haben - zwecks Eindämmung der Erkrankung- bereits tausende Hühner getötet. Indonesien ist mit 105 nachgewiesenen Vogelgrippe-Fällen beim Menschen, einschließlich 84 Todesfällen, immer noch das am stärksten von der Geflügelinfluenza betroffene Land der Erde. Weltweit wurden insgesamt 321 Fälle gemeldet. Mit 195 Todesfällen liegt die Sterblichkeitsrate der Vogelgrippe aktuell bei 60.7% (ProMED).
Empfehlungen:
Der Kontakt zu lebendem oder frisch geschlachtetem Geflügel sowie zu Geflügel-ausscheidungen sollte vermieden werden.



China: Leptospirose in Hong Kong [21.08.2007]
News 2803

Die chinesischen Gesundheitsbehörden meldeten zwei neue Fälle von Leptospirose aus Hong Kong. Es handelt sich um zwei Männer im Alter von 46 und 52 Jahren. Damit wurden in Hong Kong seit Beginn dieses Jahres bereits 5 Fälle der Erkrankung diagnostiziert. Im Vordergrund der Symptomatik stehen hohes Fieber, Schüttelfrost und heftige Muskelschmerzen. Aus den Familien der Betroffenen wurden bislang keine weiteren Fälle gemeldet. Die Leptospirose kann sowohl sporadisch wie auch epidemisch, zum Beispiel im Zuge von Überschwemmungen, auftreten. Die Übertragung erfolgt in erster Linie über den Kontakt mit durch Nagetierurin verunreinigtem Wasser. Aufgrund uncharakteristischer Anfangssymptome und schwieriger Labordiagnostik bleibt die Leptospirose oft undiagnostiziert. Mehr als 90% der Fälle zeigen einen selbstlimitierenden Verlauf. Jedoch können auch Entzündungen der Leber und Nierenversagen auftreten. Nimmt die Leptospirose einen komplizierten Verlauf, beträgt die Sterblichkeitsrate zwischen 5% und 40% (ProMED).
Empfehlungen:
Allgemeine Hygiene beachten. Direkten Hautkontakt mit verunreinigtem Wasser und/oder Gegenständen vermeiden.



USA: Keuchhusten-Fälle in Mississippi [19.08.2007]
News 2802

Aus dem Bundesstaat Mississippi wurden mehr als 80 Fälle von Pertussis gemeldet. Am stärksten betroffen sind die Counties Neshoba, Leake, Lauderdale, Attala, Newton und Winston. Die lokalen Gesundheitsbehörden haben inzwischen Unterstützung durch die Centers for Disease Control and Prevention (CDC) angefordert. Die Ursache der plötzlichen Häufung von Keuchhustenfällen ist bislang noch unklar. Im Vordergrund der Bemühungen steht zunächst die Eindämmung des Ausbruchs. Eine Übertragung der Erkrankung erfolgt vor allem durch engeren Kontakt (z.B. Umarmungen, Küsse, Trinken aus gemeinsamen Tassen). Das höchste Risiko besteht für Kinder im Alter unter 12 Monaten, die noch keine Impfung erhalten haben. Weltweit sterben jährlich schätzungsweise mehr als 300 000 Kinder an Keuchhusten (ProMED).
Empfehlung:
Durchführung einer Keuchhusten-Grundimmunisierung bei Kindern. Bei Erwachsenen sollte alle 10 Jahre eine Tetanus/Diphtherie/Pertussis- Auffrischimpfung erfolgen.



Guinea: Cholera-Ausbruch [19.08.2007]
News 2801

Innerhalb weniger Wochen - mit Beginn der Regenzeit - sind in Guinea mehrere Dutzend Menschen an Cholera gestorben. Seit Anfang des Jahres wurden in Guinea 1240 Cholera-Erkrankungen mit 47 Todesfällen registriert. Am stärksten betroffen ist mit 17 Todesfällen die südöstlich gelegene Stadt Gueckedou. In der an der Küste gelegenen Hauptstadt Conackry sind bereits 14 Todesfälle zu verzeichnen. Die meisten Einwohner Guineas leben in tiefer Armut, obwohl der 10 Millionen-Einwohner-Staat über ein Drittel der weltweiten Bauxitvorkommen zur Aluminiumherstellung verfügt. Cholera wird meist durch fäkal kontaminiertes Trinkwasser oder durch verunreinigte Nahrungsmittel übertragen. Generell muss während der Regenzeit in großen Teilen Westafrikas mit einer erhöhten Cholera-Aktivität gerechnet werden (ProMED).
Empfehlungen:
Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene beachten. Cholera-Schluckimpfung für Risikoreisende.



Ghana: Cholera im Norden [19.08.2007]
News 2800

In Nalon Fong, einem Vorort der Metropole Tamale, sind aktuell 19 Menschen einem Cholera-Ausbruch zum Opfer gefallen. Erste Fälle der Erkrankung wurden bereits in der vergangenen Woche gemeldet. Die Patienten litten an schweren wässrigen Diarrhöen, Übelkeit und Erbrechen. Die betroffenen Distrikte sind Bayon-Waya, Lamashegu und Nalong. Nach Angaben der lokalen Gesundheitsbehörden haben vor allem die schlechten hygienischen Bedingungen der Stadtteile in Verbindung mit heftigen Regenfällen der letzten Wochen dem Cholera-Ausbruch Vorschub geleistet. Regenfälle und Überschwemmungen können zu fäkalen Verunreinigungen von Trinkwasserreservoirs führen. Zusätzlich wird der Zugang zu sauberem Trinkwasser für die Bevölkerung immer schwieriger, da in den vergangenen Monaten zahlreiche Brunnen geschlossen wurden (ProMED).
Empfehlungen:
Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene beachten. Cholera-Schluckimpfung für Risikoreisende.



Angola: Landesweite Cholera-Ausbrüche [19.08.2007]
News 2799

Seit Beginn des Jahres sind etwa 420 Einwohner an Cholera gestorben. In 16 der 18 Provinzen des Landes wurden 16 320 Fälle diagnostiziert. Mit 6692 Erkrankten ist die Hauptstadt Luanda am stärksten betroffen. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) fand sich auch in den Provinzen Benguela und Cabinda eine äußerst hohe Cholera- Aktivität. In Benguela wurden 3681 und in Cabinda 1721 Fälle registriert. Die höchste Anzahl an Todesfällen (n=102) wurde aus der Kwanza Sul Provinz gemeldet. In Luanda sind bislang 77 Menschen an Cholera verstorben, und aus Malage wurden 46 Todesfälle gemeldet. Ursprung der aktuellen Cholera-Problematik war ein Ausbruch in einem Slum im Norden Luandas im Februar 2006. Aufgrund der schlechten hygienischen Bedingungen und des erschwerten Zugangs zu sauberem Trinkwasser konnte sich die Cholera ausgehend von Luanda ungehindert im gesamten Land ausbreiten (ProMED).
Empfehlungen:
Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene beachten. Cholera-Schluckimpfung für Risikoreisende.



Bangladesh: Diarrhöe-Ausbrüche [19.08.2007]
News 2798

Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters sind in Bangladesh etwa 500 Menschen bei Überschwemmungen ums Leben gekommen. Mehr als 53 000 Personen erkrankten im Zuge der Katastrophe an schweren Magen-Darm-Infektionen. Allein innerhalb eines Tages mussten in einer einzigen Gesundheitseinrichtung Dhakas 1100 Menschen mit heftigen Durchfällen behandelt werden. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass es sich bei einem Teil der Erkrankungen um Cholera handelt. Sollten weitere Überschwemmungen in Bangladesh auftreten, könnte sich die Situation noch weiter verschärfen. Nach neuen Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) waren weltweit (im Jahr 1998) 2.2 Millionen Menschen an den Folgen schwerer Durchfallerkrankungen gestorben (ProMED).
Empfehlungen:
Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene beachten. Cholera-Schluckimpfung für Risikoreisende.



Dominikanische Republik: Norovirus-Ausbruch, Update [17.08.2007]
News 2797

Mehr als 600 Personen erkrankten im Bahia Principe San Juan Ressort in Puerto Plata an einer Magen-Darm-Infektion. Die Patienten litten über einen Zeitraum von 12 bis 24 Stunden an zum Teil heftigen Symptomen. Im Vordergrund der Symptomatik standen Erbrechen und Diarrhöe, weniger häufig auch abdominelle Beschwerden und Fieber. Der Verdacht auf das Vorliegen einer Norovirusinfektion konnte inzwischen bestätigt werden. In Proben zweier britischer Touristen konnten Noroviren der Genotypen G1 beziehungsweise G2 identifiziert werden. In Laboren der Dominikanischen Republik konnte verschiedentlich auch der Einzeller Entamoeba histolytica nachgewiesen werden. Bei der Mehrzahl der registrierten Erkrankungen ist jedoch von einer Virus-Infektion auszugehen (ProMED).
Empfehlung:
Häufiges Händewaschen und Beachtung allgemeiner Hygieneregeln.



USA: Murines Fleckfieber in Kalifornien [16.08.2007]
News 2796

Nachdem 3 Einwohner aus Orange County an Murinem Fleckfieber erkrankten, warnen die lokalen Gesundheitsbehörden vor der durch Flöhe übertragenen Erkrankung. Die Infektion mit dem Erreger Rickettsia typhi kann zu schweren Entzündungen des Gehirns (Enzephalitis) oder der Hirnhäute (Meningitis) führen. Tödliche Krankheitsverläufe werden meist nur bei Patienten mit schweren Grunderkrankungen beobachtet. Im Vordergrund der Symptomatik stehen Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen sowie ein Exanthem. Murines Fleckfieber wird im Süden Kaliforniens öfters beobachtet. Fälle der Erkrankung fanden sich nicht nur in Orange County, sondern auch in Long Beach und Los Angeles County. In den USA werden jährlich bis zu 50 Fälle der Erkrankung diagnostiziert. Die meisten Erkrankungen an Murinem Fleckfieber werden aus Südkalifornien, Süd- und Zentral-Texas sowie aus Hawaii gemeldet. Der Überträgerfloh findet sich vor allem bei Opossums, Nagetieren und Katzen. Das Murine Fleckfieber wird nicht direkt von Mensch zu Mensch übertragen und kann antibiotisch behandelt werden (ProMED).
Empfehlung:
Tierkontakte vermeiden.



Myanmar: Dengue-Ausbruch [16.08.2007]
News 2795

Mit 98 Todesfällen bei mehr als 8000 Erkrankungen zwischen Januar und Juli dieses Jahres ist Myanmar aktuell eines der am stärksten von Dengue-Fieber betroffenen Länder Südostasiens. Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt vor einer unkontrollierten Zunahme der Erkrankung in Myanmar. Im Vergleich zum Vorjahr (2006) ist die Zahl der gemeldeten Dengue-Fieber Fälle in Burma bereits um 25.8% gestiegen. Mit einer hohen Dengue-Aktivität muss noch bis Ende August/ September gerechnet werden. Vor allem die heftigen Regenfälle dieses Jahres begünstigen die Ausbreitung der Erkrankung. Oft ist Dengue-Fieber jedoch auch ein durch Menschen verursachtes Problem. Vor allem Baustellen sowie eine schlechte Stadtplanung begünstigen die Entstehung ausgedehnter Süßwasseransammlungen, die ideale Brutstätten für die Überträgermücke Aedes aegypti darstellen. Aktuell am stärksten vom Dengue-Fieber betroffen sind mit Rangoon, Mandalay und Moulemine die großen Städte des Landes. Jedoch muss auch in den ländlichen Gebieten mit einem Dengue-Risiko gerechnet werden (ProMED).
Empfehlung:
Ganztägig Mückenschutz beachten. Beseitigung oder Abdeckung von Wasserreservoirs (Regentonnen o.ä.) im Wohnumfeld.



Allgemein: Dengue-Fieber in Südostasien [16.08.2007]
News 2794

In einigen Staaten Südasiens ist derzeit eine deutliche Erhöhung der Dengue-Aktivität zu beobachten. Dies gilt vor allem für Indonesien, Myanmar und Thailand. So wurden diesjährig in Indonesien bereits doppelt so viele Dengue-Infektionen registriert wie im entsprechenden Zeitraum des Jahres 2005, in dem „nur“ 45777 Fälle zu verzeichnen waren. In Myanmar und Thailand fand sich ein entsprechender Anstieg um 29%, beziehungsweise um 17%. Auch in zahlreichen weiteren Ländern Asiens und der Pazifik-Region droht eine Verschärfung der Dengue-Problematik. So zeichnet sich in Indien bereits seit mehreren Jahren eine Häufung von Dengue-Ausbrüchen ab. Die Fallzahlen steigen oft bereits kurz nach dem Einsetzen des Monsuns im August an (ProMED).
Empfehlung:
Ganztägig Mückenschutz beachten. Beseitigung oder Abdeckung von Wasserreservoirs (Regentonnen o.ä.) im Wohnumfeld.



Puerto Rico: Dengue-Epidemie [16.08.2007]
News 2793

Puerto Rico ist weiterhin von einer Dengue-Epidemie betroffen. Es handelt sich um den schwersten Ausbruch der Erkrankung seit 1994. Seit Anfang 2007 sind bereits 2343 Fälle gemeldet worden. Dies entspricht einem Anstieg um 100% im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum. Obwohl bislang noch keine Todesfälle zu verzeichnen sind, greift der Ausbruch weiter um sich. Allein in der ersten Augustwoche waren mehr als 300 Fälle der Erkrankung zu verzeichnen. Von einer erheblichen Dunkelziffer ist auszugehend, da mildere Krankheitsverläufe oft undiagnostiziert bleiben. Experten der US-amerikanischen Centers for Disease Control and Prevention (CDC) gehen davon aus, dass die Zahl der tatsächlichen Fälle die gemeldeten Fälle um das Zehnfache übersteigen könnte. Die Gesundheitsbehörden Puerto Ricos haben die Bevölkerung dazu aufgerufen, alle Süßwasseransammlungen, die als Brutstätte für die Überträgermücke Aedes aegypti dienen könnten, zu eliminieren (ProMED).
Empfehlung:
Ganztägig Mückenschutz beachten. Beseitigung oder Abdeckung von Wasserreservoirs (Regentonnen o.ä.) im Wohnumfeld.



Brasilien: Dengue-Fieber in Ceara [16.08.2007]
News 2792

Im Bundesstaat Ceara werden zunehmend viele Fälle schwerer Denguevirus-Infektionen gemeldet. Bereits in der ersten Hälfte des Jahres 2007 wurden mehr Fälle von Dengue-Hämorrhagischem Fieber (DHF) registriert (n=178) als im gesamten Jahr 2006 (n=172). Bei DHF handelt es sich um eine Variante des klassischen Dengue-Fiebers, die mit einem schweren Krankheitsverlauf und erhöhter Blutungsneigung einhergeht. Die meisten DHF-Fälle fanden sich in Fortaleza (n=91), in der Stadt Crato (n=17) sowie in Brejo Santo (n=13).
Weitere 65 Verdachtsfälle werden derzeit untersucht. Aus den 160 Verwaltungsgebieten Cearas wurden diesjährig bereits 17 231 Fälle von klassischem Dengue-Fieber diagnostiziert. Knapp 40% aller Erkrankungen fanden sich in Fortaleza. Dies entspricht der höchsten Dengue-Aktivität der Stadt seit über 10 Jahren (ProMED).
Empfehlung:
Ganztägig Mückenschutz beachten. Beseitigung oder Abdeckung von Wasserreservoirs (Regentonnen o.ä.) im Wohnumfeld.



Indien: Chikungunya-Fieber in West-Bengal [15.08.2007]
News 2791

Aus dem North 24 Pargana-Distrikt West-Bengals wurden Fälle von Chikungunya-Fieber gemeldet. Von 36 Proben, die durch das Indian Council for Medical Research (ICMR) untersucht worden waren, wurden 21 positiv auf Infektion mit dem Chikungunyavirus getestet. Dies könnte ein erstes Indiz für die Ausbreitung der Infektionskrankheit von Kalkutta in Richtung der weiter östlich gelegenen Landesteile sein. Im Vordergrund der Symptomatik stehen hohes Fieber, Kopfschmerz, schwere Gelenkschmerzen, Hautausschlag und Übelkeit. Die indischen Gesundheitsbehörden arbeiten intensiv daran, eine weitere Ausbreitung der Erkrankung zu verhindern. Die wichtigste Maßnahme hierfür ist die Bekämpfung der Überträgermücke. Der erste Fall von Chikungunya-Fieber in Indien war im Jahr 2000 in Kerala beobachtet worden. Während des Ausbruchs im Jahr 2000 waren mehrere hundert Menschen an den Folgen der Infektion verstorben. In diesem Jahr (2007) mussten nach Einsetzen des südwestlichen Monsuns mehrerer tausend Personen in Kliniken versorgt werden (ProMED).
Empfehlungen:
Ganztägigen Mückenschutz beachten. Bei fieberhaften Infekten nach Aufenthalt in Chikungunya-Risikogebieten sollte eine tropenmedizinische Spezialdiagnostik durchgeführt werden.