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Vor der Abreise
Vor einer Tauchreise sollte durch eine vollständige ärzliche
Untersuchung geklärt werden, ob der Gesundheitszustand
(insbesondere die Lungenfunktion und das Herz-Kreislaufsystem)
Tauchgänge erlaubt. Es sollten bereits vor Reiseantritt
Erkundigungen über Evakuierungsmöglichkeiten und die
Erreichbarkeit von Zentren mit Überdruck-Kammer eingeholt werden.
Auch eine Soforttherapie mit 100% Sauerstoff (Reserve für
mindestens 30 Minuten) sollte vor Ort gewährleistet sein, ggf.
sollte die eigene Ausrüstung mitgenommen werden.
Am Ort
Der erste Tauchgang sollte solange zurückgestellt werden, bis die
Auswirkungen der Zeitverschiebung abgeklungen sind und man sich
über mögliche lokale Gefahren und Besonderheiten informiert hat
(z.B. Strömungen, Korallen, gefährliche Meerestiere). Möglichst
sollten nicht mehr als maximal 2 Tauchgänge innerhalb von 24
Stunden durchgeführt werden. Eine Tauchpause sollte jeweils nach
2-3 Tagen eingelegt werden; unmittelbar nach einem Tauchgang
sollten für 1-2 Stunden körperliche Anstrengungen vermieden
werden. Zwischen dem letzen Tauchgang und dem Abflug sollten
mindestens 24 Stunden liegen, ansonsten besteht die Gefahr eines
Dekompressionsunfalls.
Tauchzwischenfälle
Bei Atmosphärendruck sind in einem menschlichen Körper (75 kg) ca.
1,2 Liter Stickstoff gelöst. Nach einem längeren Tauchgang in
30-40 m können druckbedingt noch 1-2 Liter Stickstoff zusätzlich
im Blut gelöst sein. Lässt beim Aufstieg der Druck langsam nach,
wird die überschüssige Menge in umgekehrter Weise, wie sie in den
Körper gelangt ist, nämlich über Blutkreislauf und Lunge, wieder
ausgeschieden. Bei zu raschem Aufstieg kann jedoch der
Blutkreislauf die freiwerdende Menge nicht mehr schnell genug zur
Lunge transportieren.
Dann bilden sich im Blut und in Körpergeweben
Gasbläschen. Diese Stickstoff-Bläschen selbst und an deren
Oberfläche gebildeten Blutgerinnsel können Blutgefäße in
lebenswichtigen Organen verstopfen und so die
Dekompressionskrankheiten auslösen. Diese Risiken werden fast
vollständig vermieden, wenn erstens oberhalb 25 m Tiefe - auch
zwischen den Austauchstufen - nie schneller als mit 10 m/min
aufgestiegen wird und zweitens die Austauchpausen, Austauchstufen
und die Anwendungsvorschriften der Dekompressionstabellen streng
beachtet werden.
Anzeichen einer Dekompressionskrankheit (z.B. Muskelschmerzen,
Hautjucken, Schwäche, Schwindelgefühl, Atemnot, Sehstörungen,
Sprachprobleme) können unmittelbar nach dem Tauchgang bis noch
mehrere Stunden danach auftreten. Jede Verschlechterung des
Befindens oder Änderung des Verhaltens innerhalb 24 Stunden nach
einem Tauchgang gilt bis zum Beweis des Gegenteils als Folge einer
Dekompressionskrankheit oder eines anderen Tauchzwischenfalls
(z.B. Barotrauma mit Lungenverletzung).
Der größte Teil dieser Störungen muss in der Druckkammer behandelt
werden. Jede Verzögerung der Behandlung kann zu dauerhaften
Schäden führen.
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